Obwohl die Tabellensituation etwas anderes aussagte, wurde das Bundesliga-Spiel zwischen dem VfB Eintracht Fraureuth und dem SV Dresden-Neustadt zu einem absoluten Spitzenspiel, welches die Gastgeber mit 5725 : 5664 getroffenen Kegeln für sich entschieden. Bereits im ersten Durchgang konnten drei Topresultate verbucht werden. Für die Eintracht fegte Pirmin Sorber 987 Kegel von der Platte - ein Ergebnis, welches im weiteren Spielverlauf nicht mehr getoppt wurde. Lenny Hilbig erzielte mit 960 Treffern eine neue persönliche Bestleistung. Für die Gäste hielt hier nur Marcel Koine mit 961 Holz mit. Somit lagen die Fraureuther mit 72 Punkten in Front. Dieser Vorsprung wurde im zweiten Spielabschnitt dann noch vergrößert. Gregor Liebold sorgte mit 975 Zählern für einen weiteren Topwert für die Hausherren. Für Routinier Reiner Schumann, der gegen Ende seines Matches stehend k.o. war, wurden 930 Punkte verbucht. Auch hier brachten die Landeshauptstädter durch Raimund Krüger (962) nur eine „starke Nummer“ in die Wertung. Der Vorsprung war auf 114 Kegel angewachsen. Dies bedeutete aber noch lange keine Vorentscheidung, denn die Dresdner schickten mit Torsten Depta (974) und Denis Jannasch (952) zwei Spieler auf die Bahn, die durchaus in der Lage sind, eine dreistellige Differenz aufzuholen. Doch die beiden VfB-Akteure hielten die Gäste „an der langen Leine“, verloren zwar auf jeder Bahn ein paar Hölzer ohne das Gesamtplus zu gefährden. Spannend wurde es nochmal kurz vor Schluss, als sich Ralf Wolfring - auf der für ihn ungewohnten Schlussposition spielend, eine Zerrung zuzog. Armin Sonntag musste 16 Kugeln vor dem Ende, also während der Abräumer eingewechselt werden. Dies ist immer kritisch, weil man „aus der Kalten“ punktgenau treffen muss. Dies gelang nicht immer. Für beide gingen aber 928 Zähler in die Wertung. Unbeeindruckt von allem zog Willy Schumann seine Kreise und ließ mit seinen 945 Treffern die Konkurrenten nie zu weit davon kommen.
Am Ende waren sich alle einig, dass dies das beste Spiel in der Fraureuther „Rudolf Dorn“ Halle seit dem Umbau war. Alle zwölf Resultate lagen über der 900er Marke und der VfB Eintracht blieb nur 22 Kegel unter dem aktuellen Hallenrekord, der immerhin vom noch amtierenden deutschen Meister Franken Neustadt gehalten wird. In jedem Fall hatten die Gastgeber ein Achtungszeichen gesetzt vor dem Heimspiel am kommenden Samstag gegen den aktuell ungeschlagenen Tabellenführer aus Gera. Diese rasselten aber ebenso mit den Säbeln, indem sie ihr Heimspiel mit der Saisonbestleistung von 6042 Punkten gewannen!
Eine Woche später: Was für ein Spiel, was für ein Erlebnis - dieses Bundesliga-Match zwischen dem VfB Eintracht Fraureuth und dem ungeschlagenen Tabellenführer KSV Heinrichsbrücke Gera. Zwar klingt die 5732 : 5825 Niederlage der Gastgeber am Ende recht deutlich, doch die Eintracht hatte den Ligaprimus bis 30 Wurf vor dem Ende am Rande der ersten Saisonniederlage! Erst eine gigantische Schlussbahn von 294 Treffern des Bundesliga-Topspielers Alexander Leiott ließ das Pendel zugunsten der Geraer ausschlagen. Doch zum Spielverlauf. Die Hausherren starteten fulminant ins Match. Pirmin Sorber überzeugte mit 967 getroffenen Kegeln. Zum zweiten Mal innerhalb von acht Tagen stellte Lenny Hilbig eine neue persönliche Bestleistung auf. Mit 989 Holz kratzte er sogar an der 1000er Marke. Thomas Illgner (942) und Michael Hesse (968) hielten für die Gäste zwar gut dagegen, doch die Fraureuther hatten sich einen Vorsprung von 46 Kegeln erarbeitet. Dieser wurde auf der ersten Bahn des zweiten Drittels gleich auf 95 Zähler ausgebaut. Nachdem jedoch das Zählwerk kurzzeitig über 100 Plus anzeigte, drehte sich das Match wieder etwas. Mit 974 Punkten markierte Willy Schumann den zweiten Topwert für die Eintracht. Allerdings blieb Gregor Liebold mit 916 Holz etwas unter seinen Möglichkeiten. Trotzdem wuchs das Fraureuther Plus auf 77 Kegel an. Die Sensation war greifbar, doch wusste man bei den Gastgebern, was Alex Leiott zu leisten im Stande ist. Dieser zog dann auch unwiderstehlich seine Kreise. Die ersten beiden Bahnen mit 265 und 283 Treffern bedeuten schon einen neuen 100-Wurf-Hallenrekord von 548 Holz. Die 266 Punkte auf der dritten Bahn waren fast schon normal, doch dann fegte er noch 294 Kegel von der Platte (erneuter 100-Wurf-Rekord mit 560 Holz) und durchbrach die Schallmauer mit insgesamt 1108 Gesamtpunkten!!! Gegen 705 Volle und 403 Abräumer war kein Kraut mehr gewachsen. Die Fraureuther Schlussstarter wehrten sich mit Macht. Auf der ersten Bahn konnten sie gegen diese Übermacht sogar einen Kegel gutmachen. Nach der zweiten Bahn waren es noch 36 Plus, eine Bahn vor dem Ende lag man immer noch acht Kegel vorn. 30 Wurf vor Ultimo gingen die Gäste erstmals in Führung und mit 15 vorn in die letzten Abräumer. Doch dann hatten Ralf Wolfring (966) und Armin Sonntag (920) nichts mehr entgegen zu setzen. Der Geraer Lars Unger komplettierte noch mit 948 Treffern.
Der Fraureuther Kapitän Armin Sonntag meinte nach der Gratulation an den nun bereits feststehenden neuen deutschen Meister: „Wir haben uns absolut nichts vorzuwerfen. Zum zweiten Mal innerhalb von acht Tagen über 5700 Punkte erzielt, zum zweiten Mal am (alten) Bahnrekord gekratzt - den hat nun Gera in gewaltige Höhen gepeitscht - das ist eine super Entwicklung des Teams. Wir haben letztendlich gegen einen außergewöhnlichen Spieler mit einer außergewöhnlichen Leistung den Kürzeren gezogen“!