Blick aus Richtung der Harththeiche
Das Torfmoorgespenst erschreckt pilzsammelnde Mädchen (KI, frei nach H.H. Kersten)
Im Landboten März 2011 berichtete Hans Hubertus Kersten (gest. 2017) von einem „Torfmoorgespenst“ im Karswald. Nun ist diese Geschichte von den Mädchen, denen beim Pilzesammeln eben dieses Gespenst erscheint, nur eine Sage, aber bei Dittersbach soll es ja wirklich Torf gegeben haben. Jedenfalls berichtet Albert Schiffner in seinem Buch „Geographie, Statistik und Topographie des Königreiches Sachsen“ 1840 von Gebäuden der Torfgräberei nördlich von Dittersbach und östlich der Harthteiche. Bei der Suche nach dem Ort dieser Torfgräberei ist das seit 2014 bestehende „Sächsische Informationssystem für Moore und organische Nassstandorte SIMON“ eine wichtige Hilfe. Es weist tatsächlich im genannten Gebiet zwei kleinere Torflagerstätten aus. Sie liegen am scheinbaren „Beginn“ des Bachlaufs, der bei dem Grundstück Hauptstraße Nr. 52 in Dittersbach in den Kalten Bach mündet, bzw. 300 m bachabwärts. Beide Lagerstätten sind in der freien Landschaft durch ihren inselhaften Baumbewuchs leicht zu erkennen.
Warum „scheinbarer Beginn“? Eigentlich hat dieser kleine Bach seinen Ursprung weiter nördlich im Gebiet der Sandgrube Dittersbach und ist durch Meliorationsarbeiten bis zur Torflagerstätte nicht als solcher erkennbar. Nur ein einzelner Schacht mitten im Feld weist darauf hin. Auch im weiteren Bachlauf bis zur Mündung in den Kalten Bach verschwindet der der Bach immer mal wieder, weil für die Landwirtschaft Übergänge vom östlichen zum westlichen Ufer geschaffen wurden. Morast, stehendes Wasser und Birkenbewuchs zeichnen diese Flächen heute aus.
Hans Hubertus Kersten hatte seinem o.g. Beitrag im Landboten eine Zeichnung beigefügt. Diese Idee diente als Vorlage für ein mittels Künstlicher Intelligenz erstelltes Bild.
Übrigens scheint Herr Kersten Unrecht gehabt zu haben, als er meinte, das Gespenst wäre nach Bad Elster abgewandert: Während eines „Selbstversuches“. hatte ich mich zu weit im morastigen Untergrund vorgewagt, das Torfmoorgespenst hielt meine Füße umklammert, ein Sturz in die dreckige Masse war das Resultat. Die Heimfahrt in Auto konnte ich deshalb nur äußerst spärlich bekleidet antreten ….