Lossatal/Thallwitz, 03.06.2026. Wie können Landwirtschaft, Gewässerschutz, Energieversorgung und Klimaanpassung gemeinsam zur Zukunft des ländlichen Raums beitragen? Antworten auf diese Frage standen im Mittelpunkt eines Feldtags im Wurzener Land. Im Agroforstsystem Böhlitz und am renaturierten Tauchnitzgraben informierten sich Fachleute aus Kommunen, Landwirtschaft, Wasserwirtschaft, Wissenschaft und Naturschutz über innovative Ansätze, die ökologische und wirtschaftliche Ziele miteinander verbinden. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Förderprojekte AGROfloW und ZENAPA statt.
Klima- und Gewässerschutz mit regionalem Nutzen
Die Teilnehmenden konnten vor Ort erleben, wie moderne Agroforstsysteme dazu beitragen, Böden und Gewässer zu schützen, die Artenvielfalt zu fördern und die Landwirtschaft widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass Klima- und Umweltschutz konkrete wirtschaftliche Perspektiven für die Region eröffnen können. In beiden Agroforstsystemen wurden insgesamt rund 30.000 Pappeln gepflanzt. Das Holz soll künftig von der Wurzener Land-Werke GmbH für die regionale Wärmeversorgung genutzt werden. Darüber hinaus dienen die Flächen als Forschungsstandorte, an denen neue Lösungen für die Herausforderungen des Klimawandels erprobt werden.
„Der Feldtag hat gezeigt, dass Klima- und Umweltschutz, Energieversorgung und regionale Entwicklung keine Gegensätze sind. Wenn wir diese Themen sinnvoll miteinander verbinden, entstehen Lösungen, von denen Kommunen, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen profitieren“, erklärte Stefanie Kleine von den Wurzener Land-Werken.
Impulse für die regionale Entwicklung
Im Mittelpunkt des Feldtags stand die Frage, wie erfolgreiche Projekte wie in Böhlitz und am Tauchnitzgraben auch an anderen Standorten umgesetzt werden können. Die vorgestellten Beispiele zeigten, dass sich Maßnahmen für Gewässerschutz, Landwirtschaft, Naturschutz und regionale Energieversorgung sinnvoll miteinander verbinden lassen. So entstehen Lösungen, die nicht nur ökologische Vorteile bieten, sondern auch einen konkreten Nutzen für Kommunen und die regionale Entwicklung schaffen.
Auch der Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, Ulrich Menke, würdigte die bisherigen Leistungen der Projektpartner. Er betonte, dass mit den Projekten in Böhlitz und am Tauchnitzgraben wichtige Pionierarbeit geleistet wurde. Die dabei gewonnenen Erfahrungen könnten dazu beitragen, ähnliche Vorhaben künftig auch an anderen Standorten leichter umzusetzen.