wir stecken mitten in einem heißen Sommer, nicht nur klimatisch, sondern auch politisch. Einige Entwicklungen geben mir Anlass zur Sorge und lassen mich des Öfteren mit einem Kopfschütteln zurück. So befürwortete ich über viele Jahre den Konsens in den Regierungen Deutschlands, die Lehren der Geschichte zu beachten. Aktuell muss ich leider daran zweifeln. An die Abwesenheit von diplomatischen Bemühungen zur Beendigung von Kriegen auf der Welt hat man sich ja (leider) beinahe schon gewöhnt. Doch die aktuelle Tendenz der schleichenden Deindustrialisierung unseres Landes, deren Ursachen zwar erkannt, aber nur verhalten angegangen werden, mit dem Hinweis auf die Möglichkeiten der Produktion von Rüstungsgütern, für die es scheinbar keine wirtschaftlichen Grenzen gibt, zu begegnen, beunruhigt mich zutiefst. Dazu erfahren auch größere Infrastrukturprojekte für Straße und Schiene eine Priorisierung, wenn sie zu schnelleren militärischen Truppenbewegungen beitragen. Und selbst in einem landwirtschaftlichen Fachblatt, welches ich traditionell noch lese, äußert sich ein Bundeswehroffizier zur Bedeutung der Ernährungswirtschaft im Kriegsfall. Dazu erfahren wir vom Kauf von Mittelstreckenraketen, welche in Deutschland stationiert werden, bekanntlich keine Waffen zur Verteidigung, sondern zur Abschreckung. Das Ganze wird finanziert durch ein riesiges Kreditpaket, dessen Ausmaße noch nicht bekannt sind und dass teilweise außerhalb der parlamentarischen Kontrolle angesiedelt wurde. Ein Sondervermögen, welches uns auf Jahrzehnte Handlungsfähigkeit entziehen wird.
Schauen wir einmal einhundert Jahre zurück, sieht man da Parallelen?
Es gilt also, miteinander wachsam zu bleiben, die Erfahrungen aus der Vergangenheit nicht beiseite zu legen und sich immer wieder für eine vernünftige Politik einzusetzen.
Dies wünscht sich ein etwas sorgenvoller, aber immer auch optimistischer