Die Stadt Eilenburg hat eines der letzten erhaltenen Industriedenkmäler der ehemaligen Eilenburger Chemiewerke (ECW) erworben. Die historische Dampfspeicherlokomotive – auch bekannt als Werklok Nr. 2 – geht für den symbolischen Kaufpreis von einem Euro in das Eigentum der Stadt über.
Zuvor befand sich die Lok im Besitz des Stadtratsmitglieds Jürgen Sander. Als langjähriger Mitarbeiter der Eilenburger Chemiewerke engagierte er sich gemeinsam mit Steffen Reichert in den vergangenen Jahren intensiv für den Erhalt des technischen Denkmals. Mit der Übergabe an die Stadt verbindet Sander vor allem den Wunsch, die Zukunft der Lok dauerhaft zu sichern und eine notwendige Restaurierung zeitnah umzusetzen.
Mit dem Erwerb übernimmt die Stadt Eilenburg die Verantwortung für eines der letzten sichtbaren Zeugnisse der industriellen Vergangenheit des traditionsreichen Unternehmens. Die Dampfspeicherlokomotive steht exemplarisch für die jahrzehntelange Geschichte der Eilenburger Chemiewerke und besitzt einen hohen kulturhistorischen Wert.
In der Vergangenheit gab es bereits Kaufinteressenten aus anderen Regionen Deutschlands. Durch die Übernahme bleibt das Denkmal nun dauerhaft in Eilenburg und kann perspektivisch erhalten und aufgearbeitet werden. Ziel ist es, die Lok mit Unterstützung von Fördermitteln sowie in Zusammenarbeit mit Vereinen – etwa dem Geschichts- und Museumsverein – langfristig zu sichern und in einen guten Zustand zu versetzen.
Am 31. Juli übernahm der Oberbürgermeister Ralf Scheler offiziell das Betriebsbuch sowie den Schlüssel der Lokomotive. Derzeit befindet sich die Dampfspeicherlok auf dem Gelände der Stadtwerke Eilenburg in der Ernst-Mey-Straße. Eine Besichtigung ist ausschließlich nach vorheriger Anmeldung bei der Stadt oder den Stadtwerken möglich. Das Betreten des Geländes ohne Genehmigung ist nicht gestattet.
Langfristig ist geplant, die Lok in das Gewerbegebiet der ehemaligen Eilenburger Chemiewerke umzusetzen, um die Sichtbarkeit für Besucherinnen und Besucher zu erhöhen.