Fotos: Stadtverwaltung Eilenburg
Der Heißluftmotor ist am 9. Juni 2026 in den Eilenburger Wasserturm eingezogen. Dort steht er nun als neues Ausstellungsstück. Den Transport übernahm der städtische Bauhof, der das historische Technikobjekt sicher an seinen Bestimmungsort brachte.
Vom Ankauf bis zur Rückkehr nach Eilenburg
Bereits im Jahr 2021 konnte das Stadtmuseum einen dieser bei Alexander Monski gefertigten Heißluftmotoren erwerben. Das besondere Exemplar war von seinem inzwischen verstorbenen Vorbesitzer mit viel Hingabe restauriert worden und ist bis heute funktionstüchtig. Ermöglicht wurde der Ankauf durch finanzielle Unterstützung des Freistaat Sachsen sowie des Eilenburger Geschichts- und Museumsverein e.V..
Seit dem Erwerb befand sich der Motor als Leihgabe im Dampfmaschinenmuseum in Werdau. Nun ist das eindrucksvolle Stück Technikgeschichte in seine Heimat zurückgekehrt. Bereits am 24. Februar holte der Bauhof den rund 800 Kilogramm schweren Motor in Werdau ab und brachte ihn nach Eilenburg. Mit dem Einzug in den Wasserturm hat er nun seinen endgültigen Platz gefunden.
Technikgeschichte aus Eilenburg: Der Monski-Heißluftmotor
Die Geschichte des Motors ist eng mit der Stadt verbunden. Eilenburg gilt seit jeher als Ort kluger Köpfe und technischer Innovationen. Ein herausragendes Beispiel ist Alexander Monski, der vor etwa 150 Jahren Technikgeschichte schrieb. Aufbauend auf der 1816 vom schottischen Erfinder Robert Stirling entwickelten Heißluft-Wärmekraftmaschine verbesserte Monski das Prinzip entscheidend und begann in Eilenburg mit der ersten Serienproduktion dieser Motoren auf dem europäischen Festland. Der große Vorteil des sogenannten Stirlingmotors lag in seiner Sicherheit: Anders als die damals weit verbreiteten Dampfmaschinen arbeitete er ohne gefährlichen Hochdruck und war damit praktisch explosionssicher. Diese Zuverlässigkeit machte den Monski-Heißluftmotor schnell erfolgreich – insbesondere in Bereichen, in denen Elektro- oder Verbrennungsmotoren noch nicht leistungsfähig genug waren.
Die Einsatzmöglichkeiten waren vielfältig. In privaten Haushalten trieben die Motoren beispielsweise Ventilatoren an, in der Landwirtschaft und in Gärtnereien erleichterten sie zahlreiche Arbeitsprozesse. In Kombination mit Pumpen spielten sie zudem eine wichtige Rolle bei der Wasserversorgung – etwa in den entstehenden Hochhäusern jener Zeit oder für die wachsende Infrastruktur der Dampflokomotiven auf dem sich rasant entwickelnden Schienennetz.
Mit dem neuen Ausstellungsort im Wasserturm wird dieses bedeutende Kapitel Eilenburger Industriegeschichte nun wieder sichtbar und erlebbar gemacht.