Im Garten wird gespielt, gelacht, gerannt und entdeckt. Doch an diesem Tag wurde aus einem ganz normalen Spielplatzmoment etwas ganz Besonderes:
Ein Kind entdeckte sie und innerhalb kürzester Zeit waren immer mehr Kinder dabei. Das Spiel wurde unterbrochen, die Neugier war geweckt. Ganz vorsichtig wurde geschaut, beobachtet und gestaunt.
Was wissen wir eigentlich schon über Kröten?
Die Kinder sprudelten nur so vor Ideen und eigenen Erfahrungen:
„Hat immer hoch und runter gemacht, weil sie atmet.“ (N.)
„Hat Schwimmhäute zwischen den Fingern.“ (L.)
„Hat kleine Schritte gehüpft. Kröten haben kurze Beine, keine langen.“ (F.)
„Kann Fliegen fangen.“ (F.)
Und schon waren die nächsten Fragen da: Wo kommt sie her? Wo wohnt sie? Was frisst sie? Und wie alt kann so eine Kröte eigentlich werden? Nachdem wir unseren kleinen Besucher ausgiebig betrachtet hatten, brachten wir ihn wieder zurück in die Natur, auf die Wiese in der Nähe des Teiches.
Die Kröte war längst wieder unterwegs, doch unsere Gedanken blieben bei ihr.
Aus den Fragen der Kinder entstand ein spannendes Forschungsprojekt. Wir wollten wissen, welche Frosch- und Krötenarten es gibt, wie alt Kröten werden und wo sie eigentlich zu Hause sind.
Gemeinsam gestalteten die Kinder den Lebensraum der Kröte. Sie malten Wiese, Teich und Pflanzen und überlegten dabei, was eine Kröte zum Leben braucht. Beim genauen Ausmalen und Gestalten wurden ganz nebenbei Feinmotorik, Stifthaltung und der Umgang mit Farben geschult.
Dann gingen wir der Frage nach: Wie wird aus einem Ei eigentlich eine Erdkröte?
Die einzelnen Entwicklungsstadien wurden gemeinsam betrachtet, ausgeschnitten und in die richtige Reihenfolge gebracht. Aus Eiern werden Kaulquappen, aus Kaulquappen kleine Kröten und irgendwann hüpft eine fertige Kröte durch die Welt.
Und dann kam die nächste Frage: „Wie lang ist denn eigentlich so eine Laichschnur?“
Das wollten wir nicht nur erzählen. Wir wollten es erleben.
Also legten sich die Kinder hintereinander auf den Boden. Ein Kind nach dem anderen kam dazu, bis die Länge sichtbar wurde. So wurde aus einer Zahl plötzlich etwas, das man mit dem eigenen Körper begreifen konnte.
Denn genau darum geht es: Die Neugier der Kinder ernst zu nehmen und gemeinsam mit ihnen herauszufinden, wohin sie uns führt.
Aus einem kurzen Moment im Garten wurden Fragen, Gespräche, Forschen, Gestalten, Schneiden, Sortieren, Messen und jede Menge Staunen. So wird aus einer kleinen Entdeckung ein großer Lernmoment.
Wer weiß, was morgen in unserem Garten auf uns wartet …?