Ja, uns gibt es noch. Wir haben schon eine Weile nichts von unseren Erlebnissen berichtet. Unser Fokus steht immer zuerst bei den Kindern. Und wenn keine freie Kapazität vorhanden ist, müssen wir Prioritäten setzen.
Doch heute wollen wir euch an unseren Beobachtungen teilhaben lassen. Sie sind einfach zu spannend – wie das ganze Wunder der Natur im Frühling überhaupt.
Sieben Raupen, so groß wie ein Fliegendrecker liegen in einem Becher mit Futterbrei. Sie sollen innerhalb von 14 bis 21 Tagen zu 44 mm großen Raupen wachsen – für uns ganz schwer vorstellbar. „Die kleine Raupe Nimmersatt“ – ein empfehlenswertes Kinderbuch und Hörspiel begleitet unsere Wartezeit und bringt uns gleichzeitig Literarisches und Musisches nahe. Jeden Wochentag frisst die Raupe ein Stück mehr. Dabei üben wir nicht nur das Zählen, sondern lernen wie nebenbei die Wochentage.
Aber das Spannendste findet im Becher statt. Die Dauerfresser wachsen jeden Tag für alle gut erkennbar. Was machen wir, wenn das Futter im Becher nicht ausreicht? Wir erkunden, wovon sich Raupen eines Distelfalters ernähren, denn das sollen sie mal werden, wenn die Verwandlung, Metamorphose genannt beendet ist. Im Garten und auf der Wiese suchen wir Spitz- und Breitwegerich sowie Brennnesseln. Ah, da haben wir doch schon wieder etwas nebenbei gelernt. Die Pflanzen erkennen wir jetzt ganz ohne Hilfe.
Die Spannung steigt: Nach dem langen Wochenende hängen einige verpuppte Raupen schon am Zellstoffdeckel des Bechers. Vorsichtig siedeln wir die Puppen in unser vorbereitetes Habitat um, bevor wir den Nachzügler frisches Futter zupfen.
Nun heißt es, Geduld zu üben. Und ganz ehrlich – aus diesem graubraunen Stück soll ein schöner Schmetterling krabbeln?
Das gleicht ja einem Wunder. Aber wir werden es erleben und euch berichten!
Ihr dürft gespannt bleiben.