Geoportal Museum Steinarbeiterhaus Hohburg mit Franziska Oschatz (MA Gemeindeverwaltung Lossatal/li) und Geoportalleiterin Dr. Katja Martin (re)
Der Nationale Geopark Porphyrland setzt neue Maßstäbe in der geologischen Bildungsarbeit. Mit Veröffentlichung eines fachmännisch konzipierten Gesteinsbestimmungsflyers erhalten sowohl Experten als auch naturbegeisterte Geopark-Entdecker ein Werkzeug an die Hand, das die Erdgeschichte der Region auf wissenschaftlichem Niveau und zugleich anschaulich vermittelt.
Fachliche Tiefe im Taschenformat Der neue Flyer ist weit mehr als eine Übersicht – er ist ein mobiles Bestimmungslabor. Unter der fachkundigen Leitung von Dr. Frank W. Junge (GeoErlebnisWerkstatt Trebsen) wurde ein Medium geschaffen, das die Klassifizierung der komplexen Gesteinswelt im Porphyrland zum „Kinderspiel" macht. Im Zentrum steht die sichere Unterscheidung zwischen:
| • | Magmatiten: präzise Bestimmung von Plutoniten, Vulkaniten und Subvulkaniten |
| • | Sedimenten und Metamorphiten: klare Abgrenzung der verschiedenen Gesteinsklassen |
| • | Regionalen Schätzen: detaillierte Profile zu lokalen Gesteinsarten wie Dornreichenbacher Porphyr, Beuchaer Granitporphyr, Grimmaer Porühyr oder dem Lüptitzer Pyroxenquarzporphyr |
Zusätzlich bereitet der Flyer komplexe erdgeschichtliche Prozesse verständlich auf. Themen wie der Gesteinskreislauf sowie die spezifische Entstehung von Kaolin und Braunkohle werden durch die nutzerfreundliche Gestaltung der Leipziger Illustratorin Uta Bettzieche visuell lebendig und verständlich.
Vom Fachzentrum in die Region Nach der offiziellen Vorstellung im Rahmen einer BNE-Kompetenzwerkstatt (Bildung für nachhaltige Entwicklung) durch Dr. Junge wird das Material seit kurzem sukzessive an die Geoportale des Geoparks Porphyrland geliefert. Nach dem Geoportal Museum Steinarbeiterhaus Hohburg hat jüngst auch das Geoportal Bahnhof Mügeln mit der Erlebniswelt Kaolin die neuen Bestimmungshilfen erhalten.
Geoportal-Leiterin Kerstin Helbig sieht darin einen großen Mehrwert für ihre Arbeit - gerade mit Kindern: „Der Flyer schlägt die ideale Brücke zwischen unserer interaktiven Ausstellung und der direkten Beobachtung im Gelände. Er zeigt die Unterschiede unserer Gesteinsarten übersichtlich und anschaulich auf. Das Tool macht greifbar, wie aus vulkanischem Gestein das ‚Weiße Gold‘ unserer Region wurde."
Bewusster Verzicht auf Digitalisierung Um der Wertigkeit und dem Charakter als „Handwerkszeug" gerecht zu werden, hat sich der Geopark Porphyrland bewusst gegen eine Download-Option entschieden. Der Flyer ist exklusiv physisch vor Ort erhältlich bzw. im Rahmen von Bildungsangeboten und dem spezifischen Wirken der GeoRanger nutzbar. Die kontrollierte Ausgabe stellt sicher, dass das Material gezielt dort zum Einsatz kommt, wo es den größten Nutzen stiftet: bei Führungen der zertifizierten GeoRanger, in der Arbeit mit Schulklassen und bei der aktiven Erkundung der Geoportale durch Wanderer und Sammler.
Dieses Projekt wurde finanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.
Zahlreiche weitere Informationen zu unseren Bildungsangeboten, Arbeitsmaterialien und den Geoportalen sind online auf der Internetseite des Geoparks unter geopark-porphyrland.de abrufbar.