Hier ist nicht nur für Fische Enstation. Es ist eines von vielen Querbauwerken in unseren Gewässern.
Man nennt sie Querbauwerke. Die Barrieren, die in fast allen Flüssen und Bächen den natürlichen Abfluss stören oder sogar unterbrechen. Das sind Wehre, wie für Wasserkraftanlagen, aber auch verrohrte Gewässerabschnitte oder Sohlabstürze. Diese Querbauwerke eint eine Eigenschaft: Viele Tiere können sie bei ihren Wanderungen nicht überwinden. Das gilt meist nicht nur bachaufwärts, sondern auch bachabwärts. Doch warum müssen die Fische und anderen Tiere überhaupt im Fluss hin- und herwandern können?
Dafür gibt es mehrere Gründe. Fast alle Fischarten wandern zwischen Nahrungs-, Rast- und Laichplätzen. Einige über viele hunderte Kilometer, so wie der Lachs. Querbauwerke verhindern diese Wanderungen. Doch auch für andere Lebewesen, wie Amphibien und Insekten, ist die Durchgängigkeit zum Erreichen der verschiedenen Lebensräume und zur Rückkehr nach einem Ereignis, wie dem Trockenfallen des Gewässers oder einem Verschmutzungsfall, wichtig. Querbauwerke führen auch zur Isolation von Tierbeständen, wenn sie die Wanderungen blockieren. Dann findet kein ausreichender genetischer Austausch statt, was langfristig problematisch für die isolierten Populationen sein kann. Zuletzt wird bei Wehren nicht nur die Wanderung verhindert. Der an vielen Bauwerken vorhandene Rückstau verändert das Fließverhalten und die Gestalt des Gewässers vollständig. Stehendes Wasser heizt sich im Sommer viel stärker auf und erzeugt Hitzestress. Auch der für diese dynamischen Systeme bedeutende natürliche Sedimenttransport wird gestört. Für viele Arten gehen dadurch Nahrungs- und Laichhabitate verloren. Was kann man nun also dagegen tun?
Viele der Querbauwerke erfüllen heute keine Funktion mehr, es sind Relikte vergangener Nutzungen. Werden diese Anlagen zurückgebaut, verlängert sich die durchgängige Fließstrecke und es können sich wieder natürliche Strömungsverhältnisse einstellen. Ist ein Rückbau nicht möglich, kann eine Fischtreppe Abhilfe schaffen. So können sich die Populationen wieder vereinen und größer und robuster werden. Gerade in Zeiten des Klimawandels ist das besonders wichtig.
Dieser Text entstand in Zusammenarbeit der Fachberaterinnen und Fachberater Gewässer des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie und der unteren Wasserbehörde des Landkreises.