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Muldespiegel und Amtsblatt der Großen Kreisstadt Eilenburg und der Gemeinden
Ausgabe 9/2026
Die Stadtverwaltung informiert
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Aufruf zur Spurensuche: Gedenkstein für Martha Brautzsch bei Kospa

 

Für die Kommunistin und Frauenrechtlerin Martha Brautzsch, die im März 1946 gemeinsam mit ihrem Fahrer in der Nähe von Kospa erschossen wurde, existierte an der mutmaßlichen Tatstelle ein Gedenkstein. Dieser ist heute jedoch nicht mehr auffindbar oder in Vergessenheit geraten.

Wir möchten Forschungen zur Frauengeschichte unterstützen und dazu beitragen, die Erinnerung an dieses historische Ereignis wachzuhalten und die genaue Geschichte dieses Gedenksteins zu klären. Deshalb bitten wir die Öffentlichkeit um Mithilfe:

 

  • Gibt es Erinnerungen an den Gedenkstein oder seinen genauen Standort?
  • Sind Fotografien, Dokumente oder Karten vorhanden, die Hinweise geben könnten?
  • Wer kann Angaben dazu machen, wann und von wem der Stein errichtet wurde und was mit ihm geschehen ist?

Martha Brautzsch, Tochter eines Steinsetzers, engagierte sich frühzeitig in der Arbeiterjugendbewegung, war seit 1924 Mitglied der KPD und während des Nationalsozialismus im kommunistischen Widerstand aktiv. Nach dem Ende des II. Weltkrieges engagierte sie sich maßgeblich für den Neuaufbau in der Provinz Sachsen sowie in der antifaschistischen Frauenbewegung. Sie übernahm führende Funktionen in der Parteiarbeit, wurde Mitbegründerin antifaschistischer Frauenausschüsse und übernahm den Vorsitz im antifaschistischen Frauenausschuss der Provinz Sachsen.

Ihr gewaltsamer Tod im Jahr 1946 wurde lange Zeit unterschiedlich interpretiert. Während in der DDR von einem politischen Verbrechen durch „faschistische Banden“ ausgegangen wurde, deuten neuere Forschungen darauf hin, dass sie und ihr Fahrer Opfer eines marodierenden sowjetischen Soldaten wurden.

 

Umso wichtiger ist es heute, die Erinnerung an Martha Brautzsch und die Umstände ihres Todes differenziert zu bewahren. Der Gedenkstein bei Kospa ist dabei ein bedeutendes Zeugnis lokaler Erinnerungskultur.

 

Bitte wenden Sie sich mit Hinweisen, Erinnerungen oder Materialien an das Stadtarchiv der Stadtverwaltung Eilenburg (Tel.: 03423 652 194, stadtarchiv@eilenburg.de).

Jeder noch so kleine Hinweis kann helfen, ein Stück Geschichte wieder sichtbar zu machen.