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MB Frohburg/Bad Lausick
Ausgabe 3/2026
Vereine
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Maibaum, Kabarett und der Ernst des Dorflebens

 

Es gibt Dörfer, da passiert im Jahr ungefähr so viel wie in einer schlecht sortierten Tiefkühltruhe. Und dann gibt es Greifenhain!

Hier reicht ein Donnerstagabend und irgendeiner steht plötzlich mit Bierkasten mitten am Gemeindezentrum und sagt: „Na wenn wir schon ma hier sind, könn wir ooch glei den Maibaum setzn.“ Und genau so begann er wieder: Der Tanz in den Mai.

Am 30. April wurde in Greifenhain nicht einfach nur ein Baum aufgestellt. Nein. Da wird diskutiert. Da stehen acht Leute mit verschränkten Armen daneben und sagen: „Noch’n Stück.“ Obwohl keiner so genau weiß, in welche Richtung eigentlich. Irgendwann steht das Ding dann doch. Schief genug, um sympathisch zu wirken. Gerade genug, damit keiner vom Amt nervös wird.

Danach begann das, was auf offiziellen Plakaten immer „gemütliches Beisammensein“ heißt. Der Tanz in den Mai selbst war wie immer eine Mischung aus Dorffest und Familienfeier. Kinder flitzten irgendwo zwischen den Leuten herum, Erwachsene diskutierten am Tresen über die Weltlage und gegen Mitternacht standen plötzlich Menschen auf der Tanzfläche, von denen man dachte, sie hätten seit Helmut Kohl nicht mehr getanzt.

Dann ging es in Greifenhain schon weiter mit dem nächsten kulturellen Großereignis: Kabarett am 09. Mai mit den Leipziger Academixern.

Kabarett auf dem Dorf ist übrigens eine ganz eigene Disziplin. Das Publikum sitzt da mit verschränkten Armen und dem Gesichtsausdruck von Leuten, die erstmal prüfen wollen, ob das überhaupt lustig wird. Und wenn sie dann lachen, dann richtig. Mit Schenkelklopfen, Tränen in den Augen und diesem einen Mann in der dritten Reihe, der immer fünf Sekunden später lacht als alle anderen.

Das Schöne an solchen Abenden ist ja: Man merkt plötzlich wieder, dass Dorfleben nicht daraus besteht, dass irgendwo Häuser herumstehen. Sondern daraus, dass Leute etwas machen. Ehrenamtlich. Nach Feierabend.

Und genau deshalb wird’s jetzt ernst.

Während auf der Bühne gelacht, gibt es Leute im Dorf, die nachts aufstehen, wenn andere schlafen. Die losfahren, wenn’s brennt. Die Sandsäcke schleppen, Keller auspumpen oder bei irgendeinem Verkehrsunfall irgendwo im Regen stehen. Unsere Feuerwehr! Und die hat ein Problem: Es fehlen Leute. Nicht irgendwann vielleicht. Jetzt.

Denn Feuerwehr funktioniert nicht mit Facebook-Likes unter irgendwelchen Beiträgen. Man muss halt hingehen. Sonst kommt irgendwann der Tag, an dem die Türen geschlossen bleiben. Nicht symbolisch. Sondern wirklich. Und dann merkt man erst, was man verloren hat.

Deshalb der einfache Aufruf:

Wenn du halbwegs geradeaus laufen kannst und dein Dorf nicht nur vom Ortsschild kennst – komm zur Feuerwehr. Man muss kein Held sein. Keiner erwartet, dass du brennend aus Fenstern springst oder mit bloßen Händen Häuser löschst. Man muss einfach nur mitmachen.

Damit Greifenhain auch künftig das bleibt, was es ist: Ein Dorf, in dem noch was los ist. Und in dem jemand kommt, wenn’s wirklich drauf ankommt.

 – Für Für Greifenhain e. V.