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Grünbacher Anzeiger - Amts- und Mitteilungsblatt
Ausgabe 1/2026
Interessantes und Wissenswertes
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Eine bekannte Vertreterin der vogtländischen Mundart weilt nicht mehr unter uns

Eine traurige Nachricht erreichte den Vogtländischen Mundartkreis am 2. Januar 2026.

Renate Mönnich, vielen Vogtländern bekannt als „de Neideiteln as Falkenstaa“ ist im Alter von 89 Jahren verstorben. Mit ihr hat das Vogtland eine seiner bekanntesten Mundartautorinnen verloren.

Renate Mönnich kam 1936 in Falkenstein zur Welt. Sie erlernte den Beruf einer Damenmaßschneiderin, wurde später Kindergartenerzieherin und nach einer weiteren beruflichen Umorientierung Krankenpflegerin. Nach Heirat und Geburt des ersten Sohnes folgte ein Fernstudium der Pädagogik. Anschließend arbeitete sie über drei Jahrzehnte als Hortnerin mit Lehrbefähigung in Falkenstein.

58 Jahre lang schrieb Renate Mönnich als freie Mitarbeiterin für die „Freie Presse“. Zunächst berichtete sie regelmäßig aus ihrer Heimatstadt Falkenstein, später erschienen immer sonnabends in der Auerbacher Ausgabe der „Freien Presse“ unter der Rubrik „Be uns drham“ ihre Kolumnen in der Falkensteiner Mundart. Manche wurden von Lesern ausgeschnitten, kopiert und weitergereicht, so wurde sie im gesamten vogtländischen Sprachraum bekannt.

Themen fand sie überall, bei Gesprächen mit Nachbarn, beim Arzt oder Frisör, wenn sie Nachrichten hörte oder die Zeitung las. Oft hatte sie dann das Bedürfnis – Zitat Renate Mönnich: „ihren Senf noch dazuzugeben“. Das brachte ihr den Namen „de Neideiteln as Falkenstaa“ ein und eine regelrechte „Fangemeinde“.

Die Mundart war für sie Heimat, ein Stück Identität. Als sich im September 2004 der „Vogtländische Mundartkreis“ als Interessengemeinschaft der vogtländischen Mundartautoren erstmals formierte, war sie als Gründungsmitglied dabei. Sie unterhielt aber auch Verbindungen weit über die Grenzen des Vogtlands hinaus. So war sie z.B. mit der in der Schweiz lebenden Urenkelin von Louis Riedel befreundet. Im Oktober 2023 wurde die resolute Falkensteinerin, die in der Öffentlichkeit stets mit Hut auftrat, für ihr Lebenswerk geehrt.

Nun wird sie ihre letzte Ruhestätte fernab des Vogtlands, bei ihrer Tochter in Bonn, finden.

Sie wird uns fehlen, wir werden sie aber in bester Erinnerung behalten.