Ethel Scheffler und Sylke Tannhäuser lasen am 19. August im vollbesetzten Großen Saal des Dahlener Schlosses aus ihrem Buch „So isser, dor Sachse!“. Ja, so isser – das konnte das Dahlener Publikum nur bestätigen. Schließlich sind beide waschechte Sächsinnen und kennen sich bestens mit den kleinen und großen Befindlichkeiten der Sachsen aus.
Der Sachse ist gemütlich, sensibel, reist gern und ist dennoch sehr heimatverbunden. All das spiegelt sich in den Geschichten der Autorinnen wider: „Das Messemännel muss mid“, „Zuviel is zuviel“, „Ooch wenn Lüchn gurze Beene ham“ oder „Waschen föhn, lechn“ – Geschichten, in denen wir uns wiedererkennen und über uns selbst lachen können.
Doch die Autorinnen machten auch darauf aufmerksam, dass das Sächsische zunehmend aus dem Alltag verschwindet. Viele Kinder und Enkelkinder sprechen hochdeutsch und möchten nicht wegen ihres Dialekts belächelt werden. Dabei ist der sächsische Dialekt ein wichtiges Kulturgut. Sylke Tannhäuser erinnerte daran, dass seit 2008 jedes Jahr von der Ilse-Bähnert-Stiftung das sächsische Wort des Jahres gewählt wird. 2016 war es „diggschn“ für „eingeschnappt sein“, 2019 „Bemme“ für eine belegte Brotscheibe und 2025 „Rabusche“ für einen Zustand des Durcheinanders.
Es war eine tolle Lesung mit regem Zuspruch und großem Interesse – nicht nur von den Dahlenerinnen und Dahlenern.