Andreas Lorenz, Geschäftsführer der tourismus plan B aus Berlin, beim Maßnahmenworkshop im Februar 2026 im Familienzentrum Kleeblatt. Auf jedem der bunten Zettel steht eine Idee, welche touristischen Projekte man sich in Calau vorstellen könnte.
Auch der Calauer Witzerundweg in Verbindung mit den Kalauern wird als Alleinstellungsmerkmal definiert. Das Konzept sieht vor, den 2011 eingeweihten Weg zu modernisieren und zu digitalisieren. Aktuell informieren auf rund zwei Kilometern in der Innenstadt 25 Tafeln und sieben Schusterjungen über Stadtgeschichte und Kalauer.
Durch Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 26. April 2023 wurde die Stadt Calau beauftragt, ein Tourismuskonzept in Auftrag zu geben. Auf die Ausschreibung wurden 21 Angebote abgegeben, den Zuschlag erhielten die Büros CIMA Beratung + Management GmbH und tourismus plan B GmbH als Bietergemeinschaft. Andreas Lorenz, Geschäftsführer von tourismus plan B, stellte den Abgeordneten und Gästen die wesentlichen Details des Konzepts vor: „Konkret identifiziert wurden prägnante Alleinstellungsmerkmale und Chancen für Calau und seine Ortsteile. Allen voran die Calauer Schweiz als naturnahes Herzstück für Wandern und aktive Erholung. Zudem definierten wir den ´Kalauer´ als einzigartigen Kommunikationsanker mit Augenzwinkern.“ Auch der kleinstädtische Charakter, die Ländlichkeit mit den lebendigen elf Ortsteilen und die günstige Lage zwischen Spreewald, Lausitzer Seenland und Bergbaufolgelandschaft wurden als vermarktungsfähige Merkmale definiert.
Das Konzept benennt acht touristische Handlungsfelder: Wandern, Rad, Natur + Wasser, Kultur + Events, Hotellerie, Gastronomie, Calauer Innenstadt und Calauer Ortsteile. Querschnittsthemen wie Mobilität, Digitalisierung, Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit ziehen sich durch alle Bereiche. Zu den priorisierten Leitprojekten gehören die Entwicklung der Wandererlebnisregion Calauer Schweiz, der Aufbau einer Radregion Calau mit thematischen Routen und E-Bike-Infrastruktur, die Etablierung von „LandKonzerte Calau“ als Kulturevent, die Aufwertung der Innenstadt sowie des Bahnhofs als Mobilitäts-Hub. Entwicklungspotenziale bestehen zudem in den Bereichen Unterkunft und Gastgewerbe. Durch gezielte Maßnahmen soll das Umfeld für potenzielle Investoren in diesem Bereich attraktiver gestaltet werden. Besonders im Camping und Caravaning werden, auch angesichts der hohen Nachfrage, große Chancen für eine weitere touristische Entwicklung gesehen.
Dem finalen Konzept ging ein mehrstufiger Beteiligungsprozess voraus, in den sowohl lokale Akteurinnen und Akteure als auch die Bevölkerung intensiv eingebunden waren. Im Oktober 2025 nahmen rund 300 Personen an einer umfangreichen Befragung für Einwohnerinnen, Einwohner und Gäste teil – sowohl analog als auch online und über eine Beteiligungsplattform. Ergänzend dazu wurden etwa 20 Fachgespräche geführt, eine ganztägige Ortsbegehung in der Stadt und den Ortsteilen durchgeführt sowie mehrere thematische Workshops mit der Arbeitsgruppe Tourismus Calau und weiteren Beteiligten veranstaltet.
Bürgermeister Marco Babenz bezeichnete das nun vorliegende Tourismuskonzept als „wichtigen Baustein für die künftige Entwicklung unserer Kommune“. Gleichzeitig unterstrich er, dass sich aufgrund der angespannten Haushaltslage nicht alles sofort umsetzen lässt. Aber: „In der Verwaltung laufen bereits Gespräche zur Umsetzung gemeinsamer Projekte mit Kooperationspartnern wie dem Naturpark Niederlausitzer Landrücken. Parallel dazu werden geeignete Fördermöglichkeiten geprüft, um die im Papier formulierten Ideen realisieren zu können. Wichtig ist dabei, dass künftige Maßnahmen nicht allein auf Gäste ausgerichtet sind. Vielmehr sollen touristische Angebote zugleich dazu beitragen, die Lebensqualität der Menschen vor Ort nachhaltig zu stärken.“
Das komplette Tourismuskonzept können Interessierte einsehen, wenn Sie den folgenden QR-Code scannen: