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Mitteilungsblatt der Region Delitzsch
Ausgabe 6/2020
Vereine
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Schenkenberger Landfrauen e. V.

Die kunstvoll gestaltete Fassade am Malerstübchen erstrahlt schon von Weitem im Delitzscher Ortsteil Rödgen

Der momentan große Renner sind die "Baby-Kisten"

Ines Hoffmann bei ihrer Arbeit an der Staffelei - Naturmotive liebt sie besonders

In ihrer Ausstellung hängen vier große Frauenproträts, die vier Jahreszeiten. Hier die Künstlerin mit dem Motiv "Frühling"

Die Fassade an der Umspannstation am Delitzscher Krankenhaus zeigt die frühere medizinische Versorgung

Ein kleiner Pirat ziert die Außenwand an der Delitzscher Kindereinrichtung "Piratennest"

Von weitem betrachtet könnte der Hund im Fenster an einem Gebäude in der Delitzscher Altstadt fast echt sein. Bei näherem Hinschauen erkennt man den Beagle als Malerei (ein so genanntes "Scheinfenster")

„Weißt du wie die Maler malen? - Hast du je einen geseh`n?“

Im Lied „Engel fliegen einsam“ von der österreichischen Pop-Rock-Sängerin Christina Stürmer ist folgende Textpassage enthalten - „Weißt du wie die Maler malen? Hast du je einen geseh`n? Maler malen einsam.“

Die seit 1996 freischaffende Kunstmalerin Ines Hoffmann gehörte vor neun Jahren mit zu den Gründungsmitgliedern des Ortsvereins der Schenkenberger Landfrauen.

Hier findet die lebensfrohe, kontaktfreudige Künstlerin einen passenden Ausgleich zu ihrer oft „einsamen“ beruflichen Tätigkeit und sie bringt sich mit ihren kreativen Ideen in viele Projekte engagiert ein. Kürzlich besuchte ich die sympathische 51-Jährige im Delitzscher Ortsteil Rödgen. Bereits von weitem erstrahlt die farbenfreudige gestaltete Fassade ihres Malerstübchens. Dort arbeitet sie in einer alten umgebauten Scheune, in der sich das Atelier und eine kleine Ausstellung von Einzelwerken befinden. „Mein künstlerisches Hauptschaffen sind die Fassaden- und Wandmalerei. Menschen geben mir dabei ihre eigenen Vorstellungen und ich drücke den Fassaden ein Gesicht auf und hauche den Ideen meiner Kunden Leben ein. Dadurch werden graue Ecken besonders verschönert und es weckt die Aufmerksamkeit des Betrachters und erfreut ihn. Die Anfertigung von Einzelwerken, wie Ölbild und Radierung oder die kunstvolle Bemalung von Möbeln, Milchkannen und anderen Gegenständen bereiten mir ebenfalls viel Freude. Auf Wunsch male ich auch Porträts.

Diese ganz besonderen Bilder bringen die Individualität eines Menschen ausgezeichnet zum Ausdruck und sie haben nicht zuletzt für den Besitzer einen hohen ideellen Wert,“ betonte sie. „Das große Interesse und das Talent zum Malen hatte ich bereits von klein auf. Seit der 6. Klasse war ich in der Arbeitsgemeinschaft „Junge Künstler“ im damaligen Delitzscher „Haus der Jungen Talente“ tätig. Der Kunsterzieher Gerhard Nowack war der Leiter. Er hat mir die gesamten Techniken im breiten Spektrum der Malerei beigebracht und mich intensiv gefördert. Ihm habe ich sehr viel zu verdanken“, ergänzte Ines Hoffmann.

Zurzeit sind wunderschön bemalte Baby-Kisten der große Renner. Mit einem kleinen Text hat die Künstlerin den Zweck beschrieben. „Baby- Kiste werde ich genannt, der Inhalt ist nur dir (Name des Kindes mit Geburtsdatum) bekannt. Wir gehen gemeinsam durch die Zeit, für die schönen Sachen stehe ich bereit. Persönliche Dinge: Eine Locke, ein Händeabdruck, der erste Zahn, vielleicht eine kleine Socke … alles wird hier hinein getan“ (Auszug). „Künstler zu sein, bedeutet, an das Leben zu glauben“, so der englische Zeichner und Bildhauer Henry Moore. In allen Werken der Delitzscher Malerin wird dieser Gedanke sichtbar. Übrigens Interessierte können gern bei ihr vorbeischauen. Kontakt: Am Rödgener Anger 16/Tel.: 034202 59830

Text und Fotos Jutta Paul