Sehr geehrte Einwohnerinnen und Einwohner,
liebe Leserinnen und Leser unseres Amtsblattes,
eigentlich wollte ich in diesem Vorwort gern auf die beiden schönen Jubiläen im Juni in Rosenfeld und Döbrichau eingehen. Doch die aktuelle Situation rund um die geplante Schließung der KITA Zwethau bewegt viele Menschen in unserer Gemeinde – und mich ganz persönlich. Deshalb möchte ich noch einmal auf das Thema zurückkommen. Die Interessengemeinschaft hat am Montag, dem 11. Mai, insgesamt 1.006 Unterschriften zum Erhalt der KITA Zwethau in der Gemeindeverwaltung abgegeben. Dieses Engagement zeigt deutlich, wie wichtig vielen Bürgerinnen und Bürgern die Zukunft ihrer KITA und ihres Ortes ist. Dafür habe ich Verständnis. Gleichzeitig möchte ich aber auch um Verständnis dafür bitten, dass eine Unterschrift allein noch keine Entscheidung bedeutet. Gemäß den gesetzlichen Bestimmungen müssen nun die Unterschriften zunächst geprüft und anschließend vom Gemeinderat bestätigt werden. Sollte dies erfolgen, kommt es zu einer Abstimmung in der gesamten Gemeinde. Die Durchführung einer solchen Wahl kostet die Gemeinde rund 15.000 Euro – Geld, das an anderer Stelle für wichtige Projekte und Investitionen fehlen wird. Besonders verständlich und gleichzeitig bedauerlich finde ich, dass die Diskussion in den vergangenen Wochen teilweise sehr emotional und leider nicht immer fair gegenüber der Gemeinde geführt wurde. Die Aussage, mit der Schließung der KITA würde zugleich das Dorfleben in Zwethau sterben, trifft mich persönlich. Denn gerade in Zwethau investieren wir als Gemeinde aktuell viel in die Zukunft des Ortes: Mit dem neuen Feuerwehrgerätehaus, dem Dorfplatz und dem Bürgerhaus entsteht ein neues Zentrum für Gemeinschaft und Zusammenhalt. Viele andere Orte würden sich eine solche Entwicklung wünschen. Mir ist wichtig zu betonen: Niemand möchte Familien oder Kindern etwas wegnehmen. Im Gegenteil. Unser Ziel ist es, auch in Zukunft eine verlässliche Betreuung und bezahlbare KITA-Plätze für alle Familien unserer Gemeinde sicherzustellen. Den Eltern, Kindern und den beiden Erziehern haben wir deshalb ein ehrliches und verantwortungsvolles Angebot für den Übergang von Zwethau nach Beilrode gemacht und dabei die Wünsche der Eltern nahezu vollständig berücksichtigt. Gleichzeitig sollten wir gemeinsam offen darüber sprechen, welche Möglichkeiten es künftig für den Standort der KITA geben kann. Eine Tagespflege wäre beispielsweise eine sinnvolle und zukunftsfähige Lösung, denn der Bedarf dafür ist in Ostelbien ohne Zweifel vorhanden. Auch wenn die Meinungen unterschiedlich sind, wünsche ich mir, dass wir wieder stärker miteinander, statt übereinander sprechen. Bislang gab es keine Gesprächsanfrage seitens der Bürgerinitiative. Dennoch werde ich erneut das Gespräch suchen, denn am Ende sollte uns alle dasselbe Ziel verbinden: das Beste für unsere Kinder, unsere Familien und unsere Gemeinde.