Steffen Fischer „ARENA“
Seit mittlerweile 25 Jahren begrüßen wir im sanierten und rekonstruierten Turmschlösschen Schöne Höhe zahlreiche Tagestouristen, Wanderer und Freunde der schönen Künste. Die Gemeinde nutzt seit Mai 2001 den prachtvollen Freskensaal als Raum für Eheschließungen. Im 2. Obergeschoss entstand kurz nach Wiedereröffnung aus der ehemaligen Ferienwohnung ein sehenswerter Ausstellungsraum, in dem wir jährlich 2 Ausstellungen den Besuchern präsentieren.
Schauen wir aus Anlass des kleinen Jubiläums deshalb kurz zurück:
Das Belvedere (der „Schöne Blick“) ist eine Gedenkstätte für den von Johann Gottlob von Quandt verehrten deutschen Nationaldichter Johann Wolfgang von Goethe. Die Ideen Quandts zur ersten Goethedenkstätte- übrigens noch zu Lebzeiten Goethes begonnen- setzte der Dresdner Professor für Baukunst Joseph Thürmer in den Jahren 1830-1833 um. Erbaut wurde der Turm vom Schandauer Amtsmaurermeister Herbert. Den späteren Freskensaal gestaltetet Carl Gottlieb Peschel in den Jahren 1835-1838 nach Motiven von Goethedichtungen und den Vorstellungen Quandts. Da Joseph Thürmer noch vor Vollendung der Bauarbeiten am und im Turm verstarb, setzte sein Nachfolger im Amt, Gottfried Semper, die Pläne weiter um. So gehen die Holzkassettendecke und die Ornamentik im Saal auf den jungen Gottfried Semper zurück.
Quandt nutzte in den folgenden Jahren Turm und Freskensaal als sein Refugium, um „seinem Dichterfürsten“ nahe zu sein, um zu lesen, zu studieren und zu philosophieren.
Bereits zu Quandts Lebzeiten bot der Turm Besuchern Gelegenheit, die 87 Stufen bis zur Turmaussicht zu ersteigen und auf einer Höhe von 348m üN0 den phantastischen Rundblick zu genießen.
Nach Quandts Tod am 19. Juni 1859 und dem nachfolgenden Konkurs über seinen Nachlass gelangte der Turm durch wechselnde Schlossbesitzer in verschiedene Hände. 1883 erwarb der Glauchauer Textilfabrikant Leuschner die Besitzungen und damit auch den Tum. Nach dessen Tod im Jahre 1925 erwarb die Stadt Dresden von dessen Erbin das Rittergut und Schönhöhe. Mehrer Pächter der Gaststätte nutzten den Turm in den folgenden Jahren für ihre Zwecke. Nach dem Krieg wurde der Turm Umsiedlerunterkunft, Ferienlager und später Betriebsferienheim, zuletzt VEB Wärmekeramik Berlin. Da bis dato keinerlei finanzielle Mittel in die Erhaltung des Turmes gesteckt wurden, verfiel dieser zusehens.
1974 musste auch der Turmaufstieg gesperrt werden.
Als 1987 der 200. Geburtstag Quandts begangen werden sollte, besann man sich wieder auf das kunsthistorische und touristische Kleinod. Es waren vor allem den Initiativen von Dr. Bernd Heinrich und seinem Schwiegervater Eberhardt Schneider (Tischlermeister i.R.- Dittersbach) zu danken, dass 1987 die Eichentreppe im Turm erneuert wurde und ein Aufstieg zur Aussichtsplattform wieder möglich wurde. Dass zum 200. Geburtstag Quandts eine umfangreiche Gedenkschrift entstand, die in „straffen sozialistische Zeiten“ einen „Rittergutsbesitzer“ und damit feudalen Kunstmäzen würdigen durfte, gehört wohl zu den journalistischen Meisterleistungen der damaligen Zeit. Die Festbroschüre existiert noch heute in großer 2. Auflage und kann im Belvedere erworben werden.
Da sich der Turm noch immer in Dresdner Eigentum befand, entschied die Gemeinde Dürrröhrsdorf-Dittersbach 1997 das Turmgrundstück zu erwerben.
Ein Jahr später, 1998, hatte die Gemeinde damit die Möglichkeit, Fördermittel für eine Rekonstruktion und grundhafte Sanierung zu stellen. Der 1996 gegründete Quandtverein unter Leitung von Helga Luzenz (ab 2004 Peter Große) unterstützte die Gemeinde dabei maßgeblich. Die Finanzierung der Vorhaben erfolgte mit großzügiger Unterstützung verschiedener Fördermittelgeber.
So wurden rund 60.000 DM an Eigenleistungen erbracht. 200.000 DM Fördermittel des Freistaates Sachsen, Spenden der Sparkassenstiftung und der Sparkasse (damals (Freital/Pirna) in Höhe von 100.000DM, sowie 50.000DM der Stiftung Denkmalsschutz und 7.000DM des Quandtvereins selbst flossen in die Finanzierung ein.
Nach dem Abschluss der Arbeiten am und im Turm wurde am 4. Mai 2001 der Turm feierlich eingeweiht und der Öffentlichkeit übergeben.
Da sich dieses Ereignis in diesem Jahr zum 25.Mal jährt wollen wir mit einer besonderen Veranstaltung auf dieses Jubiläum aufmerksam machen.
Mattthias Henneberg und Marlies Jacob gestalten das musikalische Rahmenprogramm.
Prof. Henneberg schloss 1982 sein Studium mit dem Diplom als Solist und Gesangspädagoge ab. Im gleichen Jahr begann seine künstlerische Arbeit an der Sächsischen Staatsoper (Semperoper) in Dresden, zunächst im Opernstudio, seit 1985 als Mitglied des Solistenensembles. An der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden unterrichtete er von 1985 bis 1990 und seit 2010 im Lehrauftrag Hauptfach Gesang. Im Juni 2009 wurde ihm der Titel »Kammersänger« in Dresden verliehen. Im September 2011 erfolgte die Berufung zum Professor im Hauptfach Gesang. Seit 2024 ist KS Matthias Henneberg Ehrenmitglied der Sächsischen Staatsoper.
Prof. Marlies Jacob begann bereits im Alter von 8 Jahren mit Klavierunterricht. Ihr Diplom als Pianistin erwarb sie an der Dresdner Hochschule »Carl Maria von Weber« und ergänzte ihre Ausbildung in Meisterkursen bei Amadeus Webersinke. Konzerte als Solistin und Begleiterin führten sie in mehrere europäische Länder, sehr gern tritt sie auch in ihrer Heimatstadt Dresden, so z. B. zur Kammermusik der Sächsischen Staatskapelle in der Semperoper auf.
Seit Oktober 2001 unterrichtet Marlies Jacob als Professorin an der Dresdner Hochschule für Musik. Dort wurde ihr von 2007 bis 2016 das Amt der künstlerischen Direktorin am Sächsischen Landesgymnasium für Musik anvertraut.
Gleichzeitig öffnet im Obergeschoss des Belvederes die diesjährige 2. Ausstellung der Saison.
Sie wird präsentiert und gestaltet von Steffen Fischer aus Dürrröhrsdorf-Dittersbach. Sie trägt den Titel „ARENA“ und repräsentiert einen kleinen Querschnitt in sein Schaffen.
Steffen Fischer wurde 1954 in Dohna/Sachsen geboren. Von 1977-82 studierte er an der Hochschule für Bildende Künste Dresden.
1992-98 erhielt er hier einen Lehrauftrag als künstlerischer Assistent an der Hochschule für Bildende Künste Dresden.
1997 zog er mit seiner Familie nach Dürrröhrsdorf. Sein Atelier ist auf der Mittelstraße zu finden.
Er ist seit vielen Jahren als Kursleiter verschiedener Sommerakademien u.a. in Österreich, in Italien und Deutschland tätig.
Seine zahlreichen Ausstellungen führten ihn unter anderem in die USA, die Schweiz, Griechenland, Italien (Venedig) und quer durch Deutschland wie Berlin, Stuttgart, Koblenz, Weimar, Köln und natürlich Dresden. Er ist vertreten in der Galerie Dresden Mitte sowie bei Kunst & Eros Dresden.
Seine Bilder erscheinen in einer sehr farbenfrohen, dynamisch bewegten Art und fordern den Betrachter auf, sich intensiv mit den Inhalten zu beschäftigen.
Die Schau im Belvedere ist ab 12. Juli bis zum Saisonende zu sehen.