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Kreisanzeiger für den Landkreis Elbe-Elster
Ausgabe 9/2026
Aus der Kreisverwaltung
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Landrat und Interimsgeschäftsführer im Gespräch mit Klinikbeschäftigten

Gespräche an allen drei Standorten schaffen Klarheit über aktuelle Situation und nächste Schritte / Wirtschaftliche Stabilisierung im Mittelpunkt

Landrat Marcel Schmidt und Interimsgeschäftsführer Mirko Papenfuß haben bei Mitarbeiterversammlungen an den drei Standorten des Elbe-Elster-Klinikums in Herzberg, Elsterwerda und Finsterwalde über die aktuelle Situation und die nächsten Schritte informiert. Im Mittelpunkt standen die wirtschaftliche Lage des Klinikums, die Zukunft der Standorte, die Geschäftsführung, ein möglicher zentraler Klinikneubau sowie Fragen zur Arbeitsplatzsicherheit und einer möglichen Privatisierung.

„Die vergangenen Tage haben verständlicherweise viele Fragen und auch Unsicherheit bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausgelöst. Deshalb war mir wichtig, gemeinsam mit Mirko Papenfuß persönlich an alle drei Standorte zu gehen und unmittelbar mit den Beschäftigten zu sprechen“, sagte Landrat Marcel Schmidt. Die Beschäftigten sollten aus erster Hand erfahren, was entschieden sei, was noch offen ist und welche Aufgaben nun anstehen.

Papenfuß erläuterte, dass er die Geschäftsführung zunächst als Interimslösung übernimmt. Seine Aufgabe sei es, den laufenden Betrieb sicherzustellen, die Strukturen und Abläufe zu analysieren und notwendigen wirtschaftlichen Handlungsbedarf zu identifizieren. Parallel soll die reguläre Ausschreibung der Geschäftsführungsposition vorbereitet werden.

Ein Schwerpunkt liegt auf der wirtschaftlichen Stabilisierung des Klinikums. Bestehende Strukturen, Abläufe und Kosten sollen überprüft werden. Dabei geht es unter anderem um die derzeit hohen Ausgaben für Honorarkräfte. Nach Einschätzung der externen Berater von Forvis Mazars zehrt die aktuelle Ertragslage die Vermögensrücklage des Klinikums weiter auf, wenn nicht gegengesteuert wird.

„Wirtschaftliche Stabilität erreichen wir nicht allein durch einen einzelnen großen Schritt. Wir müssen uns vielmehr die verschiedenen Bereiche anschauen und unsere vorhandenen Ressourcen verantwortungsvoll einsetzen. Dafür brauchen wir die Erfahrung und das Wissen der Menschen, die hier jeden Tag arbeiten“, betonte Mirko Papenfuß.

Gleichzeitig stellten Landrat und Interimsgeschäftsführer klar, dass es keinen Plan für Personalabbau oder Entlassungen gibt. Die Beschäftigten würden für die medizinische Versorgung an den drei Standorten und die weitere Entwicklung des Klinikums benötigt.

Auch Fragen zur Eigentümerstruktur wurden angesprochen. Schmidt und Papenfuß stellten klar, dass weder eine Privatisierung des Elbe-Elster-Klinikums noch ein Verkauf an die Sana Kliniken AG geplant sind. Ziel sei es, das kommunale Klinikum wirtschaftlich und medizinisch zukunftsfähig aufzustellen und die Gesundheitsversorgung im Landkreis langfristig zu sichern.

Bei der künftigen Krankenhausstruktur bleibt der Kreistagsbeschluss vom 7. April 2025 Maßstab für das weitere Vorgehen. Dieser sieht die weitere Planung eines zentralen Klinikneubaus sowie die Entwicklung der bisherigen Standorte zu Gesundheitszentren vor. Zugleich wurde eine Alternativvariante beschlossen, falls ein Neubau nicht genehmigt oder finanziert werden kann. In den kommenden Monaten sollen das medizinische Leistungsspektrum unter den Bedingungen der Krankenhausreform weiterentwickelt, ambulante und stationäre Angebote stärker miteinander verbunden und die Voraussetzungen für notwendige Investitionen geklärt werden.

Nach ersten Gesprächen mit dem zuständigen Ministerium sieht der Landkreis grundsätzlich Möglichkeiten, notwendige Investitionen in die zukünftige Gesundheitsinfrastruktur förderfähig zu gestalten. Die konkreten Planungen müssen dabei an die weitere Entwicklung und veränderte Rahmenbedingungen angepasst werden.

Der direkte Austausch mit den Beschäftigten soll fortgesetzt werden. Landrat und Interimsgeschäftsführer wollen über wesentliche Entwicklungen und weitere Schritte unmittelbar informieren. (tho)