Rückseite des Stop-Schildes direkt an der Dorfkirche.
Ballfangzaun - Herstellungskosten Gesamtanlage Kunstrasenplatz 2013: 700.000,00 Euro, teils kreditfinanziert!
Viele unter uns sind Fußballfans, aber nun einmal nicht jeder Bürger.
Außerdem haben logischerweise Fußballfans je nach Region auch unterschiedliche Lieblingsvereine.
Aber muss man diese Liebe wirklich an jedem Lampenmasten oder Verkehrsschild deutlich anbringen?
Die aktuelle Flut an Aufklebern, die selbst vor Friedhofstoren, Verkehrsschildern und Lampen an Deutschlands größter Dorfkirche keinen Bogen macht, ist ziemlich offensichtlich aus Cunewalde heraus kreiert worden, denn die Cunewalder Kirche und ein benachbartes Umgebindehaus müssen für diese sehr zweifelhafte Fankultur herhalten!
Bei allem Verständnis – viele Bürger nennen zurecht so etwas geschmacklos!
Der Bürgermeister hat dies zum Anlass genommen, sich, natürlich nach Absprache mit den Schulleitungen, mit einem offenen Elternbrief an die Eltern zu wenden.
Denkt man an seine eigene Schulzeit zurück, dann wird erfahrungsgemäß nicht jeder dieser Elternbriefe vom eigenen Kind zu Hause abgegeben, deshalb drucken wir den Elternbrief an dieser Stelle auch in der CBZ in seiner Komplettfassung ab und bitten um ihre Mithilfe.
Sehr geehrte Eltern,
bitte entschuldigen Sie, dass ich mich als Bürgermeister unserer wunderschönen Talgemeinde Cunewalde heute in etwas unüblicher Form an Sie wende - aber wir benötigen auch in Ihrem Interesse als Steuerzahler Ihre Unterstützung.
Nachdem wir in den vergangen Jahren die sprichwörtliche Flut an Aufklebern verschiedenster Art, in unserer Region zum weit überwiegenden Teil mit dem Logo eines regionalen Fußballvereines zumindest eindämmen konnten, war in den letzten Monaten ein erneutes erhebliches Ansteigen dieser Flut zu verzeichnen.
Es geht einher auch mit Schmierereien mit Edding-Stiften oder Teerfarben auf Bänken, Buswartehallen und Geländern, aber auch auf baulichen Einrichtungen in unserer Gemeinde, wie unserem so attraktiven Erlebnisbad.
Bisher ist es mir aufgrund vieler Gespräche auch persönlich gelungen, einzelne Verursacher ausfindig zu machen. Vielfach ist es aber leider auch so, dass auch zahlreiche Eltern und „Fans“ das Bekleben mit Aufklebern als Kavaliersdelikte abhandeln, für die man als „Fan“ ja auch Verständnis haben müsse. Vereinzelt wird mir hierbei auch mitgeteilt, dass für das Entfernen die Mitarbeiter des Bauhofes zuständig wären.
Deshalb möchte ich hier nochmals eines feststellen:
Auf die gleichzeitige Verwendung der Kirche auf offensichtlich vor Ort neu kreierten Fußballaufklebern und dazu noch unmittelbar an der Kirche und am Friedhof werden wohl nicht nur Besucher Deutschlands größter Dorfkirche verzichten können - so etwas ist ganz einfach geschmacklos!
Mal ehrlich:
Wer von uns - egal ob Jugendlicher, Erwachsener oder auch im Rentenalter - setzt sich gern auf eine beschmierte Parkbank und wer von uns verziert sein eigenes Haus, seine Haustür oder seine Zimmertür flächendeckend mit Aufklebern!
Deshalb habe ich an Sie auch die eindringliche Bitte:
Bitte kontrollieren Sie einmal mehr die Ranzen und Taschen Ihrer Kinder und fragen Sie beim Auffinden von Aufklebern nach deren beabsichtigter Verwendung und Herkunft.
Cunewalde ist staatlich anerkannter Erholungsort und hält eine Vielzahl freiwilliger Leistungen vor, die den Steuerzahler viel Geld kosten und wir würden die Kosten für das Beseitigen derartiger Schandflecke lieber in Bildungsprojekte, den Erhalt von Sportstätten und für weniger steigende Kita-Gebühren verwenden! Helfen Sie uns bitte dabei!
Ein altes Sprichwort lautet: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“
Deshalb bitte ich Sie herzlichst um Ihre Unterstützung und gern auch um vertrauliche Hinweise.
Leider vertritt immer noch mancher Erwachsene oder Elternteil die Auffassung, dies seien alles Bagatelldelikte – dies sind sie nicht! Das Aufkleben ist ganz einfach Sachbeschädigung und zum Teil auch eine Verkehrsgefährdung. Für die Beseitigung der Aufkleber, die vielfach kaum oder nur erschwert möglich ist, entstehen dem Bauhof viele zusätzliche Arbeitsstunden im Jahr, die wie bei einer Handwerkerrechnung mit ca. 45 Euro pro Stunde zu Buche schlagen, also dem Steuerzahler Geld kosten.
Eigentlich würden wir dieses Geld und diese Bauhofleistungen an anderer Stelle viel dringender benötigen!