Titel Logo
Ortsnachrichten Gompitz - Altfranken - Mobschatz
Ausgabe 10/2026
Nachrichten aus Gompitz
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

in der öffentlichen Ortschaftsratssitzung am 5. Oktober 2026 waren Gäste aus der Stadtkämmerei und der DVB AG anwesend, um die Vorlage „Optimierung des Liniennetzes der Dresdner Verkehrsbetriebe AG im Zuge der Haushaltskonsolidierung“ vorzustellen. Sie haben Informationen, Hintergründe und Zahlen offengelegt, die eine drastische Einsparung im Leistungsangebot in Frage stellen.

Zur Ausgangslage ist in der Vorlage formuliert:

„Mit dem Haushaltsbegleitbeschluss zum Haushalt der Landeshauptstadt Dresden (LHD) für die Jahre 2025/2026 beschloss der Stadtrat die Überprüfung des Liniennetzes mit folgenden Zielen:

•

Effizientere Linienführung und Hebung von Verbesserungspotentialen.

•

Eine angemessene Kostenreduzierung für die Aufgabenträgerin Landeshauptstadt Dresden ab der Haushaltsperiode 2027/28.

Die Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB AG) hat in den letzten Jahren mit vielen Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung beigetragen. Dazu zählt vor allem die kontinuierliche Erhöhung der Einnahmen durch Erhöhung der Fahrgastzahlen (zuletzt 186,5 Mio. Fahrgäste/Jahr) und der Fahrpreise. Beides führt seit 2019 zu einem Aufwuchs der Verkehrserlöse um 57 Mio. Euro auf 192 Mio. Euro. Zudem wurden Reinigungsintervalle angepasst, Beteiligungen und Liegenschaften verkauft und Neueinstellungen begrenzt. Des Weiteren gab es mit Stadtratsbeschluss zum Haushalt 2025/2026 eine Angebotsreduktion um etwa 2 Prozent, was die Linien 7, 74, 76, 87 und 88 sowie den Ferienfahrplan und den Verzicht auf Angebotsausbau betraf.

Die Technischen Werke Dresden GmbH haben als Zielvorgabe eine Weisung formuliert, die Verlustübernahme der DVB AG auf 80 Mio. Euro im Jahr 2027 zu begrenzen. Die Fortschreibung des aktuellen Verkehrsangebotes (Stand 01/2026) erfordert eine Verlustübernahme von 88,3 Mio. Euro im Jahr 2027 (Stand 04/2026).

Somit entsteht eine Deckungslücke von etwa 8,3 Mio. Euro. Diese ergibt sich trotz der oben benannten Konsolidierungsmaßnahmen aus den deutlich gestiegenen Kosten wegen des Nahostkonfliktes und den nicht auskömmlichen Ausgleichszahlungen für Tarifprodukte, namentlich das Bildungsticket. Sofern es keine Änderung der Rahmenbedingungen oder alternative Finanzierungsmöglichkeiten gibt, sind Optimierungen und Reduzierungen des ÖPNV-Angebotes um etwa 10 Prozent erforderlich, damit das Defizit von 8,3 Mio. Euro ausgeglichen werden kann.“

Falls mit aller Konsequenz die 8,3 Mio. Euro durch Optimierungen und Reduzierungen des ÖPNV-Angebotes ausgeglichen werden sollten, wird es mit Sicherheit auch viele nicht gewollte Nebeneffekte geben.

In der Vorlage sind folgende Effekte dargestellt:

•

Reduktion der Nachfrage um 9,4 Mio. Fahrgäste pro Jahr

•

Erhöhung Pkw-Fahrten um 1,5 Mio. pro Jahr

•

Erhöhung CO2-Emissionen um 1.300 Tonnen/Jahr

•

Senkung des Ausgleichsbedarf der DVB um 8,3 Mio. Euro pro Jahr

•

Notwendige Erhöhung der Haushaltsposition zur Finanzierung Gebietsgrenzen überschreitender Busverkehre um 350.000 Euro/Jahr

Die betrieblichen Kennzahlen der DVB AG ändern sich nach Umsetzung des Optimierungsszenarios langfristig folgendermaßen:

•

11 Straßenbahnen weniger im Fuhrpark

•

23 Busse weniger im Fuhrpark

•

um 2,7 Mio. Fahrplankilometer reduziertes Fahrplanangebot

•

100 Arbeitsplätze weniger (überwiegend im Fahrdienst)

Weiter heißt es in der Vorlage:

„Die geplanten Kürzungen stehen grundsätzlich im Widerspruch zu den verkehrs- und klimapolitischen Zielsetzungen der Landeshauptstadt Dresden, die auf eine Stärkung des Umweltverbunds, eine Verlagerung des Verkehrs auf umweltfreundliche Verkehrsmittel sowie eine Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs abzielen. Diese Zielsetzungen sind unter anderem im Verkehrsentwicklungsplan 2025plus, im Luftreinhalteplan, im Integrierten Stadtentwicklungskonzept, im Masterplan Lärmminderung, im Entwurf des Verkehrs- und Mobilitätskonzepts für den Nordraum sowie in den beschlossenen Leitzielen für Mobilität 2035+ verankert.

Mit Umsetzung der Kategorie 2 reduziert sich die Nachfrage um 9,6 Mio. Fahrgäste pro Jahr, der Ausgleichsbedarf der DVB AG sinkt um 7,2 Mio. Euro pro Jahr.“

In der Summe der Dinge kann man Schaden, der langfristig mit allen Reduzierungen entsteht, noch nicht ermessen und beziffern.

Den Stand, den wir in der öffentlichen Personenbeförderung jetzt haben, können wir, wenn der Haushalt wieder einmal eine positive Kurve hat, nicht einfach aus dem Hut zaubern, das wird Jahre dauern.

Also sollte man an anderen Stellen drastische Kürzungen bei der großzügigen Bereitstellung von Finanzmitteln vornehmen. Darüber sollten die Stadträtinnen und Stadträte nachdenken und die eigenen fraktionellen Interessenslagen hintenanstellen.

Die Straßenbahnen und Busse sind für alle Menschen in dieser Stadt von großer Bedeutung und Notwendigkeit - auch für die Bürgerinnen und Bürger von Gompitz.

Der Ortschaftsrat hat die Beschlussvorlage mit acht Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen abgelehnt.

Letztlich wird die Vorlage dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorliegen.

Sehr geehrte Seniorinnen und Senioren,

an dieser Stelle möchte ich Sie auf die Weihnachtsfeiern am 1., 2. und 3. Dezember 2026 aufmerksam machen. Informationen entnehmen Sie der Einladung in dieser Ausgabe. Bitte melden Sie sich an. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Ofschanka
Ortsvorsteher

Ortschaftsratssitzung Gompitz

Die nächste öffentliche Sitzung des Ortschaftsrates Gompitz findet am Montag, den 2. November 2026, um 19.30 Uhr im Gemeindezentrum Gompitz, Altnossener Str. 46 a in 01156 Dresden statt. 

Die Tagesordnung entnehmen Sie bitte dem aktuellen Aushang in den Schaukästen der Ortschaft und wird im Ratsinformationssystem der Landeshauptstadt Dresden unter www.ratsinfo.dresden.de veröffentlicht.