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Amtsblatt Stadt Groitzsch
Ausgabe 9/2026
Wissenswertes
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Wissenswertes

der Kohlebrand zwischen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain genauer im ehemaligen Tagebau Rusendorf, betrifft mittlerweile eine ganze Region. Sind die unmittelbar angrenzenden Orte dauerhaft stark in Mitleidenschaft gezogen, beeinträchtigt der Rauch und die austretenden Geruchsstoffe immer öfter auch Gemeinden in Bereichen der angrenzenden Bundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die Intensität ändert sich je nach Wetterlage und Windrichtung. Auch wir in Groitzsch, insbesondere die an Thüringen direkt anliegenden Ortsteile, sind davon betroffen. In einer Bürgerinformationsveranstaltung der dafür zuständigen Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) Anfang August gab es erste Erläuterungsversuche des Unternehmens und des Landkreises Altenburger Land. Leider wurde dieser Termin nicht an die Vertreter der umliegenden Kommunen durchgestellt, sodass die betroffenen Bürgermeister nur durch Zufall oder Zuruf Kenntnis davon erhielten. Lediglich die Feuerwehren der Region wurden zur Ersthilfe angefordert, was ja richtig und notwendig war, aber die Kommunikation und damit Information in die Rathäuser unterblieb. Besorgte Anfragen betroffener Bürger konnten so nicht beantwortet werden und ein Verweis an die LMBV war die einzige Antwort. Diese versuchte nun den interessierten Bürgern die Umstände des Schwelbrandes zu erläutern. So galt das Interesse der Zuhörer verstärkt den Handlungen der LMBV zur Brandeindämmung, um die Belästigungen so schnell wie möglich zu beenden. Da sich der Kohlebrand mittlerweile auf 8 ha ausgebreitet hat, wobei das betroffene Kohletrübebecken ca. 13 ha umfasst und eine Mächtigkeit von 3 bis 5 Metern misst, wird eine zügige Eindämmung der Rauch- und Geruchsbelästigungen nicht erwartet. Als am 27. Juni der Brand festgestellt wurde, verursacht durch eine Elektroleitung, wurden Feuerwehren der Region, das THW und das Thüringer Landesverwaltungsamt mit ca. 800 Einsatzkräften aus 3 Bundesländern vor Ort zum Einsatz gebracht. Leider konnte der mittlerweile unterirdische Kohlebrand nicht sofort bekämpft werden mit dem Ergebnis, dass heute eine ganze Region darunter leidet. In drei Phasen möchte die LMBV das Problem beseitigen. Im ersten Schritt ist ein operativer Brandschutz mit Brandeindämmung und Brandbekämpfung vorgesehen. Dabei wurden Brandschneisen hergestellt, Schlauch- und Sprenklersysteme installiert und ein umlaufender Grabenschlitz errichtet. Hierfür wird ein Wasserbedarf von ca. 2.000 m³/d geplant. Eine tägliche Drohnenbefliegung und der Einsatz von sechs Einsatzkräften rund um die Uhr sollen zum Erfolg der Maßnahme beitragen. Im zweiten Schritt ist die Errichtung von zwei Löschbrunnen mit einer Ergiebigkeit von 500-600 m³/d bis zum Oktober vorgesehen. Ziel ist es das Trinkwassernetz zu entlasten. Gleichzeitig soll bis November eine 4 km lange Löschwasserzuleitung mit einer maximalen Entnahmemenge von 500.000 m³ errichtet werden. Dies soll helfen den Kohlebrand zu löschen und die Rauch- und Geruchsbelästigungen zu verringern. Im letzten Schritt soll die Sauerstoffzufuhr durch eine 2 m hohe Abdeckung der gesamten Fläche gestoppt werden. Der Beginn dafür ist für das kommende Jahr geplant und wird auf 2 bis 4 Jahre veranschlagt. Nach Angaben der LMBV wurde mit dem Bau der Wasserleitung inzwischen begonnen. Wie jedoch mit den schädlichen Geruchsstoffen umgegangen wird und ob und welche Hilfestellungen für die betroffene Bürgerschaft eingeleitet werden, bleiben bis heute im vagen.

 

In die durch den Zweckverband Wasser /Abwasser Bornaer Land (ZBL) geplante Sanierung unseres Wasserturmes kommt etwas Bewegung. Meine letzte Information dazu erfolgte im Amtsblatt Juni und lies noch einen Baubeginn offen. Nunmehr befinden sich die Planungen zur Sanierung des Objektes im Abschluss. Letzte statische Berechnungen laufen und die notwendigen Ausschreibungen können damit auf den Weg gebracht werden. Insbesondere erhebliche Abrostungen an den Stützenstielen machen verschiedene Ertüchtigungsmaßnahmen der Stahlstruktur notwendig. Mit den ersten Strahlungsarbeiten am Korsett des Turmes und anschließenden Korrosionsschutz soll im April des kommenden Jahres begonnen werden. Dabei soll das Baugerüst mit einer schallreduzierten Plane verhüllt werden, um den Lärm um 30 dB zu reduzieren. Im Zuge der Baumaßnahme wird es um unser Wahrzeichen Einschränkungen geben. So wird die Durchfahrt Altenburger zur Friedrich-Ebert-Straße für die Baustelleneinrichtung komplett gesperrt und kann in dem Zeitraum nicht als Parkplatz genutzt werden. Während der kommenden Sommerferien soll dann der Hortbetrieb ausschließlich in der Grundschule stattfinden, da auch Bereiche der Außenanlagen des Kinderhortes temporär in Anspruch genommen werden müssen. Die Gesamtbauzeit wird auf 5 Monate veranschlagt, sodass spätestens im Oktober 2027 unser Wahrzeichen wieder voll funktionsfähig ist und im neuen Glanz erstrahlen kann. Die abschließende Kostenhöhe ist derzeit noch nicht bekannt, wird aber mit dem noch zu beschließenden Wirtschaftsplan des ZBL für das Jahr 2027 bekannt gegeben.

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In der Sitzung des Stadtrates vom Monat August informierte die Verwaltung das Gremium über den Halbjahresbericht zum Haushaltsjahr 2026. Entsprechend der Sächsischen Gemeindeordnung ist der Bürgermeister verpflichtet über die Entwicklung und gegebenenfalls Abweichungen vom Haushaltplan zu berichten. Seit langem erfolgte die Planung des Ergebnishaushaltes wieder als Einzelhaushalt. Die derzeitigen schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ließen die Erstellung eines Doppelhaushaltes nicht zu. Im März wurde der Haushalt durch den Stadtrat beschlossen und im Juni durch die Rechtsaufsichtsbehörde genehmigt. Dies war notwendig, da seit langem wieder eine Kreditaufnahme geplant war, welche jedoch noch nicht in Anspruch genommen werden musste. Absinkende Gewerbesteuereinnahmen und nicht rechtzeitig zur Verfügung stehende Schlüsselzuweisungen machten einen Haushaltsausgleich äußerst schwierig. Ein Phänomen was derzeit fast alle Städte und Gemeinden umtreibt und den Freistaat Sachsen dazu bewog einen Erlass herauszugeben, womit die Kommunen ihr Haushaltsrecht flexibler gestalten können. Dennoch löst dies nicht die eigentlichen Probleme, sondern verschiebt diese nur in die Zukunft. Der inflationsbedingte Anstieg der Kosten in fast allen Bereichen (z. B. Energie, Handwerk, Dienstleistungen) wird durch erhöhte Personalausgaben noch verschärft. Des Weiteren plagen uns eine hohe Kreisumlage, da auch der Landkreis vor immensen Einnahme- und Ausgabeproblemen steht, steigende Aufwendungen in Bereichen der Daseinsvorsorge und sinkende Kinderzahlen. Aber auch die Einnahmen aus der Grundsteuer A und B sind keine festen Größen, da die Finanzämter nach wie vor nicht in der Lage sind uns verlässliche Angaben über das tatsächliche Aufkommen im laufenden Jahr zu geben. Die Liquiditätslage bleibt für die Stadt angespannt, sodass der Kassenkreditrahmen erhöht werden musste. Schwerpunkte des diesjährigen Finanzhaushaltes sind derzeit die Abfinanzierung des Volkshauses, wobei in diesem Jahr Schlussrechnungen in Höhe von 1,75 Mio. Euro geplant sind. Erfreulicherweise kann hier mit einer Kostenreduzierung in Höhe von 200.000 Euro gerechnet werden. Dies eröffnet Spielräume für andere notwendige Anschaffungen (z.B. Technik Bauhof). Weiterhin steht die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges (HLF 20) auf der Agenda, wobei erste Abschlagszahlungen erwartet werden. Aber auch im Straßenbau sind Investitionen geplant, ausgeschrieben und vergeben. Der Schuldenstand der Stadt Groitzsch liegt zum Stand 30.06.2026 bei 1,157 Mio. Euro und somit bei 157 Euro pro Einwohner. Mit der geplanten Kreditaufnahme läge dann die Verschuldung zum 31.12.2026 bei 2,534 Mio. Euro, entspricht 345 Euro pro Einwohner. Die verbliebenen Kredite wurden komplett bedient, eine Tilgungsaussetzung wurde nicht beantragt.

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Ihr Bürgermeister
Maik Kunze