Ein trauriges Ereignis überschattete den Jahresbeginn des Vogtländischen Mundartkreises. Die Falkensteinerin Renate Mönnich ist am 2. Januar 2026 im Alter von 89 Jahren verstorben. Das Vogtland verliert mit ihr eine der bekanntesten Mundartautorinnen der Gegenwart. Der Vogtländische Mundartkreis dankt ihr für ihr Engagement zur Bewahrung der Sprache unserer Heimat und erinnert an sie mit einem Nachruf.
„Hochneujahr im Alten Spital“, so war die Veranstaltung, die am 6. Januar in der bis auf den letzten Platz gefüllten „Hutzenstub“ stattfand, überschrieben. Es lasen die Auerbacherin Anne Solitair, Thorald Meisel aus Zwota und Doris Wildgrube aus Arnoldsgrün. Anne Solitair hatte vorrangig eigene Geschichten im Gepäck. Thorald Meisel las unter anderem die von ihm in der Mundart seines Heimatortes Zwota aufgeschriebene Sage „De Wattfraa“. Doris Wildgrube teilte ihre persönlichen Erinnerungen an das „Zuckermännellied“ mit den Besuchern. Anlass war der gemeinsame Auftritt von Enkelsohn Julius mit seinem Vater Sebastian Wildgrube. Nachdem die Oma das Lied bereits in der Grundschule von ihrem damaligen Lehrer, Hans Winter, der aus Falkenstein stammte, gelernt hatte, sang es später Sohn Sebastian und jetzt auch der achtjährige Julius. Er erlernt zudem das Spielen auf der Akkordzither und gab mit dem „Andachtsjodler“ eine musikalische Kostprobe. Im Hause Wildgrube gibt es noch zahlreiche Notenblätter aus den in Falkenstein einstmals existierenden Musikhäusern A. Kropp und Carl Meisel.
Auch in diesem Jahr besuchten die Sternsinger der Römisch-katholischen Gemeinde „St. Christophorus“ das „Alte Spital“. Sie erfreuten die Gäste mit ihren Sprüchen und Liedern.
Abschließend brachten sie den Haussegen an und sammelten Spenden für Projekte gegen Kinderarbeit. Besonders erfreut war der Vogtländische Mundartkreis, dass Westsachsen-TV die Veranstaltung aufzeichnete. Der Filmbericht ist unter https://www.westsachsen.tv/dialekt-ist-in-mundartlesung-im-alten-spital/ in der Mediathek verfügbar.
Nach ihrem großen Erfolg im vergangenen Jahr wird die Sagentruppe Zwota am 24.01.2026 um 15.00 Uhr im „Alten Spital“ Sagen aus dem oberen Vogtland präsentieren. Die Besucher erwartet ein unterhaltsames Programm mit Lesung, kleinen Theaterstücken und Musik aus der Region.
Im Frühjahr 2018 gründeten Mitglieder des Theaterdorfes Zwota die Sagetruppe Zwota, die im August 2018 ihren ersten Auftritt hatte. Anliegen war und ist es, die reiche Sagenwelt des oberen Vogtlandes lebendig zu halten - und das nicht nur durch Lesungen. Bereits 2019 erschien im Verlag Conception Seidel in Hammerbrücke eine CD mit zehn Sagen aus der Region, teilweise gelesen in Mundart und begleitet von historischem Liedgut. Aktuell zählt die Truppe neun Mitglieder, die neben Zwota und Klingenthal auch aus Schöneck und Tannenbergsthal kommen. Angesiedelt ist sie beim Heimatverein Zwota. Inzwischen hat die Truppe zu den Sagen auch kleine Theaterstücke einstudiert.
Zudem soll das auch musikalische Schaffen von Mundartdichtern aus dem Vogtland künftige Programme bereichern.
Letztmalig ist ein Besuch in der weihnachtlich geschmückten Hutzenstub zu Mariä Lichtmess am 2. Februar 2026 möglich. An diesem Tag lädt der Vogtländische Mundartkreis um 16.00 Uhr ins „Alte Spital“ ein. Mit einer Andacht, die Pfarrer Martin Engler aus Schöneck halten wird, sowie mit Mundart und Musik verabschieden wir uns von der Weihnachtszeit. Es lesen Martina Dressel aus Grünbach, Manfred Zill aus Willitzgrün und der Schneidenbacher Gerd Conrad. Die musikalische Umrahmung der Veranstaltung übernimmt Kantor i.R. Frank Roßburg. Vor der Veranstaltung werden wir die Kerze im „Alten Spital“ am Friedenslicht in der Kapelle der Familie Blechschmidt entzünden.
Das Mitbringen eigener Kerzen oder Laternen ist erwünscht. So kann jeder sein persönliches Friedenslicht nach Hause tragen. Um Anmeldung zu den Veranstaltungen unter 037464 88895 oder im Kulturamt der Stadt Falkenstein/Vogtl. wird gebeten!
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Aufgrund der geringen Platzkapazität wird die telefonische Platzreservierung unter 037464 88895 oder im Kulturamt der Stadt Falkenstein dringend empfohlen!