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Muldespiegel und Amtsblatt der Großen Kreisstadt Eilenburg und der Gemeinden
Ausgabe 21/2026
Die Stadtverwaltung informiert
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Neues aus dem Stadtrat

Quelle: SV Eilenburg - Visualisierung Entwurf Trogbrücke

Quelle: SV Eilenburg - Vorplatz Bahnhof Eilenburg - Ost

 

Der Eilenburger Stadtrat tagte am 5. Oktober 2026 und stimmte unter anderem zu folgenden Themen ab:

 

Kommunaler Wärmeplan für Eilenburg beschlossen

Die Stadträte haben den kommunalen Wärmeplan für Eilenburg beschlossen. Grundlage dafür ist das seit dem 1. Januar 2024 geltende Wärmeplanungsgesetz, das Städte und Gemeinden zur Erstellung eines kommunalen Wärmeplans verpflichtet. Der Wärmeplan zeigt auf, wie die Wärmeversorgung in Eilenburg schrittweise bis zum Jahr 2045 klimafreundlicher gestaltet werden kann. Dabei werden unter anderem die heutige Wärmeversorgung, erneuerbare Energiequellen, Möglichkeiten zur Nutzung von Abwärme sowie Potenziale für energetische Sanierungen untersucht.

Auf dieser Grundlage werden Gebiete für unterschiedliche Wärmeversorgungslösungen betrachtet und konkrete Entwicklungsmöglichkeiten und Maßnahmen aufgezeigt. Der Wärmeplan ist ein strategisches Konzept und enthält keine verbindlichen Vorgaben für private Hauseigentümer oder Unternehmen. Er soll vielmehr Orientierung und Planungssicherheit schaffen und eine langfristig abgestimmte Wärmeversorgung in Eilenburg unterstützen.

 

Neue Hundesteuersätze in Eilenburg ab 2027

Der Stadtrat der Großen Kreisstadt Eilenburg hat die 1. Satzung zur Änderung der Hundesteuersatzung beschlossen. Die Anpassung ist Teil der notwendigen Haushaltskonsolidierung. Im Vorfeld wurden die bisherigen Steuersätze auf ihre Angemessenheit geprüft und mit den Sätzen anderer Städte und Gemeinden verglichen. Ab dem 1. Januar 2027 gelten in Eilenburg neue Hundesteuersätze. Für den ersten Hund werden künftig 70 Euro statt bisher 40 Euro pro Jahr fällig. Für einen zweiten Hund steigt der Steuersatz von 60 auf 90 Euro, für jeden weiteren Hund von 70 auf 120 Euro. Die Steuer für gefährliche Hunde erhöht sich von 150 auf 300 Euro. Für ermäßigte Hunde steigt der Satz von 20 auf 35 Euro. Mit der Anpassung werden die Steuersätze an die veränderten Rahmenbedingungen und die Vergleichswerte anderer Kommunen angepasst. Weitere Informationen finden Sie auf der nächsten Seite.

 

Eilenburg schafft klare Regeln für den „Bau-Turbo“

Die Stadt Eilenburg will die neuen Möglichkeiten des sogenannten „Bau-Turbos“ nutzen, um vor allem den Wohnungsbau schneller und einfacher zu ermöglichen. Der Stadtrat hat dafür ein klares Verfahren beschlossen. Der „Bau-Turbo“ ist seit dem 30. Oktober 2025 in Kraft. Er ermöglicht es Städten und Gemeinden unter bestimmten Voraussetzungen, bei Wohnungsbauvorhaben auf ein zeitaufwendiges Bebauungsplanverfahren zu verzichten. Dadurch können Bauvorhaben schneller umgesetzt und Kosten reduziert werden. Die Entscheidung bleibt dabei bei der Stadt: Der Bau-Turbo ist eine Möglichkeit, keine Verpflichtung.

 

Für Eilenburg gilt künftig ein Drei-Stufen-Modell:

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Kleinere und unkomplizierte Bauvorhaben: Die Stadtverwaltung kann über die Anwendung des Bau-Turbos direkt entscheiden.

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Mittlere und größere Vorhaben: Hier entscheidet der Stadtrat über die Zustimmung. Bei Bedarf werden auch der Bauausschuss und die Ortschaftsräte beteiligt.

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Große und komplexe Vorhaben: Zunächst wird ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet und die Öffentlichkeit sowie die zuständigen Behörden beteiligt. Zeigt sich dabei, dass kein umfassendes Planverfahren erforderlich ist, kann der Stadtrat das Verfahren beenden und den Bau-Turbo anwenden.

 

Damit schafft Eilenburg klare Zuständigkeiten und transparente Regeln für die Anwendung des neuen Instruments. Gleichzeitig bleibt die kommunale Planungshoheit gewahrt. Die Stadt kann die Zustimmung zu einem Vorhaben außerdem an Bedingungen und Auflagen, beispielsweise zum Lärmschutz, knüpfen. Der Bau-Turbo ist zunächst bis zum 31. Dezember 2030 befristet und gilt insbesondere für Wohnbauvorhaben.

 

Ersatzneubau der Röhrenbrücke

Die Röhrenbrücke auf der Mühlinsel soll neu gebaut werden. Der Stadtrat hat sich für eine ungedeckte Trogbrücke aus Holz und Stahl entschieden. Die bestehende Brücke wird dafür abgebrochen und durch eine moderne und langlebige Konstruktion ersetzt. Auch das Umfeld der Brücke auf der Mühlinsel wird im Zuge der Baumaßnahme neugestaltet. Für den Neubau liegt bereits eine Entwurfsplanung aus dem Jahr 2015 vor. Nach einer aktuellen Prüfung entspricht diese Planung jedoch nicht mehr dem heutigen Stand der Technik. Deshalb wurde nach einer wirtschaftlichen und technisch geeigneten Alternative gesucht. Die nun gewählte Trogbrücke kommt ohne Überdachung aus und ist dadurch voraussichtlich kostengünstiger. Gleichzeitig ermöglicht ihre Konstruktion einen guten Wasserabfluss und benötigt nur eine geringe Aufbauhöhe. Damit erfüllt sie die technischen Anforderungen an den Hochwasserschutz.

 

 

 

 

Neubau der P+R-Anlage am Bahnhof Eilenburg-Ost

Der Neubau der Park-and-Ride- (P+R) und Bike-and-Ride-Anlage am Bahnhof Eilenburg-Ost geht in die nächste Phase. Der Stadtrat hat den Auftrag für die erforderlichen Straßen- und Tiefbauarbeiten an die Umwelt 2000 GmbH aus Leipzig vergeben. Das Unternehmen erhielt mit einem Angebot von ca. 798.000 Euro den Zuschlag als wirtschaftlichster Bieter. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich am 9. November 2026 beginnen und bis zum 30. Juli 2027 abgeschlossen sein. Mit der neuen P+R-Anlage soll der Bahnhof Eilenburg-Ost besser erreichbar und der Umstieg zwischen Auto, Fahrrad und Bahn erleichtert werden. Der Stadtrat hatte den grundsätzlichen Baubeschluss bereits am 30. März 2026 gefasst.