Titel Logo
Calauer Stadtnachrichten
Ausgabe 1/2026
Sonstige Mitteilungen
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

OSL-Bürgermeister, Amtsdirektoren und Landrat berieten zu Breitbandausbau, Digitalisierung, Krisenvorsorge und weiteren Themen

Gemeinsames Gruppenfoto aller anwesenden Hauptverwaltungsbeamten.

Die Hauptverwaltungsbeamten des Landkreises Oberspreewald-Lausitz kamen am 21. November im Bürgerhaus in Vetschau/Spreewald zu ihrer turnusmäßigen Informationsberatung zusammen. Unter der Leitung von Landrat Siegurd Heinze befasste sich die Runde mit zentralen Themen der öffentlichen Daseinsvorsorge, der digitalen Infrastruktur und der Verwaltungsmodernisierung.

Zu Beginn der Sitzung informierten Vertreter der Björn Steiger Stiftung, der Rettungsdienst Niederlausitz gGmbH (RDNL) und des Sana Klinikums Niederlausitz über ein mögliches Projekt zur Ausstattung des Landkreises mit automatisierten externen Defibrillatoren an öffentlich zugänglichen Plätzen. Diese führen Laien in einfachen Schritten durch den Wiederbelebungsprozess. RDNL-Geschäftsführer Tom Lehnert, der Ärztliche Direktor der Sana Kliniken Niederlausitz, Dr. med. Volkmar Hanisch, und Dietmar Engelhard von der Stiftung erläuterten, wie durch eine verbesserte Ersthelfer-Infrastruktur im Notfall wertvolle Minuten gewonnen werden können. Laut Studien sterben in Deutschland rund 65.000 Menschen pro Jahr am plötzlichen Herztod – etwa zwei Drittel könnten überleben, würde man ihnen rechtzeitig helfen.

Unter dem zweiten Tagesordnungspunkt berichteten Kai Gärtner und Steffen Protze von der Telekom über den Stand des Breitbandausbaus in den sogenannten „Grauen Flecken“ durch die Beteiligungsgesellschaft GlasfaserPlus. Anschließend stellte Jörg Cronauge, der Breitbandverantwortliche des Landkreises, die regionale Koordinierung vor. Von der Ausbaustufe „Graue Flecken“ sollen über 13.800 Haushalte und Unternehmen profitieren. Das Ziel ist ein flächendeckend leistungsfähiger Internetzugang für alle. Das Projekt startet im März 2026, jeweils im Norden und Süden des Landkreises. Die Fertigstellung des Ausbaus ist bis Ende 2028 geplant. Die Projektkosten belaufen sich voraussichtlich auf 50,7 Millionen Euro. Die Kreisverwaltung informiert auf ihrer Internetseite www.osl-online.de/breitbandausbau über den aktuellen Sachstand. Im Rahmen des 26 Millionen Euro umfassenden Breitbandausbaus im sogenannten „Weiße-Flecken-Programm“ konnten bereits rund 5.400 Haushalte und Unternehmen bzw. Gewerbe mit Glasfaseranschlüssen ausgestattet werden.

Auf Vorschlag der Stadt Lauchhammer berichteten im Anschluss Mitarbeiterinnen des Vereins FRA.KI.MA – Verein gegen häusliche Gewalt e.V. – über ihre Arbeit im Frauenhaus in Lauchhammer, die erfolgten Umbaumaßnahmen in dem Gebäude und offene Bedarfe. Das Frauenhaus bietet ganzjährig und rund um die Uhr Unterkunft für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen und deren Kinder. Die Mitarbeiterinnen beraten die Betroffenen, begleiten sie zu wichtigen Behördengängen und bieten mobile Beratung an neun Standorten im Landkreis an. Auch Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung gehören zu ihren Aufgaben. Das Frauenhaus in Lauchhammer wird zu knapp 67 % aus Landesmitteln finanziert, der Landkreis übernimmt ca. 23,5 %, der Rest entfällt auf Solidarfinanzierung durch die Kommunen und Spenden/Bußgelder. Der Bürgermeister der Stadt Lauchhammer warb in der Runde für eine weitere Unterstützung der Einrichtung durch die Kommunen und eine gleichmäßigere Verteilung der Beteiligung.

Auch der aktuelle Sachstand der Umsetzung der Digitalstrategie des Landkreises war erneut Thema. Die Verwaltung informierte über die aktuellen Projektstände, die laufenden Umsetzungsprozesse und die geplante Integration neuer digitaler Dienstleistungen. Unter anderem wurden Projekte zur KI-gestützten Straßenzustandserfassung, zum Aufbau einer Daten- und Auswertungsplattform als Tool zur Planungsunterstützung in verschiedenen Anwendungsfällen sowie Projekte rund um telemedizinische Angebote im ländlichen Raum vorgestellt. Zudem wurde der zeitnahe Start einer kreiseigenen Bürgerinformations-App als Kommunikationsplattform angekündigt, in die auch Angebote und Leistungen der Städte, Ämter und Gemeinden einfließen können.

Lydia Wohlsdorf, Amtsleiterin des Schulverwaltungs- und Kulturamts des Landkreises, berichtete über den bevorstehenden Start der Schulentwicklungsplanung für den Zeitraum ab 2027/2028 zum Jahresende. Nach der Benehmensherstellung mit den Kommunen, dem Staatlichen Schulamt und dem Kreisschulbeirat soll die neue Planung möglichst im November 2026 im Kreistag beschlossen werden. Die Aufgabe der Schulentwicklungsplanung ist es, die Schulstruktur so zu gestalten, dass alle Kinder und Jugendlichen dauerhaft wohnortnah, bedarfsgerecht und qualitativ hochwertig beschult werden können. Alle Schulträger passen ihre Schulen regelmäßig an neue Anforderungen und Rahmenbedingungen an und sichern so eine qualitativ hohe Bildung der Kinder und Jugendlichen im Landkreis. Aktuell existieren im Landkreis 25 Grundschulen, 9 Oberschulen und 3 Gymnasien.

Unter dem Punkt „Sonstiges“ informierte die Verwaltung über den Sachstand verschiedener Maßnahmen im Katastrophenschutz, darunter die nahezu abgeschlossene Modernisierung der 153 Sirenen im Landkreis. Aktuell wird ein Rollout von Sprachdurchsagen vorbereitet, die künftig zusammen mit dem monatlichen Probealarm abgespielt werden sollen, um die Bevölkerung zu sensibilisieren. Ein weiteres Thema war ein Projekt zur Datenbereitstellung mit der LMBV, das eine Echtzeitdarstellung der Befahrbarkeit bzw. Betretbarkeit der Wald- und Wirtschaftswege innerhalb geotechnischer Sperrflächen zur Rettung verunglückter Menschen gewährleisten soll.

Zum Abschluss der Beratung wurden die beiden scheidenden Bürgermeister Thomas Zenker (Großräschen) und Bengt Kanzler (Vetschau/Spreewald) aus der Runde verabschiedet. Beide richteten persönliche Worte an die Anwesenden und dankten für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit über viele Jahre hinweg. Landrat Siegurd Heinze schloss sich dem Dank an und würdigte die teils jahrzehntelange Tätigkeit der beiden Kommunalpolitiker sowie die stets konstruktive, vertrauensvolle und ergebnisorientierte Zusammenarbeit, die er sehr geschätzt hat. Mit dem regulären Ende ihrer Amtszeiten im Januar treten beide Bürgermeister in den Ruhestand, bzw. stellen sich anderen Aufgaben. Die nächste Beratung der Hauptverwaltungsbeamten des Landkreises ist für Anfang 2026 geplant.

Sarah Werner
Pressesprecherin
Landkreis Oberspreewald-Lausitz