Am 28. und 29. August 2026 feierte die Freiwillige Feuerwehr Porschdorf ihr 100-jähriges Bestehen. Viele Monate intensiver Vorbereitung lagen hinter den Kameradinnen und Kameraden, als Ende August endlich der große Geburtstag unserer Wehr gefeiert werden konnte.
Was im Jahr 1926 mit 26 Gründungsmitgliedern begann, entwickelte sich über Generationen hinweg zu einer festen Gemeinschaft. Das Jubiläum bot deshalb nicht nur Anlass zum Feiern, sondern auch die Gelegenheit, auf ein Jahrhundert Feuerwehrgeschichte zurückzublicken, Danke zu sagen und an diejenigen zu erinnern, die unsere Wehr geprägt haben.
Der erste Jubiläumstag am Freitag, dem 28. August, stand ganz im Zeichen der Geschichte, der Kameradschaft und des gemeinsamen Erinnerns.
Pünktlich um 18 Uhr begann die Festveranstaltung. Für einen besonders würdigen Auftakt sorgte unser Kamerad Jonas Russig. Die Musik kam an diesem Abend nicht aus dem Lautsprecher: Mit seiner Trompete eröffnete er die Veranstaltung live und verlieh dem Beginn einen feierlichen Rahmen.
Gleichzeitig zogen die Fahnenträger in das Festzelt ein und stellten die Feuerwehrfahne auf. Versammlungsleiter Jens Tappert begrüßte die zahlreichen Gäste und führte durch das Programm.
Schriftführer Rico Richter nahm die Anwesenden daraufhin mit auf einen kurzen Streifzug durch die Geschichte der Porschdorfer Feuerwehr. Dabei wurde an wichtige Ereignisse, Einsätze und Entwicklungen seit der Gründung im Jahr 1926 erinnert.
Einen humorvollen Blick auf die Vergangenheit präsentierte anschließend die Frauenfeuerwehr. Über mehrere Monate hatten die Kameradinnen ein Video vorbereitet, in dem bedeutende Meilensteine mithilfe aufwendig gestalteter Schattenspiele dargestellt wurden. Der Beitrag fand großen Anklang und wurde mit langanhaltendem Applaus gewürdigt.
Danach richtete Wehrleiter Björn Richter das Wort an die Festgesellschaft. Besonders freute ihn, dass auch die älteren Kameraden trotz zum Teil gesundheitlicher Einschränkungen an diesem Abend nahezu vollständig vertreten waren. Wie weit die Verbundenheit mit unserer Wehr zurückreicht, zeigte sich eindrucksvoll am ältesten anwesenden Kameraden: Er trat bereits 1952 in die Feuerwehr ein.
Im Rahmen der anschließenden Danksagungen bat Björn Richter alle Kameraden, sich von ihren Plätzen zu erheben. Stellvertretend für die vielen Generationen, die sich seit 1926 für die Feuerwehr und die Sicherheit der Bevölkerung eingesetzt haben, sprach er ihnen seinen Dank für ihre Einsatzbereitschaft und langjährige Verbundenheit aus.
Es folgten die Grußworte der geladenen Gäste. Bürgermeister Thomas Kunack, Jens Tappert als Vertreter des Ortschaftsrates, der stellvertretende Kreisbrandmeister Michael Lehmann, Stadtwehrleiter Kai Bigge sowie Udo Krause als Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes gratulierten zum Jubiläum und würdigten die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Porschdorf.
Eine Überraschung wartete anschließend auf unseren Trompeter Jonas Russig. Er erhielt zwei sogenannte Schwalbennester für seine Feuerwehruniform – die traditionellen Abzeichen für Musiker in der Feuerwehr.
Damit wurde zugleich eine alte Porschdorfer Tradition fortgeführt: Bereits im Gründungsjahr 1926 hatte unsere Feuerwehr einen Trompeter. Genau 100 Jahre später führt Jonas Russig diese Tradition weiter.
Nach den persönlichen Glückwünschen der anwesenden Gäste und befreundeten Feuerwehren richtete Wehrleiter Björn Richter abschließende Worte an die Festgesellschaft.
Danach begaben sich die Kameraden zum Gedenkstein, wo zum Andenken an die verstorbenen Mitglieder unserer Feuerwehr ein Blumengesteck niedergelegt wurde.
Noch einmal spielte die Trompete eine besondere Rolle: Jonas Russig spielte „Ich hatt’ einen Kameraden“. Als die letzten Töne verklungen waren, ertönten die Glocken der Porschdorfer Kirche.
Dieser stille und eindrucksvolle Abschluss erinnerte an all jene Kameraden, die in den vergangenen Jahrzehnten Teil unserer Feuerwehr waren, das 100-jährige Jubiläum jedoch nicht mehr gemeinsam mit uns erleben konnten.
Am Samstag, dem 29. August, wurden die Feierlichkeiten gemeinsam mit der Bevölkerung und zahlreichen Gästen fortgesetzt. Ab 11 Uhr öffnete das Festgelände rund um das Gerätehaus und das Festzelt seine Türen.
Während der Freitag einen feierlichen und historischen Rahmen hatte, stand der zweite Tag ganz im Zeichen des gemeinsamen Feierns.
Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Aus der Gulaschkanone gab es eine kräftige Mahlzeit, außerdem standen Grill, Waffelpommes, Softeis sowie Kaffee und Kuchen bereit. Für die musikalische Unterhaltung sorgten die Krippentaler Muntermacher.
Natürlich durfte bei einem Feuerwehrjubiläum auch die Technik nicht fehlen. Auf der Blaulichtmeile gab es für die Besucher viel zu entdecken. Einen Höhepunkt bildete am Nachmittag die Präsentation historischer Feuerwehrfahrzeuge. Zusammen mit moderner Technik vermittelten sie anschaulich, wie sehr sich Fahrzeuge, Ausrüstung und die Arbeit der Feuerwehr im Laufe eines Jahrhunderts verändert haben.
Der Festtag bot darüber hinaus reichlich Gelegenheit für Begegnungen und Gespräche. Zahlreiche Besucher aus Porschdorf und der Umgebung nutzten die Möglichkeit, gemeinsam mit uns zu feiern und mehr über die Arbeit der Feuerwehr zu erfahren.
Am Abend wartete schließlich ein weiterer Höhepunkt: Ein großes Feuerwerk über Porschdorf bildete den krönenden Abschluss des Festtages.
Als die bunten Lichter den Nachthimmel erhellten, gingen zwei ereignisreiche Jubiläumstage zu Ende, die unserer Wehr und sicherlich auch vielen Gästen noch lange in Erinnerung bleiben werden.
Ein wesentlicher Bestandteil des Jubiläums war die große Chronikausstellung „100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Porschdorf“.
Die Idee dazu entstand bereits im Juli 2024. Von Anfang an war das Ziel, weit mehr als einige historische Fotografien zu präsentieren. Die Besucher sollten einen möglichst umfassenden Einblick in die Entwicklung der Porschdorfer Feuerwehr von ihren Anfängen bis in die Gegenwart erhalten.
Was zunächst als Idee begann, entwickelte sich zu einem umfangreichen Projekt, an dem fast 26 Monate gearbeitet wurde.
In unzähligen Stunden wurde recherchiert, gesichtet, sortiert und aufbereitet. Historische Dokumente, Fotografien, Zeitungsartikel, Berichte und viele kleine Geschichten wurden zusammengetragen, zeitlich eingeordnet und miteinander verknüpft. Stück für Stück entstand daraus eine Reise durch ein ganzes Jahrhundert Feuerwehrgeschichte.
Dabei erzählte die Ausstellung nicht nur von Fahrzeugen, Technik und großen Einsätzen. Ebenso wichtig waren die Menschen, die unsere Wehr über Generationen hinweg aufgebaut und geprägt haben. Denn hinter der Geschichte einer Feuerwehr stehen vor allem diejenigen, die bereit waren und sind, ihre Zeit und Kraft in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen.
Im Rahmen des Jubiläums konnte die Ausstellung schließlich eröffnet werden – und die umfangreiche Vorbereitung wurde mit großem Interesse belohnt. Viele Besucher nahmen sich Zeit, alte Berichte und Zeitungsartikel zu lesen, historische Fotografien zu betrachten und bekannte Namen und Gesichter wiederzuentdecken. Dabei entstanden zahlreiche Gespräche über frühere Zeiten und persönliche Erinnerungen wurden ausgetauscht.
Genau das war eines der wichtigsten Ziele dieses Projektes: Unsere Feuerwehrgeschichte sollte nicht nur in Akten, Chroniken und alten Fotografien bewahrt, sondern für die Besucher wieder lebendig und erlebbar werden.
Die große Resonanz zeigte eindrucksvoll, dass sich die fast 26 Monate Arbeit gelohnt hatten.
Ein Jubiläum dieser Größenordnung wäre ohne die Unterstützung vieler Menschen nicht möglich gewesen. Unser Dank gilt allen Kameradinnen und Kameraden, Helferinnen und Helfern, Unterstützern und Vereinen, die mit viel Engagement zum Gelingen der Festtage und der Chronikausstellung beigetragen haben.
Ebenso danken wir unseren Gästen sowie den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern, die gemeinsam mit uns gefeiert und unser 100-jähriges Jubiläum zu einem unvergesslichen Ereignis gemacht haben.
Wenn wir heute auf dieses Wochenende zurückblicken, bleiben vor allem die vielen Begegnungen, Gespräche und gemeinsamen Momente in Erinnerung.
100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Porschdorf – 100 Jahre Einsatzbereitschaft, Kameradschaft und Zusammenhalt.