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Calauer Stadtnachrichten
Ausgabe 6/2026
Mitteilungen der Stadt Calau
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Bürgermeister und Wirtschaftsförderin auf kulinarischem Streifzug durch Calau

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums als Betreiber überreichte Bürgermeister Marco Babenz (li.) eine Urkunde an den Chef der Oase, Torsten Kliche.

Bei Sylvia Schwarzkopf im Eiscafé Napoleon durfte der Bürgermeister sogar in den Topf schauen. Es gab leckeren Hühner-Nudel-Eintopf.

Beim Rundgang durch die Gaststätte During durfte natürlich auch ein Blick in den Festsaal nicht fehlen. Von links: Wirtschaftsförderin Franziska Wölkerling, Silvio und Ilona Wolf sowie Bürgermeister Marco Babenz.

Es war eine Reise auf den Wegen des guten Geschmacks, die Bürgermeister Marco Babenz und Wirtschaftsförderin Franziska Wölkerling im April und Mai durch bekannte Calauer Gasthäuser führten. Das besuchte kulinarische Trio ist nicht nur seit vielen Jahrzehnten Garant für Geselligkeit und guten Geschmack. Es gab auch einiges Neues zu entdecken und zu erfahren.

Zur Oase

 

 

Startschuss für den kulinarischen Streifzug durch Calau war die Gaststätte „Zur Oase“ am Funkturm. Wie eine echte Oase in der Wüste ist sie für viele Menschen ein Ort der Begegnung, der Gemütlichkeit und des Zusammenkommens. Und das bereits seit 25 Jahren. Aus diesem Anlass war Bürgermeister Marco Babenz nicht mit leeren Händen gekommen und überreichte im Namen der Stadt Calau ein Präsent sowie ein Glückwunschschreiben. "Ohne ihren Hinweis hätte ich dieses Jubiläum ehrlicherweise gar nicht auf dem Schirm gehabt“, gestand der dankbare Inhaber des Hauses, Torsten Kliche. Vielleicht weil die kulinarischen Wurzeln der Gaststätte noch einige Jahre weiter zurückreichen: „Meine Mutter Christa Kliche eröffnete das Haus am heutigen Standort bereits im Jahr 1993 und war zuvor seit den 70er-Jahren mit einer Gaststätte in Muckwar tätig. Ich habe das Geschäft im Jahre 2001, eben vor 25 Jahren, von ihr übernommen.“

An der gastronomischen Ausrichtung der Oase hat sich seit dieser Zeit nichts geändert – und das hat vor allem mit dem Geschmack der Gäste zu tun. „Hausmannskost spielt eine große Rolle und so konzentrieren wir uns bis heute auf die Klassiker, die früher schon gut angenommen wurden.“ Eine Besonderheit und zugleich der Renner auf der Speisekarte – damals wie heute – ist die „Funkturmplatte“. Der Chef berichtet schmunzelnd: „Hier gibt es die kulinarische Vollversorgung. Neben Steak, Schnitzel und Hähnchenschnitte runden Salat, Gemüse und diverse Beilagen die Platte ab.“ Aber auch andere Klassiker der bodenständigen Küche, etwa das Steak au Four oder ein Bauernfrühstück, werden von den Gästen gern gewählt. Größte Gaumenfreude, nicht nur für Kinder, ist jedoch das hausgemachte Softeis der Oase. Dafür steht man in den Sommermonaten gerne schonmal eine Weile an. Und auch hier gibt es eine Besonderheit, wie Torsten Kliche weiß: „Unsere Eismaschine ist älter als unsere Gaststätte. Die haben wir schon kurz nach der Wende in Betrieb genommen und sie zaubert bis heute leckere Sorten für jeden Geschmack.“ Neben den klassischen Softeis-Varianten Schoko-Vanille gibt es fruchtige Besonderheiten, etwa Apfel, Rhabarber oder Mango. Sowohl im täglichen Betrieb als auch bei den zahlreichen Feierlichkeiten, die in der Gaststätte oder außer Haus im Rahmen von Caterings stattfinden, kann sich der Küchenchef der Oase jederzeit auf die tatkräftige Hilfe seiner Frau Petra sowie seiner Schwester Mandy verlassen. „Ohne die beiden wäre das alles nicht so möglich. Daher, auch anlässlich des Jubiläums, mein herzlicher Dank an die beiden für die jahrelange Unterstützung.“

Eiscafé Napoleon

 

 

Die jüngsten Stammgäste von Sylvia Schwarzkopf haben den kürzesten Weg. „Jeden Tag bekoche ich etwa 15 Kinder der Grund- und Oberschule im Rahmen der Mittagsversorgung.“ Dabei setzt die Inhaberin vom Eiscafé Napoleon neben frischen und selbst zubereiteten Gerichten vor allem auch auf die Wünsche ihrer jungen Gäste. Schmunzelnd meint sie: „Pellkartoffeln und Quark könnte ich eigentlich täglich servieren. Aber auch Fischstäbchen oder Hackepeterbrötchen – mit ganz vielen Zwiebeln – kommen gut an. Man kann sagen, dass es die Schüler klassisch mögen.“ Klassische Hausmannskost ist auch sonst das Rezept des vor 35 Jahren als Eiscafé eröffneten kulinarischen Kleinods an der gleichnamigen Napoleon-Eiche. Die Inhaberin erinnert sich: „Schon während meiner Ausbildung zur Bäckerin und Konditorin habe ich davon geträumt, ein Café zu eröffnen. Im Jahre 1991, genauer am 1. Mai, habe ich mir dann diesen Traum erfüllt.“ Die während ihrer Ausbildung entwickelte Leidenschaft zum Backen ist seit dem Eröffnungstag Hauptbestandteil ihres gastronomischen Konzepts. Blechkuchen wie Mohn, Puddingstreusel oder Bienenstich sind bis heute wahre Renner und sogar Bestandteil einer ganz besonderen Calauer Geschäftsbeziehung. „Ich habe ja gemeinsam mit Ralf Rietze von der gleichnamigen Bäckerei den Facharbeiter Konditor absolviert und die Verbindung besteht bis heute. Ich nutze auch heute noch dessen größere Öfen, um meine Tortenböden bei ihm zu backen.“ Zu festen Terminen bietet sie diesen in ihrem Café an. Aber auch bei den vielen Familienfeiern, für die das gemütliche Lokal seit mittlerweile 35 Jahren beliebter Anlaufpunkt ist, ist der Kuchen oft Hauptdarsteller. Aber eben nicht nur: „Natürlich kommen bei den Buffets auch herzhafte Gerichte auf den Tisch. Besonderheiten wie heimischer Spargel oder Wild, direkt von meinem Jäger, sind dabei besonders beliebt.“

Wer nun Appetit bekommen hat, sollte sich den 8. August vormerken. Dann lädt das Eiscafé Napoleon zum traditionellen Hoffest ein. Im Innenhof gibt es dabei Leckereien vom Grill, Soljanka, Gulaschsuppe, Kaffee & Kuchen, kalte Getränke und manches mehr. Außerdem kann man bei Händlern etwas Stöbern und es gibt Musik. Sylvia Schwarzkopf betont, dass sie dieses Event nicht ohne Hilfe stemmen kann: „Daher bin ich besonders dankbar, dass mich meine Familie und Freunde an diesem Tag unterstützen.“

Gaststätte During

 

 

Den Abschluss der Besuche in den Calauer Gastronomiebetrieben bildete am 19. Mai die Stippvisite von Bürgermeister und Wirtschaftsförderin in der Gaststätte During in Altnau. Das traditionsreiche Gasthaus wird seit dem 1. Oktober 1991 von Ilona und Silvio Wolf geführt, die den Familienbetrieb damals von ihren Eltern übernommen haben. Obwohl viele Details heute nicht bekannt sind, geht die Geschichte des traditionsreichen Hauses noch viel weiter zurück wie die Betreiber berichten: „Bei Sanierungsarbeiten am Parkett wurden Baupläne aus dem Jahr 1926 entdeckt. Dabei handelt es sich um die ältesten dokumentierten Unterlagen, die bislang vorliegen. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass das Gebäude beziehungsweise der Betrieb bereits früher existierte: So soll es ein Foto aus der Zeit um 1914 geben, auf welchem Kinder zu sehen sind. Zudem wird berichtet, dass damals bereits Plinse angeboten wurden.“

In ihren Anfangszeiten als Gastronomen, so kurz nach der Wende, war laut Familie Wolf häufig ein Kraftakt, sich über Wasser zu halten. Doch mit Ideen und Durchhaltevermögen hält man sich bis heute am Markt. Silvio Wolf erinnert sich: „Rückblickend waren gerade die Jahre nach der Wende sehr anstrengend. Zwischendurch haben wir im Saal sogar Teppiche verkauft. Später haben wir diesen dann komplett umgebaut, für damalige Zeiten modern gestaltet und Billard und Darts angeboten." Mittlerweile ist der Saal wieder im Ursprungszustand und seit jeher beliebter Treffpunkt. Neben privaten Feierlichkeiten vor allem bei Calauer Vereinen. „Neben dem Calauer Carnevals Club finden bei uns auch regelmäßig die Aufführungen vom Amateurtheater statt. Auch die Schützengilde feiert hier gerne“, berichtet Silvio Wolf. Seine Frau Ilona, von Stammgästen liebevoll Loni genannt, ist für das kulinarische Wohl der Gäste zuständig. Als gelernte Köchin, einst im Hotel Lausitz in Cottbus, für sie eine Kleinigkeit: „Regelmäßig werden Buffets gefertigt, die wir je nach Wunsch auch außer Haus liefern. Am beliebtesten bei unseren Gästen ist Frikassee. Aber auch Zunge wird sehr gerne gewünscht.“

Das Gasthaus selbst ist heute vor allem beliebter Treffpunkt in Altnau – zum Bier trinken, Fußball schauen und zum gepflegten Austausch. „Zwar hat auch das in den Jahren etwas abgenommen aber unsere Stammgäste sind nach wie vor dabei. Für uns ein schönes Zeichen und Motivation zugleich, so lange es geht das Gasthaus im Herzen von Altnau zu erhalten.“

Text: Jan Hornhauer, Stadt Calau