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Gohrischer Anzeiger
Ausgabe 7/2026
Nichtamtlicher Teil
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Mit den „Jüdischen Begegnungen“ des Abschlusskonzertes gehen die Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch am Nachmittag des 28. Juni zu Ende. Nachdem der Freistaat Sachsen das Jahr 2026 zum „Jahr der jüdischen Kultur“ erklärt hatte, machten sich die Schostakowitsch Tage das Jahresmotto „TACHELES“ in ihrem 17. Festivaljahrgang zu eigen – hatte Schostakowitsch den Einfluss jüdischer Musik auf sein Schaffen doch immer wieder betont. Und so erklingen im Abschlusskonzert u.a. Sergej Prokofjews „Ouvertüre über jüdische Themen“ sowie Dmitri Schostakowitsch Liedzyklus „Aus jiddischer Volkspoesie“. Ein weiterer Schwerpunkt des Festivals war die Kombination von Werken Schostakowitschs mit den Kammermusikwerken von Felix Mendelssohn.

Seit dem 25. Juni standen insgesamt 7 Konzerte und eine Lesung auf dem Programm, die sich allesamt – trotz herausfordernder Temperaturen – hohen Zuspruchs auf Seiten des Publikums erfreuten. „Dass unser Festival in den vergangenen Tagen wie ursprünglich geplant stattfinden konnte, grenzt an ein Wunder. Mein großer Dank gilt daher zuallererst allen beteiligten Künstlern, ebenso aber auch dem Publikum und dem gesamten Team hinter den Kulissen. Niemand hat sich von den Rahmenbedingungen abschrecken lassen. Das kann man gar nicht genug hervorheben“, resümiert Tobias Niederschlag, Künstlerischer Leiter der Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch.

Zu den mitwirkenden Künstlern zählten in diesem Jahr alte Bekannte wie auch Künstler, die erstmals den Weg in die Konzertscheune fanden. Allen voran die Gohrisch-Debütantin Elisabeth Leonskaja, die am Samstag in gleich zwei Konzerten mitwirkte und unter tosendem Applaus des Publikums den Internationalen Schostakowitsch Preis in Empfang nahm. Tobias Niederschlag würdigte Leonskaja in seiner Laudatio als „wissende Schostakowitsch-Interpretin“, als eine „der immer weniger werdenden Zeitzeuginnen, die ihre Liebe zu diesem – und vielen anderen – Komponisten mit äußerster Demut und Hingabe weitergeben“. Auch die Geigerin Elli Choi sowie der Dirigent Ingo Metzmacher, der am Sonntagvormittag die Matinee mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden leitete, gaben ihren gefeierten Einstand in der Gohrischer Konzertscheune. Bejubelt wurden aber auch die Auftritte von Gidon Kremer und seiner Kremerata Baltica, von Nils Mönkemeyer, Vadim Gluzman, dem Quatuor Danel in zwei Konzerten, sowie von den Mitgliedern der Sächsischen Staatskapelle Dresden, die seit Anbeginn die tragende Säule der Schostakowitsch-Tage sind. Zu den gerngesehenen Rückkehrern nach Gohrisch zählten zudem die Pianisten Onute Gražinytė und Rostislav Krimer; letzterer bot u. a. einige Werke des Schostakowitsch-Freundes Lew Abeliowitsch in europäischer Erstaufführung dar, die zu den Entdeckungen des Festivaljahrgangs gehörten.

Die Auslastung der diesjährigen Schostakowitsch-Tage lag bei über 90 %, mit den Ticketverkäufen wurde trotz großer Hitze eine Rekordeinnahme erzielt.

Die 18. Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch finden vom 24. bis 27. Juni 2027 statt und werden durch ein Sonderkonzert der Sächsischen Staatskapelle unter der Leitung von Maxim Emelyanychev und unter Mitwirkung von Magdalena Kožená eingeläutet. Auf dem Programm stehen Werke von Haydn und Schnittke sowie die „Satiren“ für Sopran und Orchester von Dmitri Schostakowitsch. Das Programm für die Konzerte in der Gohrischer Konzertscheune wird im Frühjahr 2027 vorgestellt. Mit dabei wird auf jeden Fall erneut das Quatuor Danel sein, das seit vielen Jahren Stammgast in der Sächsischen Schweiz ist und im nächsten Jahr mit dem Internationalen Schostakowitsch Preis Gohrisch ausgezeichnet werden wird. Dies gab Tobias Niederschlag in seiner Laudatio auf die diesjährige Preisträgerin Elisabeth Leonskaja schon bekannt.

Im Vorfeld wird es in Dresden das musikwissenschaftliche Symposion der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft geben, in Kooperation mit den Internationalen Schostakowitsch Tagen und der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden, vom 22. bis 24. Juni 2027, mit dem Oberthema „Schostakowitsch im geteilten Deutschland“.

Schostakowitsch in Gohrisch e. V.
Presse und Marketing