Im Mittelpunkt der Jahresauftaktveranstaltung standen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft.
Landrat Christian Jaschinski (r.) überreicht Constanze Eiser (l.) im Refektorium Doberlug den Umweltpreis des Landkreises Elbe-Elster.
Ein doppeltes Jubiläum, eine starke Persönlichkeit und ein klares Signal für die Zukunft der Region: Der Landkreis Elbe-Elster hat den Umweltpreis 2025 im festlichen Rahmen von „30 Jahre Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft“ verliehen. Im Refektorium am Schloss Doberlug wurde am 25. Februar 2026 die Auszeichnung zum dritten Mal vergeben. Landrat Christian Jaschinski zeichnete Constanze Eiser für ihr langjähriges und herausragendes Engagement im Naturschutz und in der Jugendarbeit aus.
Die Veranstaltung verband Rückblick und Ausblick: Vor 30 Jahren, am 24. Mai 1996, wurde der Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft offiziell bekanntgegeben. Bereits 1991 hatte sich der Förderverein gegründet und damit den entscheidenden Impuls für die spätere Ausweisung des Naturparks gegeben. In diesem Jahr begeht der Verein seinen 35. Geburtstag. Seit der Gründung prägen zahlreiche engagierte Bürgerinnen und Bürger, Fachleute und Institutionen die Entwicklung der Region.
Naturpark steht für gelebten Naturschutz
„Der Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft steht seit drei Jahrzehnten für gelebten Naturschutz, regionale Identität und nachhaltige Entwicklung. Was hier entstanden ist, verdanken wir Menschen mit Visionen, Mut und Ausdauer“, betonte Landrat Christian Jaschinski. „Naturparkverwaltung, Förderverein und Naturwacht ziehen seit Jahren gemeinsam an einem Strang. Dieses Miteinander macht unsere Region stark.“ Der Leiter des Naturparks Lars Thielemann ergänzt und richtet seinen Blick dabei auf die Zukunft: „Die hier lebenden Kinder und Jugendlichen werden den nächsten Abschnitt der Naturparkgeschichte gestalten. Ich freue mich auf ihren Video-Beitrag zur Jubiläumsveranstaltung und auf ihre Ideen. Meine Mitarbeitenden und ich werden diesen starken Impuls aufnehmen.“
Mit dem Naturpark verbinden sich zahlreiche Projekte und Initiativen: die Wiederansiedlung des Auerhuhns, der Pomologische Schau- und Lehrgarten, die Entwicklung der Streuobstregion, der Ausbau von Rad- und Wanderwegen, die Unterstützung bei der Vermarktung regionaler Produkte sowie Besucherinformationszentren. Zugleich richtet sich der Blick bewusst nach vorn. Kinder und Jugendliche sollen die nächste Etappe der Naturparkgeschichte aktiv mitgestalten.
Auch der Umweltpreis des Landkreises Elbe-Elster unterstreicht diesen Anspruch. Der Preis wurde erstmals für das Jahr 2022 verliehen und in diesem Jahr zum dritten Mal vergeben. 2022 erhielt der ehemalige Landrat Walter Kroker als erster Preisträger die Auszeichnung. Der Landkreis würdigte damit sein visionäres und vermittelndes Wirken unter anderem für den Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft.
Ein Preis für Menschen die Verantwortung übernehmen
Zur Bedeutung des Preises erklärte Landrat Christian Jaschinski: „Wir meinen, ein solcher Preis ist gut geeignet, die Handlungsmöglichkeiten anhand engagierter Persönlichkeiten bei uns in der Region aufzuzeigen. Gleichzeitig soll die Verleihung auch dazu anregen, die eigenen Möglichkeiten auszuschöpfen, um zur Bewahrung und Entwicklung unserer Heimat und damit der Lebensqualität in unserer Region beizutragen. Mit dem Umweltpreis rücken wir Menschen ins Licht, die Verantwortung übernehmen und andere mitnehmen. Sie zeigen, dass Naturschutz kein abstraktes Ziel ist, sondern konkretes Handeln vor Ort – Tag für Tag.“
Mit Constanze Eiser ehrt der Landkreis eine Persönlichkeit, deren Engagement bereits in der Kindheit begann. Ihre frühe Begeisterung für Natur und Umwelt führte sie zum Lehramtsstudium mit dem Fach Biologie. Am Gymnasium in Finsterwalde vermittelte sie über viele Jahre hinweg ihr Wissen und ihre Leidenschaft für die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler nahmen diese Haltung mit in ihr eigenes Leben und tragen sie heute weiter.
Seit mehr als 20 Jahren setzt sich Constanze Eiser intensiv für die Rückkehr der Wölfe in die Region ein. Sie betreut „ihre“ Wolfsrudel in der Bergbaufolgelandschaft, sammelt Hinweise und Nachweise, steht im Austausch mit Jägern und Förstern und informiert in Vorträgen sowie Führungen über das Leben der Tiere. Neben der Erfassung und Bewertung von Wolfsdaten berät sie Nutztierhalter und leistet umfassende Öffentlichkeitsarbeit. Ihr Ziel ist ein möglichst konfliktarmer Umgang zwischen Mensch und Wolf.
Constanze Eiser steht zugleich stellvertretend für viele Frauen im Naturschutz, die häufig im Hintergrund wirken, aber mit Beharrlichkeit, Fachwissen und hoher sozialer Kompetenz eine tragende Rolle übernehmen.
Mit der Kombination aus Jubiläum und Preisverleihung setzt der Landkreis Elbe-Elster ein deutliches Zeichen: Die Region blickt stolz auf 30 Jahre Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft zurück – und gestaltet mit engagierten Persönlichkeiten wie Constanze Eiser aktiv ihre Zukunft. (tho)