Hallo, ich heiße Fred und bin ein treues, blaues Stadtrad mit lauter Klingel und bequemem Sattel.
Mein Leben begann frisch lackiert in einem Fahrradladen. Dort wartete ich gespannt auf meinen ersten Besitzer. Eines Tages kam eine Familie herein. Ein kleiner Junge zeigte sofort auf mich und rief: „Das will ich haben!“ Von diesem Moment an waren wir ein tolles Team. Ich brachte ihn zur Schule, zum Fußballtraining und zu seinen Freunden. Im Sommer fuhren wir zum Badesee, im Herbst durch raschelnde Blätter und im Winter durch Schnee und Matsch. Zwar bekam ich manchmal eine Wäsche und etwas Öl für die Kette, aber oft blieb ich eher „naturbelassen“.
Mit den Jahren wurde mein Besitzer größer. Er wünschte sich ein modernes Mountainbike. Ich verschwand in der Garage. Eines Abends sah er mich an und fragte sich: „Was mache ich bloß mit dem alten Rad?“
Neben mir stand ein alter Grill. Er flüsterte: „Hoffentlich landest du nicht im Fluss.“ Ich erschrak. Manche Menschen werfen tatsächlich alte Fahrräder in den Fluss. Ich musste lachen: „Ich habe doch gar keine Flossen, und meine Klingel macht dort höchstens blubb, blubb!“
Doch eigentlich ist das gar nicht lustig. Fahrräder gehören nicht ins Wasser. Sie rosten, und Kunststoff, Gummi, Öle sowie Fette können die Umwelt belasten. Außerdem könnten sich Tiere an scharfen Teilen verletzen. Flüsse sind kein Parkplatz für ausgediente Fahrräder.
Auch im Wald haben alte Fahrräder nichts verloren. Sie werden von Brombeeren überwuchert, sehen unschön aus und können Tiere gefährden. Wälder sind Lebensräume für Tiere. Metall, Kunststoff und Gummi gehören nicht in die Natur.
Zum Glück hatte mein Besitzer eine bessere Idee. Er brachte mich in eine Fahrradwerkstatt. Dort wurden einige Teile ausgetauscht, die Reifen aufgepumpt und die Kette geölt. Ich fühlte mich fast wie neu. Kurz darauf bekam mich ein kleines Mädchen, das sich schon lange ein Fahrrad gewünscht hatte. Ich war stolz, wieder gebraucht und etwas wert zu sein.
Sollte ich eines Tages nicht mehr fahrbereit sein, kann ich zu einem Wertstoffhof gebracht werden. Dort lassen sich viele Teile recyceln.
Alte Fahrräder gehören weder in den Wald noch in Flüsse. Wer sie repariert, verkauft oder fachgerecht recycelt, schützt die Natur und ermöglicht die Wiederverwendung wertvoller Rohstoffe. Und wer es verschenkt, macht noch jemanden glücklich.