Agnes und Gisbert genießen einen herbstlichen Spaziergang entlang der Gartenanlagen. Am Haupteingang einer Gartensparte bleiben beide abrupt vor einem aufgetürmten Müllhaufen stehen.
Agnes: (schüttelt verärgert den Kopf) Gisbert, schau dir das an! Da will man friedlich spazieren gehen, und schon fällt der Blick auf so ein Desaster. Die Gartensaison ist vorbei und schon liegt vor dem Spartentor ein riesiger Haufen Müll. Morsche Klappstühle, alte Teppiche, sogar eine zerlegte Schrankwand! Denken die Leute etwa, die Müllabfuhr riecht das und nimmt es einfach so mit?
Gisbert: (gestikuliert belehrend) Tja, liebe Agnes, da fehlt es am Fachwissen! Als vorausschauender Kleingärtner weiß ich natürlich längst: Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern schlichtweg eine wilde Müllkippe. Und das Schlimmste daran: Es ist völlig unnötig!
Agnes: Unnötig? Wohin soll man denn sonst mit dem alten Krempel aus der Laube? Die Restmülltonne platzt doch aus allen Nähten, und aufs Amt rennen, um Formulare auszufüllen, will nach dem Schuppenputz auch keiner mehr.
Gisbert: (hebt den Zeigefinger) Typischer Trugschluss! Erstens muss heute niemand mehr ins Rathaus gehen oder Papierkram abliefern. Das geht alles ganz entspannt rund um die Uhr über die Internetseite der Stadtpflege. Zweitens hat jeder gemeldete Bürger pro Jahr einen Anspruch auf eine kostenlose Freimenge von genau einem Kubikmeter Sperrmüll!
Agnes: Moment mal, Herr Schlaumeier! Wenn das über die Wohnadresse läuft, muss ich den ganzen Kram dann etwa erst im Kofferraum nach Hause karren und vor meine Mietwohnung stellen?
Gisbert: (grinst überlegen) Nicht mitgedacht, Agnes! Bei der Online-Anmeldung gibt man brav seine persönliche Wohnadresse an – wegen des Anspruchs –, trägt aber als Abholort einfach den ausgewiesenen Sammelplatz oder Parkplatz unserer Gartensparte ein. Der Entsorgungsbetrieb holt das dann direkt hier ab. Termingerecht, ordentlich und völlig legal!
Agnes: Ach was! Das ist ja extrem praktisch. Aber sag mal, du wandelndes Gesetzbuch: Was darf denn nun eigentlich alles auf so einen Haufen?
Gisbert: (doziert voller Freude) Merk dir die Grundregel: Sperrmüll ist alles aus Laube und Garten, was zu groß für die Tonne ist und man bei einem Umzug mitnehmen würde. Also Holzmöbel, Kunststoffstühle, Teppiche oder Sonnenschirmständer ohne Betonfüllung.
Aber – und jetzt gut zuhören: Kein Grünschnitt. Dieser gehört in die Biotonne, den Kompost und darf auf keinen Fall verbannt werden. Kein Bauschutt und keine Elektrogeräte. Letztere können aber ebenfalls kostenfrei angemeldet werden.
Agnes: Das leuchtet ein. Und wer noch gut erhaltene Gartenmöbel oder Werkzeuge hat, stellt sie am besten gar nicht erst zum Müll, sondern hängt einen Zettel ans Schwarze Brett im Vereinsheim oder nutzt Tauschbörsen.
Gisbert: Exakt mein Reden! Und wenn wir solche Haufen nicht rechtzeitig aufräumen, wer weiß, was sich darin bald alles einnistet... Wer weiß, vielleicht versteckt sich ja schon jetzt die eine oder andere Ratte unter den Morschen Dielen? (Schaut nachdenklich auf den Haufen). Aber das ist ein Thema für den nächsten Spaziergang.