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Ausgabe 9/2026
Nachrichten aus Gompitz
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Sächsisch - igitt!

 

Wir befinden uns jetzt bereits mitten im Herbst, und kündigen Ihnen für den 20. Oktober die nächste Lesung in der Bibliothek Gompitz an. Seit Wiedereröffnung der Bibliothek ist das nun schon die 50. Veranstaltung und insgesamt konnten wir in dieser Zeit über 2300 Besucher begrüßen.

Da wir immer bemüht sind, Ihnen ein breites Spektrum an Themen anzubieten, geht es dieses Mal um die Geschichte und Bedeutung des sächsischen Dialekts, der erzgebirgischen Mundarten und die Sprache in den Dörfern um Gompitz Ende des 19. Jahrhunderts.

Der Autor Dr. Albrecht Kirsche wird uns erläutern, woher die Bezeichnung ‚Hochdeutsch‘ eigentlich stammt und anhand von erzgebirgischen Mundarten verdeutlichen, wie sich Bodenschätze, Gewerbe oder die geografische Lage auf Mundarten auswirken können.

Wenn man, um im Trend der Zeit zu bleiben, die KI zu den Begriffen ‚Sächsisch‘ und ‚erzgebirgische Mundart‘ befragt, erhält man folgende Erläuterungen:

Sprachwissenschaftlich gesehen ist „Sächsisch“ keine einheitliche Sprache, sondern eine Gruppe aus verschiedenen obersächsischen Dialekten und regionalen Umgangssprachen (Regiolekten).

In Sachsen gibt es keine einzelne, einheitliche Mundart. Man unterscheidet fünf große Dialekträume mit insgesamt über 20 Untergruppen.

  • Osterländisch: Wird in und um Leipzig gesprochen.
  • Meißnisch: Ist rund um Dresden, Meißen und Freiberg zu hören.
  • Erzgebirgisch: Enthält viele eigene Ausdrücke und teils oberdeutsche Einflüsse.
  • Vogtländisch: Klingt nah an der Grenze zu Thüringen wieder etwas anders.
  • Lausitzisch: Prägt die östliche Region der Oberlausitz.

Der sächsische Dialekt unterscheidet sich stark in Klang und Wortschatz vom Standarddeutschen. Sächsisch landet in Umfragen regelmäßig auf den hinteren Plätzen der beliebtesten deutschen Dialekte, weil historische Vorurteile, politische Geschichte und der Klang der Sprache zusammenwirken.

Einst galt die Sächsische Kanzleisprache als vorbildlich. Martin Luther nutzte sie für seine Bibelübersetzung und legte damit einen Grundstein für das heutige Standarddeutsch. Selbst der junge Johann Wolfgang Goethe ging nach Leipzig, um dort gutes Deutsch zu lernen. Nachdem Sachsen jedoch politische Macht verlor, kippte das Image: Die Mundart wurde zunehmend als Sprache des einfachen Volkes und als „falsches Hochdeutsch“ abgestempelt.

Die erzgebirgische Mundart ist ein lebendiger und charakteristischer Dialekt, der im sächsischen und böhmischen Erzgebirge gesprochen wird. Sie unterscheidet sich stark vom klassischen Obersächsischen, da sie historisch stark durch oberfränkische Siedler geprägt wurde, die im 12. Jahrhundert in die Region zogen. Sie ist ebenfalls kein einheitlicher Dialekt. Das Erzgebirgische teilt sich vor allem in das Westerzgebirgische, das Osterzgebirgische (näher am Sächsischen) und das Vorerzgebirgisch.

R. Weisbach

bibliothek-gompitz@t-online.de   

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