Helmut Jentsch, geb. am 31.07.1932, gest. am 04.05.2026.
Helmut Jentsch im Jahre 2007 n der Landstraße zwischen Buckow und Zinnitz, wo er erstmals auf die sich ausbreitende Gefahr der Allergie auslösenden Ambrosia aufmerksam machte.
Mit tiefer Trauer haben zahlreiche Menschen unserer Region den Tod von Helmut Jentsch zur Kenntnis genommen. Die zuletzt im Calauer Ortsteil Zinnitz lebende Persönlichkeit verstarb am 4. Mai im stolzen Alter von 93 Jahren. Aufgrund seines anhaltenden und intensiven gesellschaftlichen Engagements wird er vielen Menschen für ewig in Erinnerung bleiben.
Helmut Jentsch erblickte am 31. Juli 1932 in Benau bei Sorau/Lausitz das Licht der Welt. Im Juni 1945 erreichte er mit Familienangehörigen nach Flucht und Vertreibung seine neue Heimatstadt Calau. Dort besuchte er von 1945 bis 1951 die Schule und später die Oberschule. Schon damals fielen seine Hingabe und sein Streben auf, die darin mündeten, dass er ab 1.September 1951 an der Schule im benachbarten Missen eine Tätigkeit als Grundschullehrer aufnahm – und das ohne vorherige Ausbildung. Helmut Jentsch unterrichtete in den Fächern Deutsch, Mathematik, Biologie, Physik, Chemie, Sport und Musik und drückte ab 1952 selbst noch einmal die Schulbank. Ein Fernstudium im Lehramt Chemie in Cottbus und Potsdam schloss er 1955 ab. Zwischenzeitlich in Bolschwitz lebend, zog er mit seiner Ehefrau Helga und den gemeinsamen drei Kindern 1957 in das Lehrerhaus nach Missen, wo er viele Jahre als Direktor tätig war.
Ab 1980 bewährte sich Helmut Jentsch vorerst stundenweise in der „Station Junger Touristen“ in Lübbenau und zog wenige Jahre später in die Spreewaldstadt. Die Leidenschaft für die Lagunenlandschaft und seine Flora rissen nie ab. Bis zu seinem Eintritt ins Rentenalter wirkte der Naturliebhaber im Biosphärenreservat Spreewald als Botaniker an der Erarbeitung der Pflege- und Entwicklungsplanung des Spreewaldes. Mit weiteren Weggefährten fasste er die gesammelten Ergebnisse zusammen, die in die Herausgabe des Fachbuches „Flora des Spreewaldes“ mündeten. Abhandlungen über Mühlen und Weinberge der Region, das Ausarbeiten mehrerer Dorfchroniken belegen bis heute das Begabung als Autor und Chronist.
Helmut Jentsch spielte mehrere Musikinstrumente und trieb als passionierter Kreiswanderwegemeister entscheidend die Entwicklung des Wanderwegenetzes im Kreis Calau voran. 1974 war er Mitbegründer des Biologischen Arbeitskreises Calau und 1990 Gründungsmitglied des NABU Regionalverbandes Calau. Als ehrenamtlicher Naturschutzhelfer und Betreuer von Schutzgebieten und Objekten hatte er einen großen Anteil an der Unterschutzstellung von Naturdenkmalen im Landkreis OSL. 2005 ist ihm der Umweltpreis des Landes Brandenburg verliehen worden. Kurz danach erfolgte die Aufnahme in den Ehrenbeirat bei der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises OSL.