Am 24. März 2026 durfte die Stadt Falkenstein/Harz einen besonderen Besuch empfangen: Familie Schneider übergab ein Gemälde der Burg Falkenstein – ein Geschenk mit großer persönlicher und emotionaler Bedeutung. Die Schenkung geht zurück auf den letzten Wunsch des Herrn Werner Bormann, der viele Jahre seines Lebens eng mit Ermsleben verbunden war – und obwohl ihn sein Weg bereits 1959 in Richtung Heidelberg führte, blieb seine alte Heimat stets ein wichtiger Teil seines Herzens. Werner Bormann wurde am 26. Mai 1939 als Sohn von Kürschnermeister Kurt Bormann und seiner Frau Else, geborene Schmidt, geboren. Er wuchs in Sinsleben auf und absolvierte seine Ausbildung zum Bäcker in Ermsleben. Auch im örtlichen Fußballverein war er aktiv und fand dort Gemeinschaft und Verbundenheit. Nach seinem Umzug nach Heidelberg begann er zunächst weiterhin als Bäcker zu arbeiten, bevor er sich beruflich neu orientierte und bei den Heidelberger Druckmaschinen zum Dreher und Einrichter umschulte. Am 4. Juni 1960 heiratete er in der Heiliggeistkirche in Heidelberg seine Frau Inge, die ihm aus der Heimat gefolgt war. Gemeinsam bauten sie sich in Leimen-St. Ilgen ein Leben auf und gründeten eine Familie mit zwei Kindern. Trotz der räumlichen Entfernung blieb die Verbindung zur alten Heimat stets lebendig. Regelmäßige Besuche, Erinnerungen und Erzählungen hielten Ermsleben und Umgebung über Jahrzehnte hinweg präsent. Die Wende im Jahr 1989 bedeutete für ihn ein besonderes Glück – nun wurde der Kontakt wieder intensiver möglich. Das nun übergebene Gemälde der Burg Falkenstein ließ Werner Bormann in den 1970er Jahren von einem Künstler aus Leimen nach einer Fotovorlage anfertigen. Viele Jahre hing es im Wohnzimmer der Familie – als tägliche Erinnerung an die Herkunft und die Verbundenheit zu Falkenstein/Harz. In seinen letzten Lebensjahren war Werner Bormann gesundheitlich stark eingeschränkt. Nach dem Verlust seiner Ehefrau Inge im Jahr 2025 und einer zunehmenden Pflegebedürftigkeit verstarb er am 9. Januar 2026. Mit der Übergabe des Gemäldes erfüllt seine Familie nun seinen letzten Wunsch. Dieses besondere Geschenk ist weit mehr als ein Kunstwerk – es ist ein Symbol für Heimatverbundenheit, Erinnerung und Wertschätzung.
Die Stadt Falkenstein/Harz bedankt sich herzlich bei der Familie Schneider für diese großzügige und bewegende Geste. Das Gemälde hat im Ratssaal der Stadtverwaltung einen würdigen Platz gefunden und wird künftig auch andere an die enge Verbindung eines Menschen zu seiner Heimat erinnern dürfen.