Aus dem Fotoarchiv der Familie Pech stammt diese Aufnahme vom Festumzug der Handwerker. Hier ist die Villa Hildebrandt noch besser zu erkennen als auf unserem Suchfoto.
Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde unseres traditionellen Bilderrätsels! Zwischen dem Erscheinungstag der Dezember-CBZ am 12.12. und dem Einsendeschluss für die Lösungen am 28.12. war nun wahrlich wenig Zeit und doch haben uns immerhin 114 Antwort-Briefe oder Karten erreicht. Vielen herzlichen Dank für Ihre Teilnahme!
Wie in den vielen Jahren zuvor hat unser Bilderrätsel wieder für zahlreiche Diskussionen im Bekannten- und Verwandtenkreis gesorgt – und das war und ist gut so! Denn genau das ist es, was das Rätsel bewirken soll. Es entsteht Gesprächsstoff bei Treffen mit Freunden und Nachbarn sowie den Familienfeierlichkeiten über die Tage im Advent und zu den Festtagen. Da wurden bestimmt auch wieder Erinnerungen wach, an Ereignisse, an Menschen die uns längst verlassen haben, eine freudige und traurige Anlässe. Nochmals vielen Dank für Ihre Begeisterung für unser Bilderrätsel, auch wenn Sie uns Ihre Lösung nicht geschickt haben!
Jetzt aber zur Auflösung. Die 12 alten Fotos waren dieses Mal keine unknackbaren Nüsse. Die allermeisten Zuschriften lagen vollkommen richtig! Übrigens: Wenn Sie alte private Aufnahmen von Cunewalde haben, senden Sie sie bitte entweder an die Ortschronik oder die CBZ bei der Gemeindeverwaltung Cunewalde, um sie für die Nachwelt zu erhalten!
Herzlichen Dank!
Unser historisches Foto zeigte die Familie und Belegschaft der Bleicherei an der Neudorfstraße. In der „Bleeche“ wurden Stoffe gebleicht und gegenüber im Bleichteich gespült. Das belastete Wasser des Bleichteiches gelangte über das Überlaufbauwerk zum extra angelegten kleinen Teich, dem „Klärchen“, wo es geklärt werden sollte. Eine wirksame Reinigung und Klärung kann das aber nicht gewesen sein!
Die Umgebindehausdichte in Cunewalde war früher viel höher. Im Ortsteil Klipphausen waren ursprünglich alle Häuser in diesem Baustil errichtet worden. Erst vor etwa 100 Jahren kamen Gebäude hinzu, die mit Mauerziegeln gebaut wurden.
Das war keine große Hürde. Wir stehen am Teichmühlteich mit Blick über das Gewässer Richtung Czorneboh. An der jetzigen Czornebohstraße stehen zwei Gebäude, zu erkennen ist auch das alte Schützenhaus und das Gebäude der ehemaligen Ziegelei, die der Ausgangspunkt für das spätere Betonwerk Schuster war.
Dieses Foto hat für Erklärungsbedarf gesorgt. Entgegen der Annahme, dass die Herrn im Auto wohl nichts mit dem Schild „Bäckerhandwerk“ zu tun haben dürften, ist nachweislich festzuhalten, dass im Auto mit Max Pech als Fahrer im Rechtslenker und Hermann Zeißig auf dem Beifahrersitz zwei seinerzeitige Bäckermeister sitzen. Sie nehmen an einem Umzug zum „Tag des Handwerks“ im Jahre 1931 oder 1932 teil. Es ist anzunehmen, dass auch die Männer auf der Rückbank Bäcker aus der Zunft im Cunewalder Tal sind. Jetzt aber zum Ort des Geschehens. Der Festzug passierte gerade die Villa Hildebrandt, später Zahnarzt Seela, am jetzigen Gemeinde- und Bürgerzentrum.
Auch dieses Foto war kein Problem für unsere Mitspieler! Natürlich sind wir an der “Blauen Kugel“, rechts hinten das HO-Lebensmittelgeschäft. Auf dem jetzigen Parkplatz stand ein kleines Wohnhaus, das abgerissen wurde. Ob die damaligen Besitzer zum Verlassen genötigt worden waren, ist nicht bekannt.
Richtig erkannt: Die Heizlok wurde im Herbst 1970 herangekarrt, um provisorisch die Heizung für die Produktionsanlagen der Firma Kalauch & Co. sowie für das Gemeindeamt mit das FFW-Gerätehaus abzusichern. Die stationäre Heizungsanlage musste umgebaut werden, erst im Juni 1973 konnte der neue Heizungskessel in Betrieb gehen und das für viel Dreck, Unmut und Aufwand sorgende Provisorium Heizlok wieder rückgebaut und abtransportiert werden. Wo auf dem Foto die Heizlok steht befindet sich jetzt der Parkplatz am Hotel „Alter Weber“.
Dieses Foto wirft einige Fragen auf. Mit Fahnen, teilweise uniformiert und mit einer Demo zum Erntefest 1950 – mit dem kirchlichen Erntedank hatte das wohl nur wenig zu tun. Oder? Leider gibt es dazu keine näheren Überlieferungen. Fakt ist: Der Ernteabschluss wurde gefeiert. Der Demonstrationszug befindet sich auf Höhe der Buchbinderei und Kartonagenfabrik im Mitteldorf.
Ganz klar! Bild Nummer 8 entstand auf dem Weinberg mit Blick auf das alte Schulgebäude der Heinrich-Heine-Schule. Damals war die Anhöhe nur mit niederem Strauchwerk und wenigen Eichen und Linden bewachsen, so dass man von hier aus einen guten Blick ins weite Rund des Cunewalder Tales hatte.
Mit dieser Aufnahme hatten einige Rätselfreunde doch ihre liebe Mühe und Not. Wir sehen die ehemalige Mittelschmiede unweit der „Scharfen Ecke“, über Generationen als Familienbetrieb Jeschke geführt. Das alte Foto stammt mit ziemlicher Sicherheit aus dem Jahre 1915/16 und zeigt Ernst und Ernestine Jeschke, Sohn Walther, der spätere Inhaber, seine Brüder Oswald und Martin sowie Anna Hofmann. Das Gebäude wurde 1936 aufgestockt. Walter Jeschke führte die Schmiede bis 1980. Im Jahre 1965 wurde die Werkhalle an der Schmiedegasse gebaut. Reinhard Jeschke führte den Betrieb von 1981 bis 2001. Seitdem befindet sich der Metallbaubetrieb unter Führung von Uwe Jeschke – und auch die Nachfolge ist mit Sohn Robert auf gutem Wege.
Wenn man überlegt, wo das Ziel des Marsches der Freiwilligen Feuerwehr wohl gewesen sein mag, konnte man schnell zur Lösung kommen: Der alte Schützenplatz. Und der befand sich bekanntlich auf dem heutigen Gelände der Firma Betonwerk Schuster. Auf dem historischen Foto von circa 1960 ist hinten rechts noch die ehemalige Appreturanstalt zu erkennen, dazwischen liegen freie Flächen und der Teichmühlteich.
Der abgebildete Gebäudekomplex hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich, die es lohnt, einmal näher betrachtet zu werden. Mühle, Gastwirtschaft mit Saalbetrieb und natürlich auch Wohnhaus. Im Cunewalder Tal wusste jeder von der Lokalität – das „Goldene Schiff“ an der Hauptstraße. Übrigens: Der Wasserzulauf für den Betrieb der Mühle kam aus Richtung Kalter Bonn/ Schwarzer Winkel. Etwa ab dem jetzigen Erlebnisbad führte ein Mühlgraben entlang des Hoppeberghanges bis auf Höhe „Goldenes Schiff“ wo er die Straße unterquerte und das Mühlrad speiste. Von oberhalb des „Goldenen Schiffs“ bestand auf der westlichen Seite der Dorfbach ein weiterer Mühlgraben, der lieferte das Wasser für die Steinmühle an der Handwerkergasse, bzw. dem Erlenweg.
Hier suchten wir den Ort an dem fünf Busse auf ihre Insassen warteten. Wir sind am heutigen Gemeinde- und Bürgerzentrum. Dominant zu sehen ist ein Lager- und Produktionsgebäude der ehemaligen Weberei. Rechts im Gebüsch die Villa Hildebrandt, beide wurden im Zuge der umfangreichen Umbauarbeiten 2006/ 2007 abgerissen. Die Schäden an der Substanz hatten über Jahrzehnte so stark zugenommen, dass es keine Alternative gegeben hatte.