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Gohrischer Anzeiger
Ausgabe 6/2026
Nichtamtlicher Teil
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„Wald- und Wiesenpost“

 

 

 

Habt ihr in eurem Garten schon entdecken können?

Wir sitzen zum Frühstück und sind ins Gespräch vertieft. Neben uns auf dem Schrank steht das Habitat mit den vielen Kokons. Plötzlich ruft Lora „Ulli, da bewegt sich etwas!“ Sie hat ihren Blick auf unser Habitat gerichtet. Das Essen vergessen wir glatt. Denn schon beobachten wir die Geburt eines Schmetterlings. Das ist vielleicht spannend, kann ich euch sagen. Zuerst schiebt sich der Körper aus der Hülle. Die Flügel sind noch braun und zusammengeklappt. Der Schmetterling muss jetzt sein Blut in die Flügel pumpen, um sie entfalten zu können. Das dauert ein kleines Weilchen. Und dann sitzt da auf dem Ast ein fertiger Schmetterling. Wir sind begeistert. Die Flügel müssen nun noch trocknen. Das dauert jetzt nochmal zwei Tage, bis das kleine Insekt sich tatsächlich bewegt und zum Futter läuft. Während dieser Zeit recherchieren wir, wovon sich dieses Tierchen in Gefangenschaft ernährt.

Und schon sitzt der zweite und der dritte Schmetterling zum Trocknen auf den vorbereiteten Ästen. Zum Schluss sind es 17 Distelfalter, die in unserem Habitat auf ihre Freiheit warten. Vor dem Wochenende öffnen wir im Hof die Türen des Habitats, um sie in die Freiheit zu entlassen. Aber sie wollen nicht in die Luft steigen. Es ist ihnen zu kalt. Also verschieben wir die Freiheit noch einmal bis zur nächsten Woche, als die Sonne schön warm scheint. Die Schmetterlinge verabschieden sich von uns, krabbeln noch einmal über unsere Hand, setzen sich an unsere Mütze oder Jacke und dann …. schweben sich in die Luft und flattern zur nächsten Blume.