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MB Frohburg/Bad Lausick
Ausgabe 2/2026
Überregional
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Welt-Delir-Tag: Speziell geschulte Delir-Begleiterin unterstützt Patientenversorgung

Lee-Ann Danielczik unterstützt die nicht-medikamentöse Delir-Behandlung am Klinikum Borna

Bereits seit 2018 arbeitet eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe an den Sana Kliniken Borna und Zwenkau an der strukturierten Verbesserung der demenz- und delirsensiblen Patientenversorgung. Seit Februar dieses Jahres unterstützt eine Demenz-/Delir-Begleiterin betroffene Patienten ganz unmittelbar.

Jedes Jahr am zweiten Mittwoch im März lenkt der Welt-Delir-Tag die Aufmerksamkeit auf das Delir - ein im Klinikalltag oft unterschätztes Risiko. Der Tag steht im Zeichen der Aufklärung, Prävention sowie der Sensibilität für eine frühzeitige Diagnostik und Behandlung. „Bei einem Delir handelt es sich um eine plötzlich eintretende Veränderung des Zustandes imponierend oft als Verwirrtheit“, erklärt Dr. Franziska Struckmann, Chefärztin der Kliniken für Akutgeriatrie und Frührehabilitation in Borna und Wurzen. „Die Betroffenen sind desorientiert, vermischen Gegenwart mit Vergangenheit, wirken apathisch und/oder verhalten sich aggressiv.“ Auslöser können Operationen, Infektionen, Flüssigkeitsmangel, verschiedene Medikamente, vorbestehende kognitive Einschränkungen oder akute Belastungssituationen wie ein plötzlicher Krankenhausaufenthalt sein. Auch wenn ein Delir oft ein vorübergehender Zustand ist, kann er unbehandelt zu dauerhaften Einschränkungen führen. Auftreten kann ein Delir prinzipiell in jedem Lebensalter, allerdings sind ältere Menschen besonders gefährdet.

Arbeitsgruppe entwickelt Konzepte, Instrumente und Fortbildungen

Wie lassen sich Risikofaktoren für ein Delir frühzeitig identifizieren, wie kann man dem Delir vorbeugen und wie lässt es sich im Fall der Fälle wirksam behandeln? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Demenz- und delirsensibles Krankenhaus“. In der Arbeitsgruppe arbeiten Ärztinnen und Ärzte aus verschiedenen Fachrichtungen, Pflegekräfte, GeriNurses | Demenz-/Delirbeauftragte, Physio- und Ergotherapeuten, Psychologinnen, der Sozialdienst, das Qualitätsmanagement und das Medizincontrolling zusammen. Die Arbeitsgruppe prüft beispielsweise validierte Delir-Screenings, entwickelt demenz-/delirsensible Versorgungsansätze, Mitarbeiterschulungen sowie Materialien zur Unterstützung der Arbeit in der zentralen Notaufnahme und der Stationsarbeit wie etwa eine praktische Delir-Pocketcard, die den Behandlerinnen und Behandlern die wichtigsten Informationen auf einen Blick mitgibt.

Neu: Demenz-/Delir-Begleiterin unterstützt betroffene Patienten direkt

Seit Anfang Februar dieses Jahres unterstützt die erste Demenz-/Delir-Begleiterin der Klinik, Lee-Ann Danielczik, die Patientenversorgung ganz direkt. Die ausgebildete Pflegefachkraft ist im 3-Schicht-System eingesetzt und kann von den einzelnen Stationen des Klinikums bei Bedarf angefordert werden. „Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt auf der Prävention und der Unterstützung der nicht-medikamentösen Behandlung eines Delirs“, erzählt die 21-Jährige. Dabei agiert sie in einem interdisziplinären Team. Ihre Aufgaben sind vielfältig und zielen darauf ab, den Realitätsbezug und die Tagesstruktur zu stärken, die Betroffenen zu mobilisieren und mithilfe einer gezielten Beschäftigung kognitive Fähigkeiten zu aktivieren. Darüber hinaus ist die persönliche Nähe einer 1:1-Betreuung, das beruhigende und orientierende Gespräch und die Hilfe beim Trinken, um eine Dehydrierung zu verhindern, ein wichtiger Teil der Delir-Behandlung. „Wir wissen, dass nicht-medikamentöse Maßnahmen wie diese am wirksamsten sind“, ergänzt Frau Dr. Struckmann. „Und je schneller die Symptome erkannt und gezielt behandelt werden, umso besser ist die Prognose.“