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Grünbacher Anzeiger - Amts- und Mitteilungsblatt
Ausgabe 6/2026
Sonstiges
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OASICHTSSACH

 

Seit ungefähr 150 Jahren wird Grünbach und die umgebende herrliche Vogtlandlandschaft von Urlaubsgästen, bevorzugt aus der Leipziger Tieflandsbucht wie Halle, Bitterfeld, Altenburg, Borna und natürlich Leipzig gerne besucht. Damals hießen die noch Sommerfrischler und viele kamen regelmäßig alle Jahre wieder. Später kamen dann die Soldaten des Militärgenesungsheimes (von denen stammt übrigens der Name unseres Genesensteines), dann die Erholungssuchenden des Posterholungsheimes für Leipziger Postbeamte, das Erholungsheim der Leipziger Lehrer im Alten Forsthaus, die vielen, vielen Kinder in den Ferienlagern und etliche Betriebsferienlager dazu. Viele haben hier auch ihre Kleingärten. All sie schrieben Tausende von Ansichtskarten nach Hause. Da ich neugierig bin,  habe ich natürlich viele davon aus meiner Sammlung gelesen. Alle waren sich einig, dass es hier eine besonders schöne Natur und Landschaft gibt. Die wunderbare saubere Höhenluft und der grüne endlose  Wald, sowie die herrliche Ruhe werden gelobt. Waren wir doch, wenn man von  der Leipziger Gegend her kommt, das erste Grün, dass das Auge erfreute. Und es hieß auch noch so. Nach den dreckigen Braun- und Steinkohlengebieten und den stinkenden Chemiebuden um Halle, Rositz usw. war es für Auge und Lunge ein Labsal ins Vogtland zu kommen.

Die Tagebaufolgelandschaften um Leipzig hat man seit Jahren erfolgreich mit Windmühlen zugepflastert. Das sieht auch nicht besser aus als vorher, sieht man von den neuen Seen ab. So weit das Auge reicht, ist die Landschaft mit den Windrädern verschandelt!

Das will man nun auch in  unserm schönen Vogtlandwald machen. Unser heutige Postkarte könnten wir dann in alle Welt verschicken mit dem Resultat, dass der Empfänger in Leipzig und anderswo sich sagt: Da brauchen wir nicht hinfahren, da sieht es ja genau so beschissen aus wie bei uns!

Das es nicht dazu kommt, liebe Grünbacher, protestiert  gegen die Verschandelung unserer heimatlichen Landschaft mit diesen Ungetümen! Lasst euch das nicht gefallen.

Im letzten Heft war die Villa des Kapitänleutnants Kaden nach dem Bahnübergang rechts zu sehen, die  in den 20er Jahren  ein Kinderheim für Waisenkinder des 1. Weltkrieges war. Sie nannten sich „Heimat für  Heimatlose, die Waldvögel“.

Wenn Johannis ist geboren,

gehen die langen Tag verloren.

Es grüßt

Andreas Trommer