Liebe Leserinnen und Leser,
ein bewegtes Jahr liegt hinter uns. Als Gemeindevertretung haben wir wieder intensiv an der Zukunft unseres Dorfes gearbeitet. Sichtbar ist das bei den Bauarbeiten für die Wohngebietserschließung „Merzdorfer Straße“ neben der Turnhalle. Drei Grundstücke werden dort entstehen und zum Preis von 53 Euro pro Quadratmeter vollerschlossen (auch Trink- und Abwasser) verkauft. Damit liegen wir in der Gesamtrechnung bei der Höhe des Preises für Grundstücke im Landsberger Feld. Anfragen können jederzeit an das Amt gestellt werden.
2025 war auch das Jahr, in dem wir besonders an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 80 Jahren dachten. Die Gemeinde hat viel Geld in die Hand genommen, um den hier getöteten auswärtigen Soldaten ein würdiges Andenken mit einer neuen Grabstelle zu bewahren. Gleichzeitig wurde das Denkmal für die gefallenen und vermissten Grödener gesäubert.
Eine Entscheidung, die sicher nicht überall auf Verständnis stieß, war die Festsetzung des Grundsteuerhebesatzes. Wie bereits mehrfach ausgeführt wurde, gilt für die Gemeinden das Prinzip der Aufkommensneutralität. Das heißt: Die Gemeinde soll in der Summe nicht mehr einnehmen als vorher. Die Reform zielte also lediglich auf eine gerechtere Verteilung der Lasten zwischen den Grundstücken ab – eine Bewertung, die von den Finanzämtern vorgenommen wurde. Wir haben als Gemeinde berechnet, mit welchem Hebesatz wir bei der gleichen Gesamtsumme von jährlich ca. 100.000 Euro bleiben, und uns dementsprechend entschieden. Da der Wert einiger Grundstücke massiv nach unten korrigiert wurde (wodurch manche Eigentümer über 1.000 Euro jährlich sparen), zahlen andere nun etwas mehr, damit das Gesamtaufkommen gleichbleibt. Genaue Zahlen zur Verteilung können beim Bürgermeister erfragt werden.
Wichtig ist: Die Grundsteuer ist die einzige Steuer, über die die Gemeinde selbst verfügen kann und die ihr anders als die Gewerbesteuer auch nicht bei Zuwendungen des Landes angerechnet wird. Mit diesen Mitteln haben wir im vergangenen Jahr u.a. die Regenentwässerung im Dorf deutlich verbessert. Eine Maßnahme, die längst überfällig war und vielen Grundstücksbesitzern im Unterdorf die Angst vor dem nächsten „Guss“ genommen hat.
Ein wichtiges Bauprojekt war und ist der Feuerwehranbau. Die über eine Million Euro teure Fahrzeughalle nebst Umkleide- und Sanitärräumen soll im ersten Halbjahr fertig werden. Für die Kameradinnen und Kameraden verbessern sich die Arbeitsbedingungen erheblich. Dem neuen Fahrzeug, welches in drei Jahren kommen soll, steht damit baulich auch nichts mehr im Wege. Die Sicherheit von uns allen wird dadurch verbessert und der Dienst in der freiwilligen Feuerwehr attraktiver.
Die Vorbereitungen für das nächste Großprojekt laufen bereits: An die Schule sollen Horträume angebaut werden. Damit soll die räumliche Trennung von Schule und Hort im Sinne des Ganztagsprinzips aufgehoben werden. Für die Hortkinder entfällt der weite Weg und der neue Schulhof kann auch nachmittags genutzt werden. Gleichzeitig gewinnt die Kita räumliche Flexibilität durch die freiwerdenden Räume. Der Jugendclub soll im neu entstehenden Untergeschoss ein neues Domizil finden und zwei Räume statt bisher einen bekommen. Mit dem Baubeginn rechnen wir in diesem Jahr. Die Fertigstellung soll 2027/28 erfolgen.
Der Naturlehrpfad im Wald ist schon länger in einem traurigen Zustand. Bei der Wahl zum Bürgerhaushalt belegte er stets obere Plätze, konnte sich aber nie durchsetzen. Wir danken daher Grit Noel, die das Projekt nun in die Hand genommen hat und mit dem Amt Fördermittel für eine Neugestaltung akquiriert hat. Bis zum Frühjahr werden wir bereits Ergebnisse sehen. Erfreulich ist, dass sich bereits Vereine des Dorfes als Paten für die einzelnen Stationen breit erklärt haben, damit der Pfad uns lange erhalten bleibt.
Ein weiteres wichtiges Projekt steht bereits in den Startlöchern. Durch das Sondervermögen des Bundes wird der Goldene Plan Brandenburg fortgeführt, mit dem die Sanierung von Sportstätten gefördert wird. Der SV Merzdorf/Gröden möchte den Hartplatz mit diesen Mitteln zu einem Kunstrasenplatz ausbauen. Die Gemeinde unterstützt das Vorhaben mit einem Eigenanteil von 20 Prozent und wünscht beim Förderantrag viel Erfolg.
Ein Thema soll natürlich nicht ausgespart werden: Der Heidebergturm. Um den Gerüchten ganz klar entgegenzutreten: Der Turm wird nicht abgerissen und der Turm wird auch nicht kleiner. Nachdem wir zunächst ein Angebot zum Austausch der pilzbefallenen Teile erhalten hatten und mit dieser Variante planten, liefen bereits kurz darauf erneute Mehrkosten für diese Variante auf. So sollten noch Bodengutachten und Computermodelle des Turms angefertigt werden. Die Kosten wurden unkalkulierbar. Daher haben wir uns nach einem weiteren Angebot erkundigt und zwar für den Rückbau des Turmes bis zur vierten Etage und den anschließenden Neuaufbau. Da der Preis hier sehr zuverlässig und nur leicht höher als beim Austausch der Teile mittels eines neuen Gerüstes ist, haben wir uns für diese Variante entschieden. Im Januar soll der Auftrag vergeben werden, damit die Bauarbeiten im März beginnen können. Zu danken ist allen, die sich an der 99-Funken-Spendenaktion beteiligt haben. Hier kamen insgesamt 65.000 Euro zusammen, die der Gemeinde helfen, die erheblichen Baukosten zu stemmen. Wir bedanken uns auch für die Geduld und das Verständnis aller, die die Aussicht vom Turm vermissen. Der geringste Teil des Zeitverzuges lag in unserer Hand. Vielmehr wurden immer neue Gutachten gefordert, deren Erstellung dann Monate dauerte, und Angebote waren – s.o. – nicht zuverlässig. Uns war eine zukunftssichere und nachhaltige Entscheidung letztlich wichtiger als eine schnelle.
Liebe Leserinnen und Leser,
die Gemeindevertretung Gröden wünscht ein gesundes und gesegnetes Jahr 2026. Wir danken allen Gemeindeangestellten, dem Amt sowie allen sichtbaren und unsichtbaren Unterstützern, die unser Dorf mit Leben füllen.