ich möchte ganz ehrlich mit Ihnen sein: Ich hätte nicht gedacht, dass unsere Bürgerversammlungen zum Entwurf des Ortsentwicklungskonzeptes für die Ortschaft Mobschatz ein solch großes Interesse finden. Umso erfreulicher war, dass in Brabschütz über zwanzig Bürgerinnen und Bürger, in Mobschatz fast dreißig Interessierte mitdiskutieren wollten. Die Themenbereiche ähnelten sich dabei stark. Viel Raum nahm erwartungsgemäß auf beiden Veranstaltungen das Thema „Umwelt“ ein. Was dem einen seine Obstwiese mit Gemüsebeet ist, ist dem anderen ein gesetzlich geschütztes Biotop mit mannigfaltigen Einschränkungen. Die hieraus entstehenden Nutzungskonflikte konnten während der Versammlungen freilich nicht aufgelöst werden. Es wurde aber auch deutlich, dass zwischen theoretischer Ausweisung eines Biotopes und den realen Verhältnissen und Wünschen vor Ort deutliche Unterschiede liegen können. Des Weiteren spielte das Problem des Lärms eine herausgehobene Rolle. Die Lärmbelastung für unsere Ortsteile wird derzeit „maschinell“ berechnet. Lokale Messungen finden in aller Regel nicht statt. Davon versprechen sich die Fachleute eine gewisse Objektivität und Vergleichbarkeit der Daten. Das möchte ich nicht in Frage stellen. Fakt ist aber auch, dass die subjektive Wahrnehmung vieler Betroffener teilweise sehr deutlich von errechneten Kennzahlen abweicht. Natürlich kann man empfundenen Reizen, wie Lärm, mit Statistiken und Modellen begegnen. Die Empfindungen der Menschen sind deshalb aber nicht weg. Dementsprechend wurde die Forderung erhoben, den errechneten Werten tatsächlich die Ergebnisse einer Langzeitmessung gegenüberzustellen. Auch davon wird es nicht automatisch leiser. Aber die Betroffenen fühlen sich dann möglicherweise etwas ernster genommen. Als dritter großer Diskussionspunkt wurde freilich die zukünftige Baulandentwicklung angesprochen. Der Entwurf des Ortsentwicklungskonzeptes sieht nur bescheidene Baulandpotentiale in der Ortschaft, die sich zumeist auf Lückenbebauungen in den Ortslagen beschränken. Weitere Handlungsmöglichkeiten wurden beispielsweise mit Blick auf die bestehenden Erhaltungssatzungen und mögliche Anpassungsbedarfe gesehen. Der Ortschaftsrat möchte sich insbesondere diesem Thema – Erhaltungssatzungen – zukünftig stärker annehmen. Insgesamt kann man resümieren, dass im Rahmen der beiden Bürgerversammlungen nicht sofort alle Probleme gelöst werden konnten. Aber es wurde miteinander gesprochen, wir konnten die Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung für bestimmte Themen sensibilisieren und neue Punkte einbringen. Das ist ein Wert an sich. In Folge dieser noch bis zum 2. Oktober 2026 laufenden Öffentlichkeitsbeteiligung wird das Stadtplanungsamt alle Hinweise prüfen und ggf. im weiteren Erstellungsprozess berücksichtigen. Insofern dürfen wir auf den weiteren Verfahrensablauf gespannt sein.
In der zurückliegenden Sitzung des Ortschaftsrates haben wir den größten Teil unseres Investitionsbudgets gebunden. Die finanziellen Prioritäten lagen bei der weiteren Sanierung des Dorfklubs und auf einer weiteren Anzahlung zum späteren barrierefreien Ausbau der Bushaltestelle „Merbitz Autobahnbrücke“ in Merbitz. In unserer Oktobersitzung möchte sich der Ortschaftsrat mit den lokalen Wünschen bezüglich einer öffentlichen Nutzbarmachung durch Neugestaltung einer Fläche im Dorfkern Merbitz beschäftigen. Hierfür tagen wir extra im Merbitzer Hof, um den örtlichen Anwohnerinnen und Anwohnern die Möglichkeit einer wohnortnahen Teilnahme zu ermöglichen. Der Ortschaftsrat freut sich auf Ihr Kommen!
Es grüßt Sie herzlich,