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Amtsblatt Lossa Bote - Gemeinde Lossatal mit den Ortsteilen
Ausgabe 10/2026
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Eine schwierige Entscheidung für Dornreichenbach

Liebe Einwohnerinnen und Einwohner,

es gibt Entscheidungen, die einem auch dann schwerfallen, wenn die Fakten am Ende eine klare Sprache sprechen. Die Entscheidung über die Zukunft der Kindertageseinrichtung „Kinderhaus Sonnenschein“ in Dornreichenbach gehört ohne Zweifel dazu.

In der Sitzung am 7. Oktober 2026 hat der Gemeinderat die Schließung der Einrichtung zum 30. November 2026 beschlossen.

Diese Entscheidung ist niemandem leichtgefallen. Die Diskussionen im Gemeinderat, in der Verwaltung und mit den Beteiligten waren intensiv und hoch emotional. Denn es ging nie ausschließlich um Zahlen, Kosten oder Auslastungsquoten. Es ging um Kinder und ihre Familien, um die Beschäftigten und um einen Ort, der seit vielen Jahren fest zu Dornreichenbach gehört und mit dem viele von Ihnen persönliche Erinnerungen verbinden.

Gleichzeitig tragen wir als Gemeinde Verantwortung für alle Kinder und Familien im Lossatal und damit für eine Betreuungsstruktur, die auch langfristig stabil und tragfähig funktioniert. Bei aller Verbundenheit mit dem einzelnen Standort müssen wir das gesamte Gemeindegebiet im Blick behalten.

Um unsere Kindertageseinrichtungen auch für die kommenden Jahre gut aufzustellen, haben wir eine Arbeitsgruppe gegründet. In dieser werden Mitarbeiterinnen der Verwaltung, Mitglieder des Gemeinderates, die Leitungen unserer gemeindeeigenen Kindertageseinrichtungen und ich als Bürgermeister eng zusammen arbeiten. Gemeinsam wollen wir die zukünftige Entwicklung unserer Einrichtungen betrachten, Herausforderungen frühzeitig erkennen und Lösungen erarbeiten, die sowohl den Bedürfnissen der Kinder und Familien als auch den Möglichkeiten unserer Gemeinde gerecht werden.

Die Zahl der Geburten in unserer Gemeinde geht seit Jahren deutlich zurück: Wurden vor sechs Jahren noch 41 Kinder pro Jahr geboren, sind es im Jahr 2026 aktuell nur noch 21 Kinder. Dadurch stehen im Gemeindegebiet zunehmend mehr Betreuungsplätze zur Verfügung, als tatsächlich benötigt werden.

Alle Kindertageseinrichtungen im Lossatal wurden deshalb – unabhängig von ihrer Trägerschaft – nach einheitlichen Kriterien geprüft. Dazu gehörten insbesondere die aktuelle und zukünftige Auslastung, die wirtschaftliche Tragfähigkeit, notwendige Investitionen sowie wohnortnahe Alternativen.

Die Kindertageseinrichtung „Kinderhaus Sonnenschein“ weist mit derzeit sechs Kindern und einer Auslastung von rund 15 Prozent die mit Abstand geringste Belegung auf. Dem stehen jährliche Betriebskosten von über 300.000 Euro sowie ein erheblicher kurz- bis mittelfristiger Investitionsbedarf gegenüber.

In einer Sondersitzung sowie in mehreren regulären Sitzungen des Gemeinderates wurden diese Entwicklungen und Zahlen tiefgehend betrachtet, unterschiedliche Szenarien abgewogen und immer wieder Möglichkeiten für einen Erhalt gesucht. Keiner dieser Punkte allein hat zu der Entscheidung geführt. Es ist die Gesamtheit der Entwicklungen, die nach intensiver Abwägung den Ausschlag gegeben hat.

Umso schwerer wiegt die Erkenntnis, dass sich trotz dieser intensiven Suche keine tragfähige Möglichkeit für einen dauerhaften Weiterbetrieb der Kita gefunden hat.

Auch nach der Schließung stehen im Gemeindegebiet weiterhin Kindertageseinrichtungen zur Verfügung. Unser Anspruch bleibt, allen Familien eine qualitativ hochwertige und möglichst wohnortnahe Betreuung anzubieten. Dafür sind auch künftig ausreichend Betreuungsplätze vorhanden.

Bei allen Zahlen und sachlichen Argumenten dürfen wir eines nicht vergessen: Eine Kita ist weit mehr als ein Gebäude oder eine Position im Gemeindehaushalt. Generationen von Kindern haben in Dornreichenbach gespielt, gelernt und Freundschaften geschlossen. Erzieherinnen haben sie fürsorglich begleitet und Familien haben dem Kinderhaus über Jahre ihr Vertrauen geschenkt.

Deshalb bedeutet die Schließung einen Einschnitt – insbesondere für den Ortsteil Dornreichenbach.

Nun gilt es, gemeinsam mit den Familien und den Erzieherinnen einen guten und verlässlichen Übergang zu gestalten.

Ihr Bürgermeister
Michael Schön