Vorher und nachher im Vergleich: Oben die Balken vor der Sanierung, unten die frisch sanierten und roten Balken.
Im Dachstuhl des sanierten Heimatmuseums: Projektleiter Heiko Schneider (re.) und Bauamtsleiter Christian Spiller inspizieren die neue Dachlattung.
Bereits im August begannen die Sanierungsarbeiten des denkmalgeschützten Gebäudes in der Kirchstraße. Die Modernisierung war dringend geboten, weil der Zahn der Zeit an der einstigen Mädchenschule schon ordentlich genagt hatte. „Der Westgiebel wies einige Schäden auf und in Folge dessen kam es unter anderem zu Wassereintritten. Diese Schäden wurden behoben. Außerdem wurde bei den Arbeiten das Dach erneuert und nach historischem Vorbild mit Biberschwanz-Ziegeln neu eingedeckt. Zuletzt erhielten Fassade und Fachwerkbalken einen neuen Anstrich“, fasst Heiko Schneider die Arbeiten zusammen. Als Mitarbeiter des Fachbereichs Hochbau war er als Projektleiter zuständig für die Begleitung der Sanierungsarbeiten.
In deren weiterem Verlauf stellte sich heraus, dass ein baufälliger Teil der Decke mit dem Fachwerk verbunden war und folglich ebenfalls entfernt und teilweise erneuert werden musste. Doch diese unerwartete Zusatzarbeit sorgte für keine nennenswerte Verzögerung im Bauablauf, so dass das Projekt planmäßig im Dezember abgeschlossen werden konnte.
Doch warum sind die neuen Balken des Fachwerks nun rostrot statt dunkelbraun? Auch darauf weiß Projektleiter Heiko Schneider eine Antwort und verweist auf den Denkmalschutz: „Die Untersuchungen der Denkmalschutzbehörde ergaben, dass der ursprüngliche Gebäudeanstrich aus der Bauzeit Ende des 18. Jahrhunderts einen Ockerton aufwies. Die Färbung wurde durch den Einsatz verschiedener Tonmehle erzielt, wobei Quark als Bindemittel Verwendung fand. Der hohe Eisengehalt der regionalen Erden führte dabei zu der typischen Ockerfärbung.“ Die frühesten Bilddokumente des historischen Gebäudes aus der Zeit um 1900 zeigen bereits dunkel gefasste Balken. „Nach Recherchen der Denkmalschutzbehörde wurden die Balken schonmal erneuert und der Anstrich mit Kohlenstaub vermischt, was ebenfalls als regionaltypisch gilt“, so Heiko Schneider weiter. Generell hebt er die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Denkmalschutzbehörde, Bauamt und den bauausführenden Betrieben vor. Nur dadurch sei es gelungen, die Sanierung ohne nennenswerte Probleme und im vorgesehen Zeitfenster durchzuführen.
Insgesamt wurden 140.000 Euro in die Sanierung des Heimatmuseums investiert. Neben zwei Dritteln Fördermitteln aus der Städteförderung (je ein Drittel von Bund und Land) investierte die Stadt Calau ebenfalls ein Drittel Eigenanteil (48.000 Euro).