Eilenburg war schon immer ein Pflaster für kluge Köpfe und Visionäre. Ein prominentes Beispiel ist Alexander Monski (1840 – 1912), der vor etwa 150 Jahren Technikgeschichte schrieb. Er nahm sich die 1816 vom Schotten Robert Stirling (1790 – 1878) erfundene Heißluft-Wärmekraftmaschine vor, entwickelte ihn entscheidend weiter und startete in Eilenburg die erste Produktion auf dem europäischen Festland.
Der Clou: Im Gegensatz zur damals verbreiteten Dampfmaschine arbeitete der Stirlingmotor ohne gefährlichen Hochdruck und war somit explosionssicher. Diese Zuverlässigkeit verhalf dem Monski-Heißluftmotor schnell zum Erfolg in Bereichen, in denen Elektro- oder Verbrennungsmotoren noch nicht effizient genug waren. Die Einsatzgebiete waren vielfältig: Die gefahrlosen Heißluftmotoren kamen in privaten Hauhalten u.a. zum Betreiben von Ventilatoren, in landwirtschaftlichen Betrieben oder Gärtnereien zum Einsatz. Gekoppelt mit Pumpen waren sie unverzichtbar zur Wasserversorgung der um diese Zeit entstehenden ersten Hochhäuser oder aber auch der schnell zunehmenden Zahl an Dampflokomotiven auf dem weltweit rasant wachsenden Schienennetz.
Im Jahr 2021 konnte das Stadtmuseum einen dieser bei Monski gefertigten, von seinem verstorbenen Vorbesitzer liebevoll restaurierten und funktionstüchtigen Heißluftmotor mit finanzieller Unterstützung des Freistaates Sachsen und des Eilenburger Geschichts- und Museumsverein e.V. erwerben. Seitdem stand er als Leihgabe im Dampfmaschinenmuseum in Werdau. Nun ist das wunderbare Stück heimgekehrt. Der städtische Bauhof holte den 800kg schweren Motor in Werdau ab und brachte ihn am 24. Februar nach Eilenburg. Zukünftig soll er eine dauerhafte Heimat im Eilenburger Wasserturm finden.