Szene aus dem Stück „Karl Stülpner“.
Am Wochenende vor Ostern, am Samstag, dem 28. März, lädt das Mitteldeutsche Marionettentheatermuseum Bad Liebenwerda zum 29. Historischen Marionettenspieltag in den Gasthof „Drei Linden“ nach Kröbeln ein. Auf dem Saal des Dorfgasthofes sind zwei Vorstellungen geplant – eine für Familien, eine für Erwachsene.
Zu Gast ist das Traditionelle Marionettentheater Dombrowsky aus Engertsdorf mit Evelyn und Uwe Dombrowsky sowie Kerstin Wilhelm. Das Spiel der Figuren am seidenen Faden zählt zu den selten gewordenen Theaterformen und wird heute nur noch von wenigen Künstlern gepflegt.
Um 15 Uhr steht für Familien das Stück „Die Wunschlaterne“ auf dem Programm, ein heiteres Marionettenspiel, in dem auch der Kasper nicht fehlt.
Die Abendvorstellung beginnt um 19 Uhr. Gezeigt wird „Karl Stülpner – der Rebell des Erzgebirges“, ein Klassiker des Wandermarionettentheaters. Karl Stülpner diente zunächst als Soldat in sächsischen Diensten. Historisch belegt ist seine Anwesenheit in einem Feldlager bei Mühlberg an der Elbe, bevor er als Wildschütz in das Erzgebirge ging. Musikalisch begleitet wird der Abend von Frank Mäder aus Aue mit Liedern des erzgebirgischen Dichters und Sängers Anton Günther 1876 bis 1937.
Der Eintritt beträgt für die Familienvorstellung 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Für die Abendvorstellung werden 10 Euro, ermäßigt 8 Euro, erhoben. Um Voranmeldung wird gebeten unter Telefon 035341 12455, per E-Mail an museum-liebenwerda@lkee.de oder im Gasthof „Drei Linden“ unter Telefon 035341 13070.
Das Marionettentheater hat im Elbe Elster Land eine lange Tradition. Über mehr als zwei Jahrhunderte zogen Puppenspieler mit Wohn und Packwagen durch die Region. „Puppenrichters kommen“ hieß es in vielen Orten entlang der Schwarzen Elster zwischen Elsterwerda und Bad Liebenwerda. Historische Nachweise reichen bis in das Jahr 1765 zurück. Spielstätten und Wohnorte der Familien waren unter anderem Kraupa, Saathain, Thalberg, Liebenwerda Weinberge, Dobra, Neuburxdorf und Friedersdorf. Viele Puppenspieler stammten aus Bauern und Handwerkerfamilien, einige waren invalide Soldaten des Siebenjährigen Krieges 1756 bis 1763. Mit Genehmigung des sächsischen Kurfürsten verdienten sie ihren Lebensunterhalt zunächst mit Schattentheater, später mit Marionettenspiel in Gaststuben und auf den Sälen der Gasthöfe.