Bürgermeister Christel Bischoff gratuliert dem Ortschronisten Olaf Fricke, dem die Gemeinde unter anderem die zusätzliche Ortsbezeichnung „Harschlewe“ zu verdanken hat. Foto: Dieter Kunze
Harsleben/dku. Bürgermeisterin Christel Bischoff (parteilos) hat regelmäßig Bürgern der Gemeinde zu besonderen Jubiläen oder besonderen Leistungen zu gratulieren. Als Olaf Fricke seinen 60. Geburtstag beging, durfte bei der Beglückwünschung ein Dank für eine hervorragende Initiative des Jubilars nicht fehlen. Schließlich hat Harsleben dem Ortschronisten die neue/alte niederdeutsche Ortsbezeichnung „Harschlewe“ zu verdanken.
Olaf Fricke beschäftigt sich seit dem Jahr 2011 intensiv mit der Geschichte seines Heimatortes. Auslöser war die 875-Jahr-Feier von Harsleben. Anlässlich dieses Ereignisses hat er zusammen mit seiner Mutter Brigitte Fricke das Buch „Harsleben“ herausgebracht. Als er später einen Lehrgang des Landesheimatbundes besuchte und von der Möglichkeit erfuhr, die historische Schreibweise verwenden zu dürfen, überzeugte er den Gemeinderat und organisierte den Antrag. So wurde Harsleben 2021 die erste Gemeinde in Sachsen-Anhalt mit einer zweisprachigen Ortsbezeichnung.
Der Ortschronist hat in den vergangenen Jahren zahlreiche historische Fotos digitalisiert. „Die Leute bringen mir oft ihre Fotoalben und so kann ich vieles aus der Ortsgeschichte sicher archivieren“, so Olaf Fricke. Auch Christel Bischoff kann sich noch an das gemeinsame Wirken im Schul-Fotozirkel erinnern. Jetzt hat der Chronist schon manch historische Akte aus dem Rathaus durchgesehen.
Für sein Engagement gab es ein herzliches Dankeschön und die Hoffnung, dass der 60-Jährige, der beruflich in Oschersleben aktiv ist, weiterhin die Zeit für die Arbeit am Computer und für Vorträge im Ort hat. Zu Ostern, am 2. April, wird es den nächsten Vortrag zum Thema alte Flurnamen im Schützenhaus geben - offen für alle Interessierte. Auch beim Herbstfest ist Olaf Fricke immer mit dabei.
Viel wurde beim Familientreffen über alte Geschichten und neue Vorhaben gesprochen, schließlich sind weitere „Frickes“ im Ort aktiv. Die Erinnerungen reichen bis ins Jahr 1634 zurück, wovon es eine Urkunde über Harsleber Waldbesitz bei Wienrode gibt. „Das war bis zum Verkauf im Jahr 1890 so, wo es für jeden Hof im Kerndorf eine Zahlung von 95 Talern gab“. Heute wartet Harschlewe vergebens auf solche Sonderzahlungen, muss sich mit Engagement auf eigenen Füßen bewegen.