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Muldespiegel und Amtsblatt der Großen Kreisstadt Eilenburg und der Gemeinden
Ausgabe 21/2026
Eilenburger Vereine und Verbände
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Erleben. Entdecken. Gemeinschaft genießen. –

Foto: SV Lok Eilenburg e.V. – Quelle: Henry Muschler

Deine Freizeit beginnt hier, in Eilenburg.

 

Eilenburg ist mehr als nur ein Ort zum Leben – ob erholsame Stunden in der Natur, kulturelle Entdeckungen oder gemeinsame Aktivitäten mit Familie und Freunden: Unsere Stadt hat für jeden etwas zu bieten.

Mit dieser neuen Artikelserie möchten wir Sie einladen, Eilenburg aus neuen oder auch anderen Perspektiven kennenzulernen. Entdecken Sie traditionelle und bedarfsgerechte Freizeitangebote direkt vor Ihrer Haustür. Lassen Sie sich inspirieren, Neues auszuprobieren, Lieblingsorte wiederzuentdecken und die Möglichkeiten unserer Stadt aktiv zu erleben.

Unterstützen Sie lokale Vereine, Unternehmen und Einrichtungen und tragen Sie dazu bei, Eilenburg lebendig und attraktiv zu gestalten.

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​Wo im Flachland das Fliegen und Skifahren gelernt wird –

Die Eilenburger Skisprungschanze

​Skispringen verbindet man gewöhnlich mit verschneiten Bergen und großen Wintersportorten. Eilenburg passt auf den ersten Blick nicht in dieses Bild. Und gerade deshalb ist die Skisprungschanze am Burgberg etwas Besonderes. Seit fast sieben Jahrzehnten wird hier der Traum vom Fliegen gelebt – mitten im Leipziger Tiefland.

Die Wurzeln des Eilenburger Wintersports reichen bis ins frühe 20. Jahrhundert zurück. Bernhard Niems brachte nach seiner Arbeit in Norwegen den Skilauf nach Eilenburg. 1938 wurde die erste Vereinsmeisterschaft der Skiriege des Allgemeinen Turnvereins ausgetragen. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand 1950 zunächst eine Schanze in Hohburg. Da diese jedoch auf Naturschnee angewiesen war, suchten die Eilenburger nach einer Möglichkeit, unabhängig vom Wetter zu trainieren.

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Den entscheidenden Impuls lieferte die Entwicklung von Kunststoffmatten durch den Thüringer Hans Renner. Eine eigene Mattenschanze sollte entstehen. Sportler, Betriebe und Bürger packten gemeinsam an. Rund 3.000 Aufbaustunden wurden in Eigenleistung erbracht, außerdem kamen Spenden aus der Bevölkerung und finanzielle Unterstützung hinzu. Am 9. November 1958 wurde die „Schanze der Jugend“ vor rund 3.500 Zuschauern eingeweiht. Den ersten Sprung absolvierte Max Meixner.

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Die Schanze entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem wichtigen Zentrum des Skisprungs in der Region. Nach einer Sperrung aus Sicherheitsgründen im Jahr 1994 wurde die Anlage grundlegend erneuert. Am 6. November 1999 konnte die neue Schanze im Beisein des ehemaligen Weltmeisters Jens Weißflog eingeweiht werden. Seit 2007 trägt sie den Namen Josef-Dotzauer-Sprungschanze – zu Ehren eines Mannes, der die Entwicklung des Eilenburger Skisports maßgeblich geprägt hat.

Heute ist die Schanze Trainings- und Wettkampfstätte der Skiabteilung des SV Lokomotive Eilenburg. Ein Schwerpunkt liegt auf der Nachwuchsarbeit. Kinder werden behutsam an den Sport herangeführt und können schon früh ihre ersten Sprünge absolvieren. Die Abteilung verbindet dabei Skispringen mit Langlauf, Skiroller, Inlineskaten und weiteren Ausdauer- und Breitensportangeboten.

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Doch die Eilenburger Schanze ist nicht nur für aktive Sportler da. Der Verein öffnet seine Anlagen regelmäßig für die Öffentlichkeit und hat zahlreiche Veranstaltungsreihen etabliert. Dazu gehören unter anderem Pokalwettbewerbe, Kinder- und Jugendspiele, Nachtspringen, der Herbstsprunglauf um die Pokale des Landrates und die Winterolympiade für Jedermann.

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Gerade die Winterolympiade zeigt, wie der Verein Leistungssport und Familienangebot miteinander verbindet. Kinder können an verschiedenen Stationen Geschicklichkeit, Mut und Fitness unter Beweis stellen. Dazu kommen besondere Erlebnisse wie Schießen mit Pfeil und Bogen oder eine Fahrt mit dem Skisprungschlitten. Anschließend wird die Schanze zum Wettkampfort: Bei Flutlicht treten Sportler verschiedener Vereine gegeneinander an, während Hunderte Zuschauer das Geschehen verfolgen.

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Auch die jüngsten Sportler werden mit Veranstaltungen wie dem Kita-Cup und dem „Neonskö“ an Bewegung und Wintersport herangeführt. Damit bleibt die Schanze das ganze Jahr über, ein lebendiger Treffpunkt.

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Was 1958 mit viel Eigenleistung und Gemeinschaftssinn begann, wird heute fortgeführt. Die Eilenburger Skisprungschanze ist Sportstätte, Veranstaltungsort und ein Stück Stadtgeschichte zugleich. Sie steht für eine ungewöhnliche Leidenschaft: Dort, wo man eigentlich keine Skisprungschanze erwarten würde, lernen seit Generationen Menschen das Fliegen.

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