Für die Erschließung der Luftfahrt förderte Prof. Hugo Junkers die Gründung von Fluggesellschaften und Teilnahme an bereits bestehenden Luftfahrtgesellschaften mit Junkers-Flugzeugen. Damit wurden Absatzmöglichkeiten für den Flugzeugbau geschaffen und der Kaufpreis für das Flugzeug in eine finanzielle Beteiligung an der Fluggesellschaft gewandelt. Auf dieser Basis sind die wesentlichsten Flugverkehrsgesellschaften entstanden.
Mit zunehmender Konkurrenz der Luftfahrtunternehmen, einer gewissen Flächendeckung durch die Anlage von Flugplätzen, wurde es für die Betreiber der Fluglinien immer schwieriger, kostendeckend zu arbeiten.
Die von Junkers im Dezember 1921 gegründete Abteilung Luftverkehr hatte ihre erste Niederlassung in Berlin-Tempelhof 1923 eröffnet.1924 wurde die Abteilung Luftverkehr aus den Flugzeugwerken herausgelöst und in die selbstständige „Junkers-Luftverkehr AG“ (ILAG) umgewandelt. Durch die hohen Verluste der „Junkers-Luftverkehr AG“ des Flugzeugwerkes durch die kostenintensive Pionierarbeit im Flugzeugbau gerieten die gesamten Junkers-Unternehmungen in eine bedenkliche finanzielle Schieflage. Hinzu kam, dass der Absatz der insgesamt in Deutschland gebauten Flugzeuge erheblich zurückging.
Um die weltumspannenden Fluglinien zu erhalten, griff nunmehr die deutsche Reichsregierung ein und übernahm die Linien und Beteiligungen der großen Luftverkehrsunternehmen.
Am 6. Januar 1926 wurde dann die Fluggesellschaft „Deutsche Lufthansa“ gegründet, durch den Zusammenschluss von „Deutsche Aero Lloyd AG“ und „Junkers Luftverkehr AG“. Sitz der neuen Gesellschaft wurde Berlin mit dem Heimatflughafen Tempelhof. Der Name der neuen Fluggesellschaft wurde wohl im Zusammenhang mit der Einweihung der Strecke Dresden-München durch Junkers Luftverkehr für die damit verbundene neue Fluggesellschaft 1924 erstmalig verwendet. Seit April 1926 trugen über Jahrzehnte die Flugzeuge der Deutschen Lufthansa einen stilisierten blauen Kranich auf gelbem Untergrund. Gelb die Farbe der ILAG, und der Kranich schmückte bereits ab 1919 die Flugzeuge der „Deutsche Luft–Reederei“, die in der „Deutschen Aero Lloyd AG“ aufgegangen war. Auf der Internetseite der Lufthansa heißt es: „Die Motoren dröhnen, der Kranich ist startklar. Am 6. April 1926 startet der allererste Linienflug der Luft Hansa in Berlin vom Flughafen Tempelhof. Ziel: Zürich-Dübendorf. Ein Moment, der Europa ein Stück näher zusammenrücken lässt.“
Von den insgesamt 162 Flugzeugen zum Zeitpunkt der Gründung stammten 80 aus den Dessauer Flugzeugwerken, davon 70 Maschinen der Junkers-Marke F13. Die neue Gesellschaft übernahm auch einen Großteil der in Dessau ausgebildeten Piloten.
Prof. Junkers verlor alle seine Anteile, erhielt dafür aber eine Entschädigung, die ihn und seine anderen Unternehmen schuldenfrei machten. Und die Flugzeuge der Deutschen Aero Lloyd AG, die übernommen wurden, konnten nunmehr wieder gewartet werden, denn für die Kosten kam nun die neue Gesellschaft auf.
Die immer noch weltweit aktive Lufthansa-AG hält auch nach wie vor Kontakt nach Dessau-Roßlau, auch zum Technikmuseum „Hugo Junkers“. Man ist sich im Unternehmen seiner Quellen und Geschichte durchaus bewusst. So kam es auch am 26. August 1992 zu einer besonders würdevollen Aktion der Lufthansa: zu einer Übergabe einer Flugzeugpatenschaft und damit verbundenen Flugzeugtaufe. In diesem Fall auf den Stadtnamen „Dessau“. Nun verfügte also die Stadt, die eine wesentliche Quelle des Unternehmens darstellt, über eine Patenschaft mit einem Flugzeug Airbus A321 mit dem Kennzeichen D-AIQH.
Das Flugzeug ging im Dezember 2013 an die Lufthansa-Tochter „Germanwings“ über und verlor im Zuge der Umlackierung den Namen Dessau. Die aktuelle „Dessau“, ein Airbus A321 mit der Registrierung D-AIDE, kam am 21. Februar 2011 zur Lufthansa-Flotte und flog zunächst einige Jahre ohne Städtenamen. Erst im Zusammenhang mit der Umlackierung dieser Maschine auf das neue Lufthansa Design im Herbst 2019 erhielt das Flugzeug den Namen „Dessau“.