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Kreisanzeiger für den Landkreis Elbe-Elster
Ausgabe 5/2026
Aus der Kreisverwaltung
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Erinnern, Mahnen, Verantwortung tragen

Johannes Berger, Susann Kirst, Manfred Knispel und Claudia Sieber (v.l.n.r.) beim Gedenken auf dem Friedhof in Neuburxdorf.

Gedenkfeier in Neuburxdorf würdigt die Befreiung des Kriegsgefangenenlagers STALAG IV B und hält die Erinnerung wach

 

Mit einem kleinen Kreis von Beteiligten wurde am 23. April in Neuburxdorf des 81. Jahrestages der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers Stalag IV B gedacht. Die stille Form des Gedenkens unterstrich dabei die Würde des Anlasses und die anhaltende Verantwortung, die Erinnerung an das erlittene Leid wachzuhalten. Gerade in einer Zeit, in der Zeitzeugen immer weniger werden, kommt solchen Gedenkveranstaltungen eine besondere Bedeutung zu: Sie mahnen, die Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und aus ihr Lehren für Gegenwart und Zukunft zu ziehen.

Susann Kirst, Beigeordnete und Dezernentin des Landkreises Elbe-Elster, Claudia Sieber, Verbandsgemeindebürgermeisterin der Verbandsgemeinde Liebenwerda, Johannes Berger, Bürgermeister der Stadt Bad Liebenwerda, sowie Manfred Knispel von der Initiativgruppe Lager Mühlberg e.V. legten am Mahnmal auf dem Friedhof in Neuburxdorf und auf dem ehemaligen Lagergelände Gebinde nieder. Mit ihrem stillen Gedenken setzten sie ein Zeichen gegen das Vergessen und für eine lebendige Erinnerungskultur.

Das ehemalige Kriegsgefangenenlager Stalag IV B steht exemplarisch für das Leid, das Millionen Menschen während des Zweiten Weltkriegs erfahren mussten. Zwischen 1939 und 1945 sind rund 300.000 Kriegsgefangene aus etwa 40 Nationen durch das Lager gegangen oder waren hier gefangen. Rund 3.000 Menschen, die meisten von ihnen sowjetische Kriegsgefangene, überlebten nicht.

Am 23. April 1945 wurde das Lager von der Roten Armee befreit, nachdem das Wachpersonal zuvor geflohen war. Für die Überlebenden markierte dieser Tag das Ende von Entbehrung und Hoffnungslosigkeit – für viele jedoch auch den Beginn eines langen Weges zurück ins Leben.

Nur wenige Monate nach Kriegsende wurde das Gelände erneut zu einem Ort der Unfreiheit: Der sowjetische Geheimdienst NKWD richtete hier das Speziallager Nr. 1 ein, das bis 1948 bestand. Auch diese Phase gehört untrennbar zur Geschichte des Ortes und mahnt, sich umfassend mit den unterschiedlichen Kapiteln der Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Das Gedenken in Neuburxdorf macht deutlich: Erinnerung ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein fortwährender Auftrag. Sie fordert dazu auf, für Frieden, Menschlichkeit und Demokratie einzustehen – heute mehr denn je. (tiwa)