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Kommunal-Nachrichten der Gemeinde Fraureuth
Ausgabe 10/2026
Informationen aus der Ortschaft Fraureuth
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Die Dahlie „Fraureuth“ in Blütenpracht auf dem Gedenkplatz

 

Jeder Ortsteil unserer Großgemeinde kann stolz auf die Errungenschaften früherer Generationen sein. Für Fraureuth ist vor allem die ruhmreiche Industrie- und Sportgeschichte hervorzuheben, aber auch im Handwerks- und Agrarsektor wurde und wird Bedeutendes geleistet.

Im Bereich des Zierpflanzenbaus besitzt die ehemalige Gärtnerei Voit einen herausragenden Stellenwert. Wer von den Älteren kennt nicht die jährlich durchgeführten Dahlienschauen, die Tausende aus nah und fern nach Fraureuth lockten und den Charakter von Volksfesten hatten?

In Erinnerung an diese Zeit hatte der Autor dieses Berichts vor etwa 15 Jahren seine Mutter Hedwig gebeten, an Knollen der Dahlie „Fraureuth“ zu gelangen. Es bestand die Vorahnung, dass diese von Herbert und Heinz Voit gezüchtete Sorte in Vergessenheit geraten und vom Aussterben bedroht ist. Die Gärtnerei Voit konnte helfen, und seit dieser Zeit wächst die „Fraureuth“ im Garten des Autors in dessen Wahlheimat Halle (Saale). Als Gärtnermeister Heinz Voit im vergangenen Jahr starb, kam die Idee auf, das Wirken von ihm und seiner Familie durch die Pflanzung seiner Sorte „Fraureuth“ auf dem Gedenkplatz zu würdigen.

Dieser Vorschlag wurde von der Gemeindeverwaltung, insbesondere vom damaligen Bürgermeister Matthias Topitsch, sehr befürwortet. Es kam noch im gleichen Jahr zu einer Versuchspflanzung hallescher Knollen, die hohe Vitalität und Blühwilligkeit am ursprünglichen Standort Fraureuth unter Beweis stellten. Die anfängliche Skepsis war damit verflogen, denn der Dahlienspezialist Frank Krauße aus dem Osterzgebirge charakterisierte die Sorte „Fraureuth“ als verwöhnungsbedürftige Diva, die heutzutage niemand mehr hätte. Nach diesem Kultivierungserfolg wurde 2026 umfänglicher geplant.

Der neue Bürgermeister Robby Safferthal, wie sein Amtsvorgänger den Traditionen gern verpflichtet, sowie sein Team unterstützten die Anlage eines Beetes und die Gestaltung einer Erinnerungstafel.

  

Am Mittwoch, dem 26. August erfolgte die Einweihung des neuen floralen Schmuckstücks des Gedenkplatzes. In Anwesenheit von Marion Voit und ihrer Tochter sowie interessierter Fraureuther Bürgerinnen und Bürger moderierte Herr Safferthal die Veranstaltung, und als deren Höhepunkt brachte er die Erinnerungstafel auf einem Sockel an.

Der Autor dieses Beitrags informierte über Dahlien im Allgemeinen und die „Fraureuth“ im Besonderen. Dabei wurde herausgestellt, dass die gemeindeverehrende Züchtung bereits 1966 in der DDR als neue Sorte registriert wurde und somit dieses Jahr ihren 60. Geburtstag feiert. Sie gehört mit ihren zahlreichen sternförmig gestellten und leicht gerollten Blütenblättern zur Klasse der Kaktusdahlien. Ein Züchtungsziel von Herbert und Heinz Voit waren leuchtende Farben. Bei „Fraureuth“ wandelt sich ihr Spektrum von zentral gelblich über lachsfarben bis hin zum randlichen zarten Purpur. Im Sonnenlicht kommt es zu weiteren verführerischen Farbnuancen.

Das in diesem Jahr eingeweihte Dahlienbeet auf dem Gedenkplatz soll jährlich neu bepflanzt und mit weiteren Züchtungen von Heinz Voit sogar erweitert werden.

In einer der nächsten Ausgaben der Kommunal-Nachrichten wird über die Geschichte der Gärtnerei Voit und über die Fraureuther Dahlienschauen berichtet.

Peter Otto, wohnhaft in Halle (Saale), aber aufgewachsen und zur Schule gegangen in Fraureuth