Titel Logo
Kreisanzeiger für den Landkreis Elbe-Elster
Ausgabe 1/2026
Aus der Kreisverwaltung
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Waldumbau mit Verantwortung: Familie Freytag verbindet Naturschutz und Forstwirtschaft

Vor Ort im Waldumbaugebiet bei Hohenleipisch v. l. n. r.: Lutz Freytag, Falk Riedel, Susann Kirst Beigeordnete für Ordnung und kreisliche Entwicklung, Norbert Roitzsch, kommissarischer Leiter der unteren Naturschutzbehörde.

Im ehemaligen Munitionslager Hohenleipisch entsteht ein klimaresilienter Mischwald / Landkreis Elbe-Elster würdigt engagierte Arbeit vor Ort

Wälder, die dem Klimawandel trotzen, brauchen mehr als nur gute Ideen. Sie brauchen Menschen wie die Waldbesitzerfamilie Freytag und ihren Förster Falk Riedel. Auf dem Gelände des früheren Munitionslagers bei Hohenleipisch zeigen sie, wie sich wirtschaftliche Waldnutzung und aktiver Naturschutz sinnvoll vereinen lassen. Vertreterinnen und Vertreter des Landkreises Elbe-Elster, darunter die Beigeordnete für Ordnung und kreisliche Entwicklung, Susann Kirst, machten sich Ende vergangenen Jahres bei einem Vor-Ort-Termin ein Bild von der wegweisenden Arbeit.

„Falk Riedel leistet hier Beeindruckendes. Er beweist, dass Waldwirtschaft und Naturschutz keine Gegensätze sein müssen, sondern gemeinsam zur Zukunftssicherung unserer Region beitragen können“, sagte Susann Kirst. „Gerade in einem Gebiet wie Hohenleipisch, das durch Altlasten und Klimafolgen besonders herausgefordert ist, ist sein Einsatz für nachhaltige Waldbewirtschaftung von großem Wert.“

Umbau für die Zukunft

Der Wald, den Falk Riedel bewirtschaftet, liegt inmitten mehrerer Schutzgebiete, darunter die Naturschutzgebiete „Hohenleipisch“ und „Forsthaus Prösa“. Während bestimmte Flächen vollständig der natürlichen Entwicklung überlassen bleiben, gestaltet Riedel die übrigen Bereiche mit naturnahen Methoden um. Dabei setzt er auf Naturverjüngung, also das Aufwachsen junger Bäume ohne künstliche Pflanzung und erhält Alt- und Biotopbäume. Besonders wichtig ist ihm dabei, gebietsfremde Pflanzen wie die spätblühende Traubenkirsche zurückzudrängen, damit sich heimische Arten besser entfalten können.

Gezielt im Fokus: Der Umbau von reinen Kiefernbeständen hin zu strukturreichen und stabilen Mischwäldern mit Eichen und Laubhölzern. Diese Wälder sind besser gegen Hitze, Trockenheit und Sturm gewappnet - ein entscheidender Schritt angesichts der zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels.

Bei einem Arbeitstreffen im November 2025 standen genau diese Zukunftsfragen im Mittelpunkt. Neben Susann Kirst und Lutz Freytag nahmen auch Falk Riedel sowie der kommissarische Leiter der unteren Naturschutzbehörde, Norbert Roitzsch, an der Waldbegehung teil. Ziel war es, die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Waldbesitzer weiter zu stärken und konkrete Vorhaben im Waldumbau zu besprechen.

Ein zentrales Thema war die Gestaltung der Waldränder. Durch offene Strukturen entstehen dort wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen - und gleichzeitig Schutz- und Pufferzonen für das Waldinnere.

Die engagierte Arbeit von Lutz Freytag passt gut zu den Entwicklungszielen des Landkreises Elbe-Elster: Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, der Erhalt der Artenvielfalt und die Entwicklung klimaresilienter Landschaften stehen im Mittelpunkt. Dass ein privater Forstbetrieb wie der von Lutz Freytag hierzu so viel beitragen kann, ist ein starkes Zeichen.

Mehr über das nachhaltige Forstkonzept finden Interessenten unter: www.hanseforst.de

Nadine Kolbe (UNB LKEE)/tho